Liebe

Wiedergutmachungs-Sex: 5 Gründe, warum Streit die Liebe neu entflammen kann

Der sogenannte 'Sex danach' ist vielen bestimmt bekannt. Wenn aus Wut plötzlich Lust wird, überlegt man nicht lange, warum. Falls Sie nachträglich doch gerne eine Antwort hätten - bitteschön

Wiedergutmachungs-Sex unter der Dusche
Wiedergutmachungs-Sex funktioniert auch prima unter der Dusche Foto: iStock

Falls auch Sie sich immer schon gefragt haben, warum zum Teufel Sie von der einen auf die andere Sekunde von Ihrem streitsüchtigen, egoistischen Partner, den Sie am liebsten auf den Mond schießen würden, total angeturnt sind, haben wir ein paar gute Gründe für den plötzlichen Sinneswandel, die Sie nur zum Teil beeinflussen können ...

1. Die Hormone

Wie kann es auch anders sein: Die Hormone sind zum größten Teil Schuld an der plötzlichen, ungezügelten Lust aufeinander. Während des Streits mit dem Liebsten kochen Hormone wie Testosteron, Adrenalin und Cortisol hoch. Wird das Stresshormon Cortisol während einer emotionalen Auseinandersetzung ausgeschüttet, verlangt der Körper häufig automatisch nach einem Ausgleich. Er verzehrt sich oft regelrecht danach.

Kein Wunder, dass einem da sofort Sex ins Gedächtnis kommt. Für den so sehr herbeigesehnten hormonellen Ausgleich sorgt der Orgasmus: Der Körper wird nur so von Serotonin, Dopamin und Adrenalin geflutet. Und alles ist wieder gut.

2. Die Evolution

Wiedergutmachungs-Sex aktiviert einen sehr ursprünglichen Teil des Gehirns. Schon damals belohnten sich die Menschen nach einem Konflikt oder dem Lösen eines kniffligen Problems mit etwas, das sich wie ein Glücksrausch anfühlte und sich positiv auf Geist und Körper auswirkte - Nach der Bedrohung folgte die Freude der Überlegenheit. Heute wird der Sieg einfach im Bett zelebriert.

3. Die heimliche Vorliebe für Sadomaso

Sadomaso oder BDSM sind Praktiken, die heutzutage immer noch als Sex-Tabu gelten. Vielleicht würden auch Sie abstreiten, es zu mögen, gefesselt, ausgepeitscht oder gedemütigt zu werden. Aber beobachten Sie Ihr sexuelles Verlangen nach dem nächsten Streit mit Ihrem Partner doch mal genauer ... Vielleicht gibt es den einen oder anderen Anknüpfungspunkt für eine softe Variante der aufregenden Welt des BDSM.

4. Angst und Erregung gehören zusammen

Angst und Erregung sind zwei Empfindungen, die Geschwister sein könnten. Beide erhöhen die Atemfrequenz, den Herzschlag und die Durchblutung. Das macht den Wechsel vom einen zum anderen Gefühl so leicht. Auch das Verlangen, während des Streits physikalisch aktiv zu werden, trägt dazu bei, dass sich ein Liebespaar, statt sich zu schlagen, den Konflikt lieber körperlich im Bett austrägt.

5. Wiedergutmachungs-Sex hilft bei der Bewältigung von Traumata

Haben Sie in Ihrer Kindheit oft Gewalt erlebt? Falls ja, kann genau dieses Trauma von damals mit dafür verantwortlich sein, warum Sie so anfällig für Sex nach einem Streit sind. Kinder, die traumatische Erfahrungen mit Gewalt gemacht haben, werden oft von Gefühlen wie Ablehnung heimgesucht. In dieser Gefühlswelt finden sie sich auch als Erwachsene während eines Streits mit dem Liebsten wieder. Um dagegen anzusteuern, ist Sex meist die beste und einfachste Lösung, diesem negativen Gefühl zu entfliehen: Während des Wiedergutmachungs-Sex wird die Intimität gestärkt und der unter Traumata leidende Mensch fühlt sich wieder geliebt und sicher.

Sollten Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen, lohnt es sich, weitere Nachforschungen anzustellen, um mit dem Trauma aus der Vergangenheit voll und ganz abschließen zu können. Ein Psychiater kann dann der beste Ansprechpartner für Sie sein.