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Leben

Veruschka: Was macht Vera von Lehndorff heute?

Als Supermodel Veruschka prägte Vera Lehndorff das Frauenbild ihrer Zeit wie keine andere. Doch was macht Vera Lehndorff heute?

Vera Lehndorff posiert als Model in jungen Jahren
Als erfolgreiches Model zierte Vera Lehndorff die Cover unzähliger Magazine Getty Images

Veruschka: Mythos und Legende

Vera Gottliebe Anna Gräfin von Lehndorff avanciert Anfang der 60er Jahre zum ersten deutschen Supermodel. Sie ist eine der ganz großen Persönlichkeiten des damaligen Modelbusiness, nicht zuletzt aufgrund ihrer langen Beine und ihrer Größe von 1,90 Metern. Die heute 80-jährige ist zwar längst aus dem Geschäft ausgestiegen, ihr guter Ruf jedoch bleibt bestehen. 

Eine durch Krieg geprägte Kindheit

Vera Lehndorff wird am 14. Mai 1939 in Steinort als Zweitälteste von vier Mädchen geboren. Ihre Familie zählt zum Alten Ostpreußenadel und wohnt in ihrem Lehndorffschen Schloss nur 14 Kilometer von Hitlers Hauptquartier, der Wolfsschanze, entfernt. Außenminister Ribbentrop beschlagnahmte 1942 einen Schlossflügel, um in Hitlers Nähe zu wohnen. Er verbrachte gerne Zeit mit den Lehndorffschen Kindern und ließ sich für Fotos mit ihnen ablichten. Diese Bilder sind auch in den Memoiren "Veruschka – Mein Leben" abgedruckt. Veruschka selbst erklärt das so:

„Da krieg ich immer noch Gänsehaut und mir schaudert, wenn ich das anschaue. Man sieht uns nur von hinten, und wir gehen ins Dunkel, in den dunklen Wald. Man schaut sich das an und denkt, sind das Vater und Kinder? Nein, das ist der Mann, der meinen Vater gejagt hat mit Hunden danach, der ihn gehängt hat. Ja, so ist es gewesen.“
Vera Lehndorff

1944 konfiszieren die Nazis das Lehndorffsche Schloss, die Familie kommt in Sippenhaft und wird schwer traumatisiert. Vera von Lehndorffs Vater, Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort, wird wegen Beteiligung an der Verschwörung des 20. Juli gegen Adolf Hitler gefoltert und erhängt. Zu dem Zeitpunkt ist Vera fünf Jahre alt. Nach dem Krieg zieht die Mutter mit den Kindern mehrfach um.

Vera Lehndorff besucht später eine Modeschule in Hamburg und geht so die ersten Schritte in Richtung ihrer späteren Karriere. 

Karriere als Supermodel

Während ihrer Zeit auf der Hamburger Modeschule wird Vera Lehndorff erstmals professionell fotografiert und gefällt sich auf diesen Fotos. Nach Ende ihrer Ausbildung geht sie nach Paris und New York, wo sie sich bei Fotografen und Agenturen vorstellt. Dabei ist ihr klar:

„Wenn ich aus der Masse der Models herausstechen wollte, musste ich mich beim Vorstellen oder bei einem Fototermin unvergesslich machen. Ich wollte auftreten wie keine andere, aussehen, wie keine aussah.“
Vera Lehndorff

Von da an trägt sie enganliegende Einteiler mit Tierfellmuster, kurze Rücke und breite Gürtel – für die 60er Jahre völlig untypische Outfits, mit denen sie schnell Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie selbst gibt sich den Namen „Veruschka“, weil dieser so fremd und ungewöhnlich klingt.

Und es funktioniert: Die Fotografen reißen sich um Veruschka. Sie arbeitet unter anderem mit Richard Avedon, Irving Penn und Helmut Newton zusammen. Auch Diana Vreeland, damals Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, ist ein großer Fan Veruschkas. Ganze elf Mal ziert das Model in dieser Zeit das Cover des Modemagazins. 

Veruschka schafft ein neues Schönheitsideal

Über sich und ihre Karriere sagte Vera Lehndorff einst: "Ich war hässlich. Bis ich mich entschied, schön zu sein.“

In den 60er Jahren ist das 1,90-Meter-Model seiner Zeit weit voraus. Als „Veruschka“ wirbt sie für eine freie, individuelle Schönheit, in der vor allem der Charakter zählt. Man könnte Veruschka als Pionierin für Body Positivity bezeichnen, denn sie selbst entspricht damals mit ihrer Größe und ihrer sehr schlanken Figur nicht dem geltenden Schönheitsideal einer weiblichen, kurvigen Frau. Mit ihrem Auftreten inspiriert sie in den 60er und 70er Jahren immer mehr Frauen dazu, sie selbst zu sein und sich von alten Rollenvorstellungen zu befreien.

Schattenseiten ihres Lebens

Trotz ihrer steilen Karriere als erstes deutsches Supermodel, geht es Vera Lehndorff nicht immer nur gut. Oft holt sie die traumatische Kindheit ein, sie wird von Selbstzweifeln geplagt. Zwei Selbstmordversuche und mehrere Aufenthalte in Klinken sind die Konsequenz.

Veruschka und die Liebe

Das Supermodel hat Anfang der 60er Jahre eine Beziehung mit dem Fotografen Franco Rubartelli, später verliebt sie sich in den Künstler Holger Trülzsch. Nach dem Scheitern der Beziehung ist sie oft mit jüngeren Männern zusammen, an die sie sich aber nie lange bindet. Heute lebt sie allein in Berlin.

Veruschka heute

Obwohl sie mehrfach auf verschiedener Magazincovern zu sehen ist, Plakate schmückt und bei Werbekampagnen mitwirkt, weiß man lange Zeit nur wenig über die hochgewachsene Schönheit. 2011 veröffentlicht sie ihre Biografie „Veruschka - Mein Leben“, die erstmals Einblicke hinter die Kulissen gewährt und nicht immer nur Schönes offenbart. Seit 2005 lebt und arbeitet das ehemalige Model nun unter dem Namen Vera Lehndorff als Malerin in Berlin - der Stadt, in der einst ihr Vater ermordet wurde. Heute sagt sie über die Metropole an der Spree:

"Berlin ist heute international, überall hört man fremde Sprachen. Die Stadt ist ein fruchtbares Terrain für künstlerische Arbeit. Die Menschen sind neugierig und offen.“

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