Selbstoptimierung: wie man ohne Druck besser werden kann

Wer stetig an sich arbeitet, wird besser. Doch der Trend der Selbstoptimierung kann auch zum Wahnsinn werden

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Selbstoptimierung – was ist das?
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Höher, schneller, weiter, besser – vielleicht sogar perfekt. Wir leben in einer Welt voller Möglichkeiten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Diese Welt stellt uns alle möglichen Mittel zur Verfügung und unsere einzige Aufgabe ist es, diese Mittel in die Hand zu nehmen und umzusetzen. Klingt ganz einfach, oder?
 

Was jedoch hinter dieser Denkweise steckt ist Folgendes: Wir müssen noch produktiver und motivierter werden, mehr Chancen ergreifen und diese nutzen, denn schließlich sind wir unser eigener Chef. „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“. Wie oft ist Ihnen dieses Mantra schon untergekommen? Wahrscheinlich zur Genüge.

Der Begriff „Selbstoptimierung“ ist in aller Munde und definiert das Streben nach Verbesserung – doch Verbesserung wofür? Für uns selbst, unsere Gesundheit, das Pflegen sozialer Kontakte, mehr Zeit oder gar mehr Aufopferung im Job?
Es scheint keinen Zweifel daran zu geben, dass wir besser werden können. Die Frage aber ist doch, ob uns das ganze Streben nach Perfektion auch glücklicher macht.

Der Trend der Selbstoptimierung

In erster Linie möchten wir uns irgendwie verbessern. Der Familie zuliebe, der Umwelt zuliebe, des Jobs zuliebe, der Freunde zuliebe, des guten Gewissens zuliebe. Dieses Streben nach Verbesserung findet überall und beinahe unbewusst statt. Ratgeber wie „So starten Sie entspannter in den Tag“ oder „Mit diesen Tricks werden Sie zum Kommunikationstalent“ landen schnell im Einkaufswagen – warum auch nicht? Es ist schließlich nicht verkehrt, sich hier und dort ein paar Tipps einzuholen.

Ich persönlich möchte mich auch verbessern. Ich möchte weniger fluchen und in mancher Hinsicht optimistischer denken, weniger Zeit am Handy verbringen und dafür mehr auf mich Acht geben. Wie ich das Ganze am besten angehe? Naja, dafür gibt es bestimmt Bücher…

Selbstoptimierungswahnsinn: wann geht der Trend zu weit?

Letztendlich sollten Sie sich folgende Frage stellen: Möchten Sie die beste Version Ihrer selbst sein oder die echte Version? Wenn Sie sich jeden Morgen früh aus dem Bett quälen, um eine Stunde Joggen zu gehen, gesunde Mahlzeiten zu sich nehmen obwohl die Pizza vom Italiener nebenan so lecker ist und Sie noch nach Feierabend im Büro sitzen, dann sollten Sie sich fragen, ob Sie jetzt wirklich glücklicher sind.

Der ständige Versuch der Selbstoptimierung kann einen krankhaften Druck auslösen. Es kann sogar so weit gehen, dass einem das Gefühl vermittelt wird, man sei nie gut genug. Die Folgen sind Depressionen, Schlafmangel, der Griff zu Stimmungsaufhellern und vor allem: der Mangel an Freiheit.

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Einfache Tipps zur Selbstoptimierung

Wir müssen uns nicht ständig und in jeder Hinsicht verbessern. Denn wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, (ja, auch das gehört zur Selbstoptimierung) dann kostet es viel Kraft und Energie.
Im Wesentlichen geht es nicht darum, immer besser zu werden und dran zubleiben, sondern mit etwas Neuem anzufangen – und das muss um Gottes willen nicht perfekt sein!


Wir haben ein paar kleine Tipps für Sie, mit denen Sie sich schnell besser fühlen, ohne den Erfolgsdruck zu verspüren.
 
1. To-Do-Listen müssen nicht an einem Tag abgearbeitet werden
To-Do-Listen gelten als das A & O für gut organisierte Menschen. Noch besser, wenn diese schnellst möglichst abgearbeitet werden. Selbst wenn Sie nur einen Punkt von der Liste streichen, ist das besser, als gar nichts. Außerdem fängt genau so der Weg zur Selbstoptimierung an: mit kleinen Schritten.

2. Seien Sie ehrlich mit sich selbst
In erster Linie verbessert man sich FÜR etwas: für den Job, für den Freund, die Familie oder die Gesundheit, indem man öfters ins Fitnessstudio geht und sich gesünder ernährt. Doch machen Sie das Ganze für sich selbst? Ehrlich zu sein ist die Grundlage, um auch glücklich zu sein. Wer mit sich selbst im Reinen ist, der hat das wichtigste Mittel bereits erkannt.

3. Ernst gemeinte Komplimente machen
Manchmal sieht man auf dem Weg zur Arbeit eine Frau mit wunderschönen Haaren oder einem tollen Outfit. Anstatt innerlich zu schwärmen, sprechen Sie dieses Kompliment einfach mal aus. Es wird nicht nur Ihrem Gegenüber gefallen, auch Sie werden sich hinterher großartig fühlen.

4. Das Handy weglegen
Der einfachste Weg, den Trend zur Selbstoptimierung aufzuschnappen, ist der Weg über die sozialen Medien, die einem oft vorgaukeln, wie effektiv man sein kann. Das Handy bewusst wegzulegen bedeutet, Achtsamkeit zu erlernen und Zeit für andere Dinge zu haben: Spazieren gehen, Me-Time daheim oder mit Freunden treffen. Entscheiden Sie hier, in welcher Hinsicht Sie sich selbst verbessern möchten.

5. Gut gelaunt sein
Nehmen Sie unnötige Stresssituationen gelassen: Die Schlange beim Bäcker ist mal wieder viel zu lang und die nächste Bahn ist auch ausgefallen? Warum ärgern, wenn man es sowieso nicht ändern kann. Wenn Sie selbst gut gelaunt und freundlich bleiben, lernen nicht nur Sie selbst die Dinge anders wahrzunehmen, sondern Ihr Gegenüber womöglich auch.