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Magazin-Artikel

Reise-Guide Antwerpen: Die schönsten Hotels, Restaurants und Boutiquen

Seit 500 Jahren liefert das flämische Antwerpen den Stoff für glitzernde Träume. Die schönsten Hotels, Restaurants und Boutiquen in der Stadt der Diamanten im Überblick

Antwerpen
Antwerpen, die Stadt der Diamanten iStock

Antwerpen - Die Stadt der Diamanten

Sobald in besonders begehrten Szenevierteln der Wohnraum knapp wird, die Mieten explodieren und immer mehr gemütliche Cafés und Kneipen durch coole Coffeeshops und glamouröse Gastrobars ersetzt werden, begeben sich Künstler, Kreative und andere Trendsetter auf die Suche nach attraktiven Alternativen.

In Antwerpen, das mit einer halben Million Einwohner Lichtjahre vom hoffnungslosen Chaos einer Mega-Metropole entfernt ist, ist in jüngster Zeit das Eilandje ins Visier der Scouts geraten. In seiner neuen Rolle als Szene-Hotspot wurde die bislang unscheinbare Hafengegend an der Scheldemündung erfolgreich herausgeputzt und schmückt sich seither mit zwei attraktiven Highlights: dem alles überragenden Museum aan de Stroom und dem von Zaha Hadid erdachten Hafenhaus, das mit seiner in alle Richtungen funkelnden Fassade eine Verbeugung vor Antwerpen als Diamantenstadt darstellt.

Bei der Suche nach dem nächsten Lieblingsviertel hatten die Stadtväter selbst die Hand im Spiel, als sie im Stadtteil Berchem ein rund acht Hektar großes ehemaliges Militärgelände freigaben. Daraufhin wurde geplant, saniert und vor allem gepflanzt. Was dem neuen Trendviertel seinen Namen gab: Groen Kwartier. In den schön gemachten, leuchtend roten Backsteinhäusern war Platz für 400 Familien, die Kapelle des Militärkrankenhauses lieferte die spektakuläre Kulisse für das Sternelokal "The Jane“, aus dem alten Kloster wurde jüngst das Designhotel "August“, und gleich um die Ecke wirkt das Kulturprojekt PAKT wie ein Magnet auf Designer und Kreative.

Alles scheint im Aufbruch, während im angrenzenden jüdischen Viertel, einer der weltweit größten orthodoxen Gemeinden, die Zeit stillzustehen scheint. Doch das Bild täuscht: Nach wie vor sind jüdische Bürger federführend im Diamantenhandel, sowohl an den vier Börsen der Stadt als auch in den mehr als 100 Schmuckläden in Bahnhofsnähe. Juwelen von unschätzbarem Wert ruhen im Diamanten-Museum. Durchaus erschwingliche, von der neuen Design-Elite gefasste Glitzersteine entdeckt man auf dem Weg durch die Gouden Straatjes, am besten mit einem Guide. Einen Flughafen hat Antwerpen übrigens nicht.

Das sind die schönsten Hotels, Restaurants und Boutiquen in Antwerpen

Hotels

O Kathdral: Gegenüber der Kathedrale, die vier Rubens-Gemälde beherbergt, wählte Architekt Jo Peeters ein naheliegendes Stilmittel bei der Dekoration der ganz dunkel oder ganz hell gestalteten Zimmer: plakative XXL-Rubens-Drucke anstelle von Tapeten. DZ ab 100 Euro, hotelokathedral.com

August: Für sein erstes Hotelprojekt nahm sich der belgische Architekt Vincent Van Duysen vier Jahre Zeit. Und machte das Beste aus fünf neoklassizistischen Backsteinhäusern eines alten Klosters. Attraktives Herzstück sind Bar und Lounge in der Kapelle und die Brasserie im Kreuzgang. Café, Deli, Bibliothek und 44 Zimmer verteilen sich über das gesamte Ensemble. Küchenchef Pieter Starmans, der von Sternekoch Nick Bril beraten wird, erntet seine Kräuter im Dachgarten des benachbarten Kulturzentrums PAKT. DZ ab 170 Euro, designhotels.com

Franq: Das moderne 42-Zimmer-Boutiquehotel in einem alten Bankgebäude ist auch kulinarisch eine Schatztruhe. Spitzenkoch Tim Meuleneire verwöhnt seine Gäste tagsüber mit leichten Lunches, abends mit Fine Dining auf der Basis belgisch-französischer Cuisine. Nicht verpassen: die von Käsekenner Van Tricht zusammengestellte Auswahl. DZ ab 155 Euro, hotelfranq.com

Pilar: 17 ganz unterschiedlich gestylte Zimmer mit überhohen Decken auf drei Etagen des beliebtesten City-Hotels im Trendviertel Zuid. Unsere Favoriten: die beiden Terrassen-Suiten mit Blick auf den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt. Besonders begehrt: der Sonntagsbrunch in der "Foodbar“ – bei Sonnenschein draußen. DZ ab 125 Euro, hotelpilar.be

Restaurants und Bars

The Jane

Spätestens mit der Eröffnung des 2-Sterne- Lokals in der Kapelle des ehemaligen Militärhospitals geriet das Groen Kwartier ins Rampenlicht. Wegen seiner ausgefallenen Location, aber vor allem wegen der kulinarischen Spitzenleistungen der Erfolgsköche Sergio Herman und bis vor Kurzem Nick Bril. Paradeplein 1, Tel. 808 44 65

Sir Anthony van Dijck

Wenn es in der Stadt etwas zu feiern gibt, steht dieses gestandene Gourmetlokal in einem schönen Renaissance-Haus ganz oben auf der Liste. Das unverwechselbare minimalistische Design des belgischen Stararchitekten Axel Vervoordt machte es zu einem Hotspot für Instagrammer. Man serviert feinste flandrische Küche wie gratinierten Kabeljau mit Apfelsauce oder Räucheraalmousse mit grüner Kräutersauce. Vlaeykensgang, Oude Koornmarkt 16, Tel. 231 61 70

Graanmarkt 13

Aushängeschild dieses lifestyligen Gesamtkunstwerks ist das Zeitgeist-Bistro im Basement, in dessen offener Küche Headchef Seppe Nobels frische Zutaten aus dem eigenen Gemüsegarten zum Einsatz bringt. Das Geschirr und die Gläser kann man eine Etage höher im Conceptstore erwerben. Im zweiten Stock vermietet Ilse Cornelissens "The Apartment“. Graanmarkt 13, Tel. 337 79 92

Bistrot du Nord

Für die perfekte Interpretation der traditionellen, gutbürgerlichen Küche wurde Michaël Rewers mit einem Stern belohnt. Man speist Klassiker wie gegrillte Kalbsnieren oder Sauerkraut mit Bauchspeck in behaglichen Räumen zu moderaten Preisen. Lange Dijkstraat 36, Tel. 233 45 49

Brauerei de Koninck

Die letzte ihrer Art, gelegen im trendigen Berchem- Viertel. Unter dem gleichen Dach: das Trend-Bistro "The Butcher’s Son“, wo feine französische Küche auf den Tisch kommt. Mechelsesteenweg 291, Tel. 230 16 38

Beni Falafel

Beste Adresse für koschere Küche im jüdischen Viertel. Dries Van Noten liebt das Pita-Brot mit Hummus und Falafel. Lange Leemstraat 188, Tel. 218 82 11

Brasserie de Pelgrim

Einen Katzensprung von der Traditionsbrauerei De Koninck treffen sich dort, wo einst Pilger mit offenen Armen empfangen wurden, Nachbarn und Touristen bei leckerer flandrischer Küche. Natürlich in Kombination mit den beliebten bernsteinfarbenen Bollekes. Boomgaardstraat

12, Tel. 218 65 83

Dogma

In einer Stadt der Biertrinker eröffnete der junge Entrepreneur Didier Van den Broeck an einem eher unscheinbaren Ort seine außergewöhnliche Bar. Selbst Tafelwasser wird mit Absinth aromatisiert, Cocktails serviert man in Teekannen. Wijngaardstraat 5, Tel. 770 64 77

Sips

Chef-Mixologe Manuel Wouters, der als Chief- Bartender auf der "QE2“ um die Welt reiste, setzt auf die Perfektion der großen Cocktail- Klassiker. 100 der 300 Drinks hat er selbst kreiert. Gillisplaats 8, Tel. 234 12 75

Shopping

Het Modepaleis: Auf zwei Etagen des schönen Stadtpalasts zeigt Modepapst Dries Van Noten seine neuen Kollektionen. Nationalestraat 16

Louis: Belgiens Mode- Elite und internationale Top- Brands auf einen Streich, z. B. Ann Demeulemeester, Maison Margiela, Balenciaga, Lanvin, Vetements. Lombardenstraat 2, louisantwerp.be

The Recollection: Die Nummer eins unter den Conceptstores. Nichts als Must-haves, wie opulente Kerzenleuchter, Kunstbände, ausgefallene Keramik, superschicke Fashion-Accessoires und mehr. Kloosterstraat 54, therecollection.com

Dominique Persoone: Süßmäuler streben zielsicher zum Flagshipstore des bekannten Chocolatiers und Patissiers: "Chocolate Line“ in einem opulenten Stadtpalais. In Erinnerung an seine vielen Reisen um die Welt gibt er seinen Pralinen Namen wie Bollywood, Havanna und Atlanta. Paleis op de Meir 50, thechocolateline.be

Enes: Gert Voorjans verwandelte eine repräsentative Altbauwohnung in einen Conceptstore. Mit High- End-Fashion in den Wohnräumen, Beauty-Produkten im Bad und Kochutensilien in der Küche. Volkstraat 58, enes.be

De Gouden Straatjes: Ein Zusammenschluss von 22 jungen und bereits etablierten Goldschmieden im selben Karree. Es gibt geführte Touren, oder man besucht vom Smartphone navigiert Trendsetter wie Anne Zellien oder "O! Jewellery“ und bekannte Meisterbetriebe wie Wouters & Hendrix, Adelin oder Nadine Wijnants. degoudenstraatjes.be

Kultur

Mas: In dem 60 Meter hohen Turm des Museums aan de Stroom sind die Ausstellungsflächen durch Rolltreppen verbunden. Sterneküche mit Blick im Gourmetlokal "’t Zilte“. mas.be

Diva: Im Diamanten-Museum dreht sich alles um "the girls’ best friends“. In drei Schatzkammern werden wertvolle Juwelen aus fünf Jahrhunderten präsentiert. In der Wunderkammer wechseln die Kuratoren. Zuletzt war es Axel Vervoordt und im Anschluss das Goldschmiede-Duo Wouters & Hendrix. divaantwerp.be

Rubenshaus: Der vom Künstler selbst im italienischen Stil entworfene Stadtpalast ist ein Must. Ab 2020 kann man im neuen Rubens Experience Center noch tiefer in die Welt des Malers eintauchen. rubenshuis.be

Museum Plantin-Moretus: Mit ihrer Buchdruckerkunst waren Christoff el Plantin und Jan Moretus vor 300 Jahren die Zuckerbergs ihrer Zeit. Gebäude und Sammlung, darunter die Gutenberg-Bibel, zählen zum Unesco-Weltkulturerbe. museumplantinmoretus.be

Modenatie: Der schöne Altstadtpalast ist Sitz des Flanders Fashion Institute und der königlichen Modeakademie. Das MoMu-Modemuseum wird bis Herbst 2020 renoviert. Weiter zugänglich: der tolle Buchladen im Parterre. momu.be

Dieser Artikel ist erstmalig in der MADAME-Ausgabe 03/20 erschienen.

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