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Medical Beauty

Ultheraphy: Der erste Ersatz für ein Lifting

Mit Ultraschall statt mit dem Skalpell selbst tiefe Falten besiegen? Ja, das funktioniert wirklich, sagt der Münchner Dermatologe Stefan Duve, einer der Pioniere eines neuen Anti-Aging-Treatments namens "Ultherapy".

Bei Ultherapy werden selbst tiefe Falten besiegt - mit Ultraschall anstatt Skalpell.
Bei Ultherapy werden selbst tiefe Falten besiegt - mit Ultraschall anstatt Skalpell. Bei Ultherapy werden selbst tiefe Falten besiegt - mit Ultraschall anstatt Skalpell. Thinkstock

Eine innovative Ultraschallmethode reduziert Falten, strafft die Konturen und sorgt dafür, dass kollagene und elastische Fasern im Bindegewebe nachwachsen. Und das nach nur einer Stunde Behandlung, ganz ohne OP. Seit 2010 ist

"Ultherapy", so heißt die Methode, von der als sehr kritisch geltenden amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA als einziges nichtinvasives Lifting-Verfahren zugelassen. Schätzungsweise wurden weltweit bisher rund 150.000 Patienten damit behandelt. Auch Hollywood-Stars wie Angelina Jolie, Jennifer Aniston und Jennifer Lopez sollen Anhänger dieser Methode sein.

Seit Kurzem wird "Ultherapy" auch in Deutschland angeboten. Ein Expertengespräch mit dem Münchner Dermatologen Dr. Stefan Duve, der die Behandlungsmethode als einer der ersten deutschen Ärzte angeboten und mittlerweile bei etwa 1.400 Patienten angewendet hat.

Das Versprechen "straff in einer Stunde" kann man kaum glauben. Was steckt hinter dem Treatment "Ultherapy"?

Das ist verständlich, aber es ist in der Tat die erste Therapie, die man als Lifting-Ersatz bezeichnen kann. In vielen Praxen, besonders in Brasilien, hat "Ultherapy" schon Facelifts ersetzt, wenn keine OP gewünscht ist. Die Therapie wirkt durch zwei unterschiedliche Arten von Ultraschall. Über den aus der Organdiagnostik bekannten optischen Ultraschall werden die Hautschichten auf einem Bildschirm definiert, und dann wird außerdem gebündelter Ultraschall hinzugeschaltet, der gezielte Impulse auslöst.

Wie muss man sich das vorstellen?

Die Subcutis, das heißt die tieferen Schichten des Bindegewebes, wird kurzfristig auf bis zu 50 Grad Celsius erwärmt. Dadurch können sich ausgeleierte Kollagenfasern wieder zusammenziehen, und es kommt zu einer Neuproduktion von elastischen und kollagenen Fasern in den Bindegewebszellen, wo die Produktion normalerweise schon ab etwa 35 Jahren stark nachlässt. Es werden auch sogenannte Wachstumsfaktoren aktiviert, die für die Faserneubildung verantwortlich sind.

Welche Hauttiefe wird erreicht, und was passiert mit der sichtbaren Hautoberfäche?

Das Gerät kann in einer Tiefe von bis zu 4,5 Millimetern wirken; die Hautoberfäche bleibt dabei völlig intakt.

Was hat es mit dem Vergleich mit einem Facelift auf sich? Stimmt es, dass in dieser Tiefe bisher nur durch einen chirurgischen Eingriff gestrafft werden konnte?

Das ist richtig. Der Effekt ist in vielen Fällen mit einem Facelift vergleichbar. Das liegt daran, dass die Hitze auch Schichten erreicht, die sonst nur von Chirurgen bei einer OP behandelt werden. Es kommt also in tieferen Gewebeschichten zu einer Straffung und damit zur Glättung der darüberliegenden Haut.

Und das alles in nur einer Stunde?

Ein Gesichtstreatment dauert je nach Fläche tatsächlich im Schnitt nur 60 bis 90 Minuten.

Wie schmerzhaft ist die Behandlung?

Da das Schmerzempfinden der Menschen sehr unterschiedlich ist, kann ich das nicht generell beantworten. Ich empfehle, etwa eine Stunde vor der Therapie eine Schmerztablette zu nehmen. Bei sehr empfindlichen Patienten kann man auch eine lokale Anästhesie mit einer Spritze ähnlich wie beim Zahnarzt durchführen. Auch eine Kurznarkose wie bei einer Magenspiegelung ist möglich. Bei den meisten Patienten reicht es aber völlig aus, eine Anästhesiesalbe zu verwenden.

Und was passiert dann?

Man setzt den Ultraschallkopf auf die zu behandelnde Partie, dann wird abgedrückt. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus sehr feinen Nadelstichen und Ministößen, die ein Kribbeln auf der Haut auslösen, denn die ungewohnten Impulse irritieren die Nerven. Rund um die Mundpartie ist es meistens am unangenehmsten, da die Zahnhälse besonders empfindlich sind.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Im Vergleich zu einem chirurgischen Eingriff ist "Ultherapy" sehr sicher, vorausgesetzt die Standards und Dosierungen werden eingehalten. Das bedeutet, das Gerät muss einwandfrei gewartet sein und der Arzt muss entsprechend dem Körperteil und dem Alter des Patienten die richtige Einstellung wählen. Es dürfen außerdem keine Risikopatienten, beispielsweise mit Blutungsneigung oder unter Chemotherapie, behandelt werden. Als Nebenwirkungen treten Schwellungen und Schmerzen auf, die bis zu zehn Tage nach der Behandlung anhalten können. Selten kommt es zu Blutergüssen oder einem Taubheitsgefühl, das ebenfalls nach einigen Tagen nachlässt.

Für welche Gesichts- beziehungsweise Körperregionen ist die Methode geeignet?

"Ultherapy" kann man im ganzen Gesicht einsetzen. Ideal ist die Behandlung für alle Areale mit dem sogenannten Sacking-Effekt, wie die Wangen-, Kinn- und Halspartie. Aber auch kleine Fältchen um die Augen können behandelt oder die Augenbrauen angehoben werden. Man kann mit "Ultherapy" auch das Dekolleté, die Arme und Ellbogen sowie die Beine straffen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Vorteile der Methode?

Ganz klar: das sehr gute Ergebnis bei minimalen Nebenwirkungen. Die Methode ist nichtinvasiv, man hat nach der Behandlung überhaupt keine Ausfallzeit. Da sich das endgültige Ergebnis in kleinen Schritten entwickelt, ist auch für Außenstehende nicht sichtbar, dass etwas gemacht wurde, anders als bei einem Lifting. Der Effekt ist außerdem sehr natürlich.

Und was ist der größte Nachteil?

Die Tatsache, dass man auf das Ergebnis warten muss, anders als zum Beispiel bei einer Behandlung mit Faltenfillern. Und der hohe Preis, der bei größeren Flächen leicht bei 2.500 bis 4.000 Euro liegt. Das hat vor allem mit den Kosten für das Verbrauchsmaterial zu tun, die allein die Hälfte des Preises ausmachen.

Welchen Patienten empfehlen Sie diese Methode?

Bestens geeignet ist "Ultherapy" für Menschen, bei denen durch zu viel Sonne das Bindegewebe schlaffer und lockerer geworden ist. Und dann natürlich für alle, die eine Gesichts- oder Körperstraffung wünschen, sich aber nicht operieren lassen möchten. Die besten Ergebnisse gibt es bei hängenden Wangenpartien, einem erschlafften Kinn, Hals oder Dekolleté. Wenn der Übergang vom Gesicht zum Hals völlig undefiniert oder ein zu massiver Hautüberschuss vorhanden ist, würde ich allerdings von "Ultherapy" abraten.

Und wie lange hält die Wirkung?

Mehrere Jahre, wenn man sich nicht zu viel der Sonne aussetzt. Man kann von einer Verjüngung von bis zu fünf Jahren ausgehen.

Kann man den Effekt von "Ultherapy" noch verstärken?

Neuerdings führen wir "Power-Ultherapy" durch. Dabei wird die Behandlung noch durch das sogenannte Vampirlifting verstärkt. Dazu wird patienteneigenes Blut nach Zentrifugation in Form von Plasma in die zuvor mit "Ultherapy" behandelte Region injiziert. Das Ergebnis wird dadurch noch einmal besser.

Interview: Marina Jagemann

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