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Schönheitsoperationen bei Männern: Alles was Sie wissen müssen

Jeder achte Patient, der sich heute für eine Schönheitsoperation entscheidet, ist ein Mann. Ein Überblick über die häufigsten Eingriffe zeigt, worauf Männer dabei besonderen Wert legen

Immer Männer sind mit ihrem Äußeren unzufrieden und entscheiden sich für eine Schönheits-OP
Immer Männer sind mit ihrem Äußeren unzufrieden und entscheiden sich für eine Schönheits-OP Immer mehr Männer sind mit ihrem Äußeren unzufrieden und entscheiden sich für eine Schönheits-OP iStock

Wenn Männer sich heute auf eine Schönheitsoperation einlassen, wollen sie vor allem attraktiver, fitter und leistungsfähiger aussehen. Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) von 2018 sind diese Männer körper- und modebewusst, legen viel Wert auf ihr Äußeres. Viele wollen sich nicht mehr mit den natürlichen Gegebenheiten zufriedengeben, weder mit dem genetisch bedingten Haaransatz noch mit der schrägen Nase. Doch es sind nicht nur junge Männer, die etwas machen lassen, auch 70-Jährige legen sich unters Messer. Gemäß der DGÄPC-Studie liegt das durchschnittliche Alter bei 41,4 Jahren.

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Die Gründe für die Eingriffe sind vielfältig: 20,3 Prozent versprechen sich dadurch Vorteile in der Partnerschaft, 16,2 Prozent im Beruf, während Frauen meistens jünger aussehen wollen oder ihnen gesellschaftlicher Status wichtig ist. Galten Schönheitskorrekturen lange Zeit vor allem als Frauensache, ist heute jeder achte Patient, der sich einem Eingriff unterzieht, ein Mann. Und steht bei den Frauen die Brustvergrößerung an erster Stelle, sind den Männern offensichtlich Nase und Augen am wichtigsten (20 Prozent der chirurgischen Korrekturen).

Nasenkorrektur

„Bei Korrekturen der äußeren Nase, den sogenannten Rhinoplastiken, muss man sehen, was zum Patienten passt und was technisch möglich ist“, sagt Prof. Dr. Stefan Holtmann, HNO-Facharzt aus München, der seit 35 Jahren auf Nasenchirurgie spezialisiert ist. So passen ein kurzes, fliehendes Kinn und eine prominente Nase nicht gut zusammen. Um die Wünsche des Patienten bildlich darzustellen, fertigt Prof. Holtmann erst mal eine Simulation am Computer an. „Bei uns gehören Nasen-OPs noch nicht wie im Iran zum guten Ton, doch durch Instagram und die ständigen Selfies hat sich die Sensibilisierung deutlich verstärkt.“ Männer weisen oft eine Kombination von Höcker und einer langen, großen Nase auf, „andere kommen mit Frakturen vom Boxen und nehmen die ästhetische Korrektur gleich mit.“

Nasen-OPs sind auch bei Männern sehr beliebt
Nasen-OPs sind auch bei Männern sehr beliebt Nasen-OPs sind auch bei Männern sehr beliebt iStock

Holtmann favorisiert die offene OP-Methode, bei der der Nasensteg mit einem kleinen Schnitt durchtrennt und die Haut nach oben geklappt wird. Die Operation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts. Über Nacht wird die Nase mit einer Tamponade versehen, der Nasenrücken ist für acht Tage mit einem Gips oder Tapeverband gestützt. Vier bis sechs Wochen soll sich der Patient schonen, Kontaktsport empfiehlt sich frühestens nach acht Wochen. Zu den seltenen Risiken gehören Infektionen, Nachblutungen oder ein Loch in der Nasenscheidewand. Die Kosten liegen zwischen 4000 und 6000 Euro. Da einer OP oft funktionelle Probleme zugrunde liegen, zahlen die Krankenkassen häufig mit.

Oberlidstraffung

Weil die Haut am Oberlid besonders dünn ist, erschlafft sie schneller. Es entsteht ein Hautüberschuss, der das bewegliche Lid mehr und mehr überdeckt und vor allem seitlich auf das Auge drückt – man sieht müde oder streng aus. Dieser Hautüberschuss wird bei der Oberlidplastik entfernt, gegebenenfalls mit Muskel- und Fettanteilen. „Wenn die Oberlidplastik gut gemacht ist, wirkt das Ergebnis sehr natürlich“, sagt Dr. Caroline Kim, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München.

„Die Patienten sehen danach frischer und wacher aus, ohne dass man genau sagen könnte, was verändert wurde.“ Das macht die ambulante Mini-OP gerade bei Männern beliebt. Nachdem die Linie im Sitzen angezeichnet wurde, erfolgt die Schnittführung bei Dämmerschlaf in der natürlichen Oberlidfalte. Wichtig ist, dass das Auge nach wie vor gut schließt. Geschnitten wird mit dem Skalpell; der Laser hat sich in dem Bereich nicht bewährt, da die Wundheilung länger dauert. Anschließend wird die Haut in der Lidfalte vernäht, und nach drei Stunden darf der Patient wieder nach Hause.

Die Risiken sind gering: Eine Woche kann es zu Schwellungen und Hämatomen kommen, seitlich ist in der ersten Zeit die dünne Narbe als rötliche Linie zu sehen. „Bei Brillenträgern sieht man dagegen gar nichts“, sagt Dr. Kim, weshalb sich einige ihrer Patienten für die erste Zeit nach der OP eine Fensterglasbrille besorgen. In den ersten zwei Tagen sollte man die Lider regelmäßig kühlen und mit erhöhtem Oberkörper schlafen. Nach einer Woche werden die Fäden gezogen. Kosten: ab 2200 Euro.

Liposuktion an Bauch und Hüfte

„Männer kommen meistens zu mir, weil sie einen Makel entfernen lassen wollen“, sagt Dr. Gerhard Sattler, Dermatologe und Gründer der Rosenpark Klinik in Darmstadt. Love Handles in der Körpermitte, das Doppelkinn oder der Bauch, der zu groß geworden ist. Tatsächlich haben Männer bei der Fettabsaugung einen entscheidenden Vorteil: Weil ihre Haut dicker ist, sieht das Ergebnis fast immer gut aus. Beim Bauch gilt: „Erst durch die Taille wirkt die männliche Silhouette athletisch, und der Oberkörper bekommt die attraktive V-Form“, erklärt Dr. Sattler.

Für die Liposuktion mit Tumeszenz-Lokalanästhesie führt der Chirurg zuerst ein langes Patientengespräch, eine ausführliche Untersuchung folgt. Der Eingriff dauert vier Stunden, wobei sich das Betäubungsmittel etwa eine Stunde lang im Gewebe verteilt, bevor der Arzt mit der Absaugung beginnt. Eine Liposuktion wird heute in der Regel durch Ultraschall oder Radiofrequenz unterstützt, wodurch das Fett nicht mehr mit Kraft aus dem Gewebe gelöst, sondern durch die Vibration des Stabs in die Kanüle und weiter in den Auffangbehälter gesaugt wird. Der Patient ist dabei ansprechbar und kann sich bewegen, die Kanüle führt der Chirurg über winzige Hautschnitte in den gewünschten Bereich ein. „Die Abheilung hat sich in den letzten Jahren nochmals deutlich verbessert“, sagt Dr. Gerhard Sattler. Die neuen Techniken tragen das Fettgewebe, das wie ein Parkhaus in verschiedenen Ebenen aufgebaut ist, Schicht für Schicht ab. Dadurch werden deutlich weniger Blutgefäße verletzt und die Ebenen verheilen im Anschluss besser als früher. Vier Tage nach der OP ist der Patient wieder einsatzfähig; die ersten Wochen trägt er ein Kompressionsmieder, sollte auf Sport oder sonstige Belastungen verzichten. Kosten: für Love Handles um 5000 Euro, Bauch ab 6500 Euro.

Gynäkomastie

„Bei Männern kann ein hormonelles Ungleichgewicht dazu führen, dass die Brustdrüse wächst“, sagt Dr. Christian Lenz, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus München, der etwa zweimal im Monat eine Fettdrüsen-Resektion durchführt. Jugendliche werden gemobbt, erwachsene Männer gewöhnen sich einen Rundrücken an, um ihre Brust zu kaschieren. Tatsächlich unterscheidet der Chirurg zwischen einer echten und einer Pseudogynäkomastie. Hebt der Patient die Arme nach oben und spannt die Brust an, lässt sich bei der echten Gynäkomastie ein harter, kastaniengroßer Knoten ertasten. Nachdem der Patient seinen Hormonstatus bei einem Endokrinologen abgeklärt hat, wird dieses Gewebe mit einem halbmondförmigen Schnitt um die Brustwarze herausgeschnitten.

Bei der sogenannten Pseudogynäkomastie handelt es sich hingegen um Fett. „Die Patienten haben dann richtige Brüste“, sagt Dr. Lenz. „Auffällig ist, dass Jugendliche immer dicker werden und häufig bis zu 120 Kilo wiegen. Sie nehmen allerdings auch oft schlagartig 50 Kilo ab.“ Der Facharzt klärt in einem Gespräch zuerst die Ernährung und den eventuellen Medikamentenkonsum des Patienten ab, anschließend führt er eine klassische Fettabsaugung durch. Der Zugang erfolgt entweder über die Unterbrustfalte oder die Achsel. Zu den Risiken der OP gehören blaue Flecken und sehr selten Infektionen. Beide Varianten dauern etwa eine Stunde im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Drei bis vier Wochen trägt der Patient ein Kompressionsmieder und ist bis zu zwei Wochen krankgeschrieben. Kosten: zwischen 3000 und 4000 Euro.

Der Verlauf von Haartransplantationen Schritt für Schritt
Der Verlauf von Haartransplantationen Schritt für Schritt Der Verlauf von Haartransplantationen Schritt für Schritt iStock

Haartransplantation

John Travolta, Wayne Rooney oder Prinz Harry haben sich zu ihrer Haartransplantation bekannt, und auch in Deutschland setzen immer mehr Männer ihren Wunsch nach vollem Haar in die Realität um. Dr. Murat Dagdelen, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Düsseldorf, führt dies auf die deutlich verbesserte Anwachsrate der Haare zurück, die heute bei 93 Prozent liegt.

Im Gegensatz zur klassischen Streifenmethode, bei der ganze Hautstreifen mit Haarwurzel aus dem Haarkranz entnommen werden, arbeitet Dr. Dagdelen mit der Follicular Unit Extraction, kurz FUE. Dabei handelt es sich um eine mikrochirurgische Technik, bei der eine Hohlnadel zum Einsatz kommt. Ihr Durchmesser beträgt nur 0,6 Millimeter, und sie ist somit wesentlich präziser als ein Skalpell. Blutungen entstehen bei dieser Methode fast gar nicht. Mit der Hohlnadel entnimmt der Operateur ausfallresistente Nackenhaare einzeln oder als Haarwurzelgruppe (Follicular Unit), nachdem das Areal zuvor mit Eigenblut des Patienten vitalisiert wurde. „Das ist wie Dünger für die Kopfhaut“, erklärt Dr. Dagdelen. Ideal seien zunächst drei bis fünf Eigenblutbehandlungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. Anschließend werden die Follikel-Einheiten mit etwa 4000 bis 6000 Einzelhaaren mit einer feinen Nadel in die Kopfhaut gepflanzt. Das nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch als früher, dafür ist die Wuchsrichtung natürlich, und es entstehen keine Narben.

Der Eingriff findet unter lokaler Betäubung statt und dauert zwischen vier und sechs Stunden. „Die Patienten essen dabei, hören Musik oder schlafen“, so Dr. Dagdelen, der seit 15 Jahren Haare transplantiert. Schmerzvoll sei die OP nicht, in den ersten Tagen klagen manche Patienten über ein leichtes Jucken. Sollte die Anwachsrate weniger als 75 Prozent betragen, übernimmt eine Versicherung die Kosten für den Zweiteingriff. Selten treten Infektionen oder Allergien auf die vorbereitenden Unterspritzungen auf, durch die die neuen Haare wieder ausfallen könnten. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollte man auf Sport, Sauna und direkte Sonneneinstrahlung verzichten. Kosten: zwischen 8000 und 10 000 Euro.

Botox und Filler

Behandlungen mit Botulinum und Faltenunterspritzungen sind die beliebtesten unter den minimalinvasiven Eingriffen. „Männer wollen schlanker und fitter wirken, aber nicht unbedingt jünger“, sagt Dr. Miriam Rehbein, Dermatologin in München. Ansehen solle man ihnen die kleinen Verschönerungen nicht, stattdessen seien männliche Patienten lösungsorientiert. „Manager und Büromenschen stören sich häufig an der Zornesfalte oder an Aknenarben. Homosexuelle Männer stehen hingegen auf Volumen, wünschen sich vollere Lippen und lassen sich das Gesicht mit der Fett-weg-Spritze modellieren.“ Dr. Svenja Giessler, ebenfalls Dermatologin in München, hat einige männliche Models unter ihren Patienten: „Denen habe ich das Jochbein mit großvolumigen Fillern markanter geformt.“ Generell nehmen kleine ästhetische Behandlungen wie Botox bei Männern zu, dabei werden Mimikfältchen bis zu drei Monate lahmgelegt. Durch den stärker ausgeprägten Muskel kostet die Zornesfalte bei Männern etwa 350 Euro.

Ebenso beliebt sind Hydrofacials. Dabei werden alte, verklebte Hautschüppchen mittels eines speziellen Geräts durch ein patentiertes Verfahren abgetragen, die Haut intensiv gereinigt und mit Antioxidantien, Vitaminen und Hyaluronsäure versorgt. Dadurch wirkt die Haut schon nach einer Sitzung deutlich gesünder und gleichmäßiger, vergrößerte Poren ziehen sich zusammen. Kosten: um 200 Euro. Auch beliebt bei Männern: Gesichtslaser gegen Aknenarben. „Nach drei bis vier Sitzungen erzielt man in der Regel ein sehr natürliches Ergebnis“, so Dr. Rehbein. Die Kosten für das ganze Gesicht liegen bei je 900 Euro, nur die Wangen bei 500 Euro pro Sitzung.

Dieser Artikel stammt von Tania Messner aus der Ausgabe Monsieur, die dem Madame-Heft 04/2019 beiliegt

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