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Silvia Bentzinger von Seidensticker im Interview über die Balance zwischen Karriere und Muttersein

Im Interview mit Silvia Bentzinger, CEO von Seidensticker, sprach MADAME.de über die immer noch präsente Problematik als Frau, Familie und Karriere zu meistern

Silvia Bentzinger
Seidensticker-CEO Silvia Bentzinger im Interview mit MADAME.de PR

Ihre Ideen sind inspirierend, ihr Mut ist bewundernswert: Frauen, die kreative Wege gehen, keine Angst vor Rückschlägen haben und die ihr Glück selbst in die Hand nehmen. Pionierinnen, von denen wir uns einiges abgucken können - egal, ob Unternehmerin, Feministin, Künstlerin oder Meinungsgeberin. Unter dem Hashtag #100Mesdames porträtiert MADAME.de Frauen der Zeitgeschichte, aus Wirtschaft, Kultur und Design.

#100Mesdames mit Silvia Bentzinger

Silvia Bentzinger startet als Juristin in die Berufswelt und wird mit 30 Jahren schwanger. Als ihr Chef sie mit dem Satz "Als Mutter haben Sie hier keine Zukunft" konfrontiert, wird ihr bewusst, wie wichtig es ist, diese Meinung zu widerlegen. Nach der Elternzeit findet sie als Prokuristin den Einstieg bei Seidensticker, wird 2014 zur Geschäftsführerin und seit Anfang des Jahres ist sie CEO.

Interview mit Seidensticker-SEO Silvia Bentzinger

MADAME.de: Sie sind seit Anfang des Jahres CEO bei Seidensticker. Welche neuen Ideen wollen Sie umsetzen und welche alten Werte behalten?

Silvia Bentzinger: Ich bin sehr stolz darauf, dass wir als Familienunternehmen seit über 100 Jahren auf bewusste und gelebte Werte setzen. Seidensticker steht für Tradition, für Ehrlichkeit und für Authentizität sowie für höchste Qualitätsansprüche. Was wir tun, tun wir aus Leidenschaft. Diesen Werten begegne ich mit Respekt und ihr Erhalt liegt mir am Herzen. Trotzdem ist eine bestimmte strategische Entwicklung natürlich unumgänglich. Im Team mit den Inhabern definieren wir neue Ausrichtungen und die Richtung, in die wir uns bewegen müssen. Das gilt unter anderem für das Thema Digitalisierung, welches wir beständig voran treiben oder für neue Marketingmaßnahmen, die den Wert und die Bedeutung der Marke weiter steigern sollen.

Welche Charakteristiken unterscheiden Seidensticker-Hemden von anderen Modellen?

Seidensticker gehört zu den führenden Herstellern von hochwertigen Hemden und Blusen in Europa. Wir stehen für Spezialistentum - für Passformkompetenz. Der perfektionierte Schnitt ist das Ergebnis der über Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelten Schneiderkunst. Die richtige Mischung aus Tradition und Innovation begleitet uns seit 1919, eine über Jahrzehnte gewachsene und sorgfältig gepflegte Unternehmenskultur stellt bis zum heutigen Tag die Liebe zum Produkt und den Anspruch an kompromisslose Qualität in den Mittelpunkt der Seidensticker-Philosophie.

Sie sind Mutter und Karrierefrau. An welche Meilensteine und Hindernisse können Sie sich besonders gut erinnern?

Der Wiedereintritt nach der Geburt meiner beiden Kinder hat mich jeweils vor eine große Herausforderung gestellt. Der Sprung - aus dem Büro in den Kindergarten, aus einem Meeting in ein Bastelprojekt, vom Showroom auf den Fußballplatz - ist immer grotesk und kostet daher nicht selten viel Energie. Allerdings tankt man in diesen Momenten mit den Kindern auch neue Kraft. Oft ist das größte Hindernis der Druck, auf jeder Ebene perfekt sein zu müssen. Davon muss man sich lösen!

Erfolgreiche Frauen und Mütter sind in der heutigen Zeit immer noch verhältnismäßig selten. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Welche Hilfen müssen vom Staat und von der Gesellschaft als Unterstützung kommen?

Ich habe das Glück, in einer Branche zu arbeiten, in der viele sehr gut ausgebildete Frauen und Mütter jeden Tag Einsatz zeigen. Natürlich gibt es Branchen, wo wenige Frauen - insbesondere in Führungspositionen - zu finden sind. Das müssen wir uns auch immer wieder ins Gedächtnis rufen. Gesellschaftlich ist es nach wie vor schwierig, da es gar kein anerkanntes Modell gibt. Arbeiten ist falsch – nicht arbeiten ist ebenfalls falsch. Es kommt für mich einzig und allein darauf an, dass Einigkeit mit dem Partner und der Familie besteht und dass man gemeinsam die beste individuelle Lösung findet, dass man schaut, wie der Spagat zu schaffen ist und wie viel Unterstützung man generieren kann. Politisch ist meiner Meinung nach in den letzten Jahren viel getan worden, Stichwort Frauenquote. Oder auch Elternzeit. Interessant finde ich, dass neue Studien belegen, dass die jetzige Generation der Frauen zwischen 20 und 30 gar nicht mehr das Ziel hat, Karriere und Familie zu vereinbaren. Es bleibt also spannend.

Haben Sie einen Ratschlag für junge Frauen, die sowohl Job als auch Familie unter einen Hut bringen wollen?

Es braucht viel Mut und Zuversicht. Und es ist wirklich das Wichtigste, sich innerhalb der Familie einig zu sein. Ich rate jeder jungen Frau, sich beruflich wie privat ein gutes Netzwerk aufzubauen, auf das man sich verlassen kann. Gegenseitige Unterstützung ist unabdingbar.

Nach einem langen Tag bei der Arbeit: Wie schalten Sie privat am besten ab?

Das ist ganz einfach: Zuhause mit meiner Familie. Und manchmal mit meinem persönlichen Wellnessprogramm: Badewanne.

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