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Reise

Toledo - Urlaub im Paradies

Im Schatten der Hauptstadt Madrid überrascht Toledo seine Besucher als heimliche Schönheit und wertvolle Zeitzeugin der spanischen Geschichte

Blick auf die Stadt Toledo in Spanien
Vom Wasser aus bietet sich ein fantastischer Blick auf das historische Toledo iStock

Toledo - eine Reise in die schönste Stadt Spaniens

Südlich von Madrid bewegt sich der Reisende in der Mancha, einer schattenlosen, von tiefen Schluchten durchzogenen Hochebene. In genau dieser Gegend ließ seinerzeit Cervantes seinen Romanhelden Don Quichotte auf dem Rücken seines Pferdes Rosinante immer neue Abenteuer bestehen. Zu den Schauplätzen des weltberühmten literarischen Meisterwerks zählt auch das eine knappe Autostunde von Madrid entfernte Toledo – für Cervantes übrigens die schönste Stadt Spaniens.

Die wahrscheinlich beste Zeit, sich Toledo zu nähern, ist ein allmählich einbrechender Sommerabend, wenn zarte Pastellfarben das von Weitem sichtbare ockerfarbene Häusermeer umschmeicheln. So oder ähnlich muss dieser Anblick sich schon dem griechischen Maler El Greco dargeboten haben, der sich entschloss, in Toledo den Rest seines Lebens zu verbringen. Obwohl die stolze steinerne Stadt seit Jahren von Tagestouristen überrannt wird, zeigt sie sich erstaunlich unversehrt. Und es fällt auf dem Weg über die auf und absteigenden, kopfsteingepflasterten Gassen nicht schwer, sich vorzustellen, wie im Mittelalter an dieser Stelle Anhänger dreier Religionen – Christen, Muslime und Juden– ihr Leben auf friedliche Art gemeinsam gestalteten. Ihr historisches Erbe, die mächtige Kathedrale sowie einige Synagogen und Moscheen, haben die Zeit überdauert. Das harmonische Miteinander hingegen endete schlagartig 1492 mit der Reconquista.

Historie von Toledo

Heute stehen mehr als 100 historische Gebäude in der Casco histórico unter dem Schutz des Weltkulturerbes. Wie einst konzentriert sich das städtische Leben auf die Calle del Comercio. Internationale Marken haben in ihren Läden eher Seltenheitswert. Man hält in vielen Dingen an lieb gewordenen Traditionen fest. Das gilt auch für den Umgang mit den kulinarischen Spezialitäten der Mancha. Auf den Speisekarten von Tapas Bars und familiengeführten Lokalen dominieren Fleisch und Geflügel, wobei traditionell Wachteln in allen Variationen im Mittelpunkt stehen. Spanferkel, Ochsenschwanz und einheimisches Wild dürfen ebenfalls nicht fehlen, genauso wenig wie – in memoriam der muslimischen Küche – süßer Honig und orientalische Gewürze wie Safran, Zimt und Minze.

Hotels

Eugenia de montijo

Die gleichnamige, 1826 in Spanien geborene Gemahlin von Napoleon III. bewohnte einst den nach außen schlichten Stadtpalast an der versteckten Plaza del Juego de Pelota. Eine farbige Glaskuppel, die elegante „Empress Suite“ und Veilchenkonfekt als Hommage an ihre Lieblingsblumen erinnern an die Kaiserin von Frankreich. Die Gäste residieren in 40 eleganten Zimmern und Suiten, das Restaurant „Federico“ fl oriert unter Regie von Starkoch Adolfo Muñoz, das Spa im Basement des Gebäudes wurde auf einer römischen Ruine gebaut. (DZ ab 130 Euro, fontecruzhoteles.com)

Parador de Toledo

Vier Kilometer außerhalb der Stadt genießen die Gäste des historischen Landhotels den Blick von einem Hügel auf das benachbarte Toledo. Typisch für den Mudéjar Stil sind die antiken Wandfliesen und rustikalen Steinböden unter dunklen Deckenbalken. Im Restaurant des „Parador“ werden zu Hirschlende in Honig, Ratatouille und pfeffrigem Rebhuhntopf die besten Rotweine aus der Mancha kredenzt.

Kosten DZ: ab 120 Euro

Mehr Infos unter: parador.es

Hacienda del Cardenal

Der aus dem 18. Jahrhundert stammende ehemalige Kardinalspalast profitiert von seiner ruhigen Lage an der Puerta de Alfonso VI, dem einstmals wichtigsten Zugang zur Stadt. Sein romantischer Garten wird durch eine Mauer aus dem 11. Jahrhundert geschützt. An lauen Sommertagen werden hier das opulente Frühstück sowie ein köstliches, auf traditionellen Rezepten beruhendes Abendessen serviert. (DZ: ab 80 Euro, haciendadelcardenal.com)

Palacio Buenavista

Auf den Ruinen eines Palastes, in dem seinerzeit El Greco, Cervantes und Lope de Vega verkehrt habe sollen, entstand ein Hotel mit 109 Zimmern und Luxussuiten. In der Lobby Bar entspannen sich Kulturreisende nach einem anstrengenden Tag bei Cocktails und Tapas. Im Restaurant „Quixote“ stehen wie fast überall in der Stadt traditionelle Speisen im Vordergrund. Zum Wellness-Bereich gehören eine großzügige Badelandschaft mit Pool, Jacuzzi und eine hoteleigene Therme. (DZ: ab 110 Euro, eurostarshotels.com)

Hotel Boutique Adolfo

Der bekannteste Küchenchef der Stadt, Adolfo Muñoz, hat kürzlich ein stylisches Bed & Breakfast eröffnet. Von einigen der zwölf komfortablen Zimmer schaut man auf die belebte Plaza de Zocodover. (DZ: ab 160 Euro, hotelboutiqueadolfo.com)

Fein speisen

El Carmen de Montesión

Natürliche Farben und helle Holzböden prägen das schlichtelegante Ambiente des modernen Gourmetlokals. Man sitzt in bequemen Sesseln oder auf einer überlangen Ledercouch und genießt– ausschließlich mittags – regelmäßig wechselnde Tasting-Menüs auf absolutem Sterne-Niveau. (Avenida de Montesión 107, Tel.0034 925 22 36 74)

Restaurante Adolfo

Seit Jahren eine Institution und ein Must für Feinschmecker. Alfonso Muñoz beweist sein Talent mit einem 10-Gänge-Tasting-Menü für 76 Euro. Weintrinker freuen sich über den mit 35 000 Flaschen bestückten Keller. (Calle Hombre de Palo 7, Tel. 0034 925 22 73 21)

El Bohío

Die gleichbleibende Qualität der Küche und der aufmerksame Service wurden mit einem Stern im „Guide Michelin“ gewürdigt. An der Spitze des familiengeführten Gourmetlokals stehen Küchenchef Pepe Rodríguez und Sommelier José C. de la Fuente. Der kurze Weg aus der Stadt herauslohnt sich, z. B. für ein dreigängiges Lunch-Menü für 65 Euro. (Avenida Castilla-La Mancha 81, Illescas, Tel. 0034 925 51 11 26)

Casa Aurelio

Nur ein paar Schritte von der Kathedrale entfernt, bereitet José Antonio Montero Landesspezialitäten auf der Basis bester regionaler Zutaten zu wie gefüllte Wachteln und gegrillten Schweinebauch. (Calle Sinagoga 6, Tel. 0034 925 22 41 05)

Trendy

Casa Elena

Bei schönem Wetter sitzen die Gäste im Garten des 1930er-Jahre-Lokals und genießen Tintenfisch am Spieß oder Rehbraten aus einheimischer Jagd. (Calle Nueva 15, Tel. 0034 925 35 54 07)

Alfileritos 24

Die Taverne im Parterre des attraktivsten Restaurants der Stadt steht für Cocktails, Bier und Tapas. Oder für einen Aperitif, bevor man sich in den oberen Etagen mit modernen Interpretationen der lokalen Küche verwöhnen lässt. (Calle Alfileritos 24, Tel. 0034 925 23 96 25)

Venta de Aires

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1891 fühlen sich hier Künstler und Schriftsteller wie Federico García Lorca, Dalí und Luis Buñuel offensichtlich wohl. Zu guten einheimischen Rotweinen passen Toast mit eingelegten Sardinen und Orangen, scharfer Ochsenschwanz und süßer Milchreis. (Paseo Circo Romano 35, Tel. 22 05 45)

Café de las monjas

Lust auf süße Kuchen und heiße Schokolade? Dann ist man in dem nostalgischen Traditionscafé in einem der ältesten Häuser Toledos genau richtig. (Calle Santo Tomé 2, Tel. 0034 925 21 34 24)

Tapas

La Tabernita

Zum modernen, aber dennoch sehr gemütlichen Ambiente der beliebten Tapas-Bar passt das appetitliche Angebot der kleinen Leckerbissen wie gegrillte grüne Tomaten mit Ziegenkäse und Feigenmarmelade, scharfe Gemüse-Tempura oder Tortilla mit Bacalao. (Calle de Santa Fe 14, Tel. 0034 925 21 30 06)

Bar Ludeña

In der urigen Kneipe geht es nicht um Gourmetküche, sondern um zwei, drei traditionelle Tapas zu Bier oder Wein. Und Tuchfühlung mit Einheimischen, die hier gern ihre Mittagspause verbringen. (Plaza de la Magdalena 10, Tel. 22 33 84)

El Trébol

Das alte Gemäuer der früheren maurischen Festungsanlage steht im lebhaften Kontrast zum coolen Interieur. Die Spezialität des Hauses heißt „Bomba“, eine fleischgefüllte Kartoffel mit Aioli und Tomatensauce. Zum frisch gezapften Amstel-Bier schmeckt auch ein Avocado-Tatar mit geräucherten Sardinen oder ein Schinken-Käse-Toast. (Calle Santa Fe 1, Tel. 0034 925 28 12 97)

Shopping

Casa Cuartero Fernando

Cuartero führt den 1920 gegründeten Feinkosthandel in vierter Generation. Als köstliche Mitbringsel eignen sich Mandelliköre und süße Dessertweine, feines Gebäck, deftige Würste und edelster Jamón Ibérico. (Calle Hombre de Palo 5)

Cuerho

Bei der großen Auswahl an Jacken und Mänteln aus Lammfell oder Wildleder, Schuhen, Stiefeln und allerlei handgemachten Lederutensilien kommt hier jeder leicht in Versuchung. (Bajada San Juan de los Reyes 1)

Antigüedades Linares

Antiquitätenhändler Pedro Luis Rodríguez Carrascosa sammelt mit Leidenschaft. Selbst wenn man in dem riesigen Repertoire filigraner Silberarbeiten, Krüge und kostbarer Stickereien nicht fündig wird, ist es ein Vergnügen, ihm zuzuhören. (Calle de los Reyes Católicos 8)

Kultur

Museo del Greco

Im Herzen des jüdischen Viertels erinnert das herrschaftliche Haus mit Garten aus dem 16. Jahrhundert an die Zeit, als der Maler hier gelebt hat. Neben seiner großartigen Apostel-Serie werden im modernen Anbau einheimische Künstler ausgestellt. (Paseo del Tránsito)

Museum Santa Cruz

Die Räume des ehemaligen Krankenhauses sind in drei Bereiche eingeteilt: archäologische Fundstücke aller drei Weltreligionen, eine permanente Ausstellung spanischer Maler und Räume, in denen kastilianisches Kunsthandwerk, Keramik und Goldschmiedearbeiten präsentiert werden. (Calle Miguel de Cervantes 3)

Dieser Artikel erschien erstmals im MADAME Magazin 04/19

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