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Leben

Wer das in der Mittagspause macht, kommt weiter im Job

Das Mittagessen ist mehr als reine Energiezufuhr. Wer seinen Lunch schlau plant kann das Kantinen-Date als Karriere-Sprungbrett nutzen

Mit diesen Tipps werten Sie Ihre Mittagspause auf und knüpfen neue Kontakte
Mit diesen Tipps für die Mittagspause knüpfen Sie neue Kontakte iStock

Mahlzeit! Eines ist sicher: Der Kantine kann das Internet nichts anhaben. Schließlich braucht der arbeitende Mensch Nahrung für das Gehirn. Die Kantine oder Restaurants mit Mittagstisch sind eine wichtige, nicht-digitale Tauschbörse für aktuelle und manchmal auch geheime Jobinfos. Deshalb: Nichts gegen gesunde Gerichte, die man von zu Hause mitbringt. Alleine vor dem Computer oder draußen auf einer Parkbank zu essen, ist auf Dauer aber keine gute Idee, denn der Business-Lunch versorgt nicht nur Kopf und Körper mit Energie, sondern pusht auch die Karriere – vorausgesetzt, Sie beachten ein paar kleine Regeln. Welche das sind, verrät Expertin Karin F. Hallinger.

Karriere-Tipps für die Mittagspause

Lunch-Dates wechseln

Mit Lieblingskollegen zu essen, ist nett, bringt Sie auf Dauer aber nicht weiter. Wer immer mit Tom und Susi in der Kantine sitzt, vermittelt den Eindruck, kein Interesse an anderen zu haben – und verbaut sich Kontakte. Treffen Sie sich mit wechselnden Leuten, besonders, wenn Sie neu im Unternehmen sind: Sich auf einen Kollegenkreis festzulegen, gibt Sicherheit, womöglich erweist sich die Allianz aber nicht als vorteilhaft. Je breiter Sie sich vernetzen, desto besser.

Auf neue Leute zugehen

Anschluss zu suchen, wenn man Menschen nicht kennt, kostet Überwindung, funktioniert in der Regel aber problemlos. Wenn vor Ihnen an der Kantinenkasse jemand aus einer anderen Abteilung steht, mit dem Sie bislang nur oberflächlich zu tun hatten, fragen Sie einfach spontan: „Ist es in Ordnung, wenn ich mich Ihnen anschließe?“ Sitzt jemand allein am Tisch, genügt ein „Darf ich mich dazusetzen?“. Wer nett fragt, wird sicher kein „Nein, leider schon besetzt“ hören.

Persönlich verabreden

Sie möchten sich zum ersten Mal mit jemandem zum Lunch verabreden? Machen Sie den Termin aus, wenn Sie die Person im Aufzug treffen oder wenn Sie sich bei einem Meeting begegnen. Eine Anfrage per Mail wirkt unpersönlich, zumindest im eigenen Unternehmen. Wenn Sie einen Geschäftskontakt außerhalb Ihrer Firma treffen wollen, schließen Sie den Vorschlag für ein gemeinsames Essen an ein Telefonat oder an eine Mail-Konversation an.

Chefs einbeziehen

Fragen Sie Ihren direkten Vorgesetzten, ob er oder sie mit Ihnen essen gehen möchte. Die meisten Chefs sagen nicht Nein. Sie können auch auf Leiter anderer Abteilungen zugehen. Dann aber bitte immer darauf achten, dass es sich nicht um Konkurrenten Ihres Vorgesetzten handelt. Sonst wecken Sie womöglich unbegründete Zweifel an Ihrer Loyalität. Grundsätzlich gilt: Ein Mittagessen mit Vorgesetzten dient dazu, das berufliche Vertrauensverhältnis zu festigen, mit Betonung auf „beruflich“. Seien Sie also nicht zu flapsig, wenn Sie Ihren Gegenüber nicht so gut kennen.

Tipps für die Mittagspause können Ihren Job-Alltag verbessern
Gehen Sie mal zur Abwechslung zum Lunch mit neuen Kollegen iStock

Angestellte auch fragen

Auch als Chefin ist es ratsam, ab und zu mit Ihrem Team essen zu gehen. Wenn Sie sehen, dass am Tisch Ihrer Angestellten noch Platz ist, fragen Sie, ob Sie sich dazusetzen dürfen. Bringen Sie sich ins Gespräch ein, aber verzichten Sie darauf, den Ton anzugeben. Nutzen Sie lieber die Gelegenheit, Ihre Leute mal in anderer Umgebung zu beobachten. Das verschafft Ihnen ziemlich sicher spannende Einsichten in die Teamdynamik.

Den Ort mit Bedacht wählen

Ist es egal, ob Sie mit Ihren Lunchdate gesehen werden, oder möchten Sie in Ruhe sprechen, ohne dass die Kollegen tuscheln? Entsprechend sollten Sie den Ort (Kantine oder kleines Lokal) und den Tisch (Präsentierteller oder kleine Nische) wählen. Wer in der Kantine ungestört sein möchte, geht so spät, dass es dort fast leer ist. Im Restaurant reservieren Sie unbedingt vorab, damit Sie wirklich einen Platz bekommen – und zwar einen guten. Seien Sie frühzeitig da. So stellen Sie sicher, dass Ihre Verabredung nicht auf Sie warten muss. Bei der Wahl des Ortes sollten Sie auch auf die angebotenen Speisen achten. Nehmen Sie einen Kunden, der Vegetarier ist, bloß nicht ins Steakhouse mit! Recherchieren Sie vorab, welches Restaurant Ihrem Kunden gefallen könnte. Im Zweifelsfall erkundige Sie sich in seinem Sekretariat nach Vorlieben. Oder suchen Sie ein Lokal mit einer vielseitigen Karte aus.

Funkstille einhalten

Stellen Sie Ihr Smartphone vor Betreten des Restaurants oder der Kantine auf lautlos. Falls Sie einen wichtigen Anruf erwarten, kündigen Sie das vorher unbedingt an. Während des Essens und Gesprächs ans Telefon zu gehen, wirkt sonst sehr unhöflich.

Auf Alkohol verzichten

Mittags ist Alkohol tabu. Ausnahme: Ihr Chef, ein Kunde oder Geschäftspartner möchte auf einen Erfolg mit einem Glas Champagner anstoßen. Und wenn Ihr Gegenüber gern Wein trinken möchte, ist auch für Sie ein Glas okay. Eins. Mehr nicht.

Das passende Gericht wählen

Verzichten Sie auf Speisen, die Sie vom Gespräch ablenken, spritzende Balsamico-Blattsalate etwa oder schwer auszulösende Schalentiere. Sollten Sie in ein Lokal eingeladen sein, richten Sie sich bei der Auswahl der Speisen und Getränke nach Ihrem Gastgeber. Lassen Sie ihn zuerst bestellen, es sei denn, er empfiehlt Ihnen explizit ein bestimmtes Gericht. Falls Sie unsicher sind, wie teuer Ihre Bestellung sein darf, fragen Sie, ob Ihr Gegenüber eine Empfehlung hat – dann kennen Sie den finanziellen Rahmen.

Mit dem Würzen abwarten

Maggi-Addicts aufgepasst: Salzen und Pfeffern, bevor man probiert hat, fällt unangenehm auf und zeugt von schlechtem Stil. Halten Sie sich zurück, wenn das Essen auf den Tisch kommt. Erst kosten und dann, wenn nötig, maßvoll nachwürzen.

Das Esstempo anpassen

Fall Sie schneller als Ihr Gegenüber essen, stellen Sie lieber nicht so viele Fragen, damit es beim anderen nicht noch länger dauert. Erzählen Sie zwischendurch etwas mehr, damit Sie beide etwa gleichzeitig fertig werden. Sonst wird es unangenehm für den, der am Ende alleine vor sich hinkaut.

Sich gedulden

Unbedingt merken: Geschäftliches wird bei offizielleren Lunch-Terminen erst nach dem Hauptgang besprochen. Vorher plaudert man mit Kunden und Geschäftspartnern locker über Gemeinsamkeiten, um eine angenehme Atmosphäre herzustellen. Das bietet auch gleich die Gelegenheit, sich gegenseitig besser kennen zulernen. Sprechen Sie zu Beginn also nicht über Berufliches, sondern geben Sie ein paar private Dinge preis, die möglichst unverfänglich sein sollten, zum Beispiel, dass Sie früher in der Nähe des Restaurants gewohnt haben oder dass Ihre morgendliche Laufstrecke immer hier vorbeiführt.

Gesprächsfutter liefern

Wer Kontakte zum Mittagessen trifft, sollte etwas zu sagen haben. Das gilt erst recht bei Menschen, mit denen Sie bislang kaum oder keinen Kontakt hatten. Überlegen Sie vorher, welche Themen Ihr Lunch-Date spannend finden könnte. Sonst wirkt das Ganze wie ein Vorstellungsgespräch. Zeigen Sie beim Essen Interesse an der Arbeit des anderen und an seiner Erzählung. Statt Ihre Verabredung auszufragen, sollten Sie auch Informationen von sich preisgeben, die interessieren könnten: Zum Beispiel, dass Sie fließend Kroatisch sprechen, einen Preis gewonnen haben oder sich für den Aktienmarkt interessieren – Auskünfte also, die den zukünftigen Austausch vorantreiben. So haben beide das Gefühl, dass die Verabredung etwas bringt. Gerade wenn Sie eine Person mit Einfluss treffen, können Sie ruhig auch auf eigene Erfolge hinweisen, aber bitte nicht zu plump. Warten Sie ab, ob das Thema ohnehin auf den Tisch kommt. Falls nicht: Überlegen Sie im Vorfeld, wie Sie das Gespräch möglichst geschickt in diese Richtung lenken können.

Job-Vorschläge anbringen

Wenn Sie diese eine tolle Idee haben, die Sie unbedingt ansprechen wollen, tuen Sie es zum Ende des Essens. Fragen Sie, ob Sie dazu später eine ausführlichere E-Mail schicken dürfen. Sie haben bei einem früheren Lunch einen Vorschlag unterbreitet und wollen wissen, was daraus geworden ist? Erkundigen Sie sich, bieten Sie an, Ausführungen zu senden oder sich erneut zu treffen – nicht am nächsten Tag, sondern ein oder zwei Wochen später. Bei dringenden Projekten können Sie sich früher melden.

Espresso? Piano!

Nach dem Essen fragt der Kellner, ob es ein Kaffee sein darf? Warten Sie die Reaktion Ihrer Verabredung ab. Ist er oder sie in Eile, sitzen Sie am Ende womöglich allein am Tisch. Zudem könnte es wirken, als hätten Sie es nicht so eilig, zu Ihrer Arbeit zurückzukehren – und schon hätten Sie den guten Eindruck vernichtet, den Sie zuvor hinterlassen haben.

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