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Magazin-Artikel

Reise-Inspiration: Die Lieblingsziele der Redaktion - ganz in der Nähe

Die Zeit der (Reise-)Enthaltsamkeit schärft den Blick für Sehnsucht und Glücksorte, für die man in kein Flugzeug steigen muss. Ausgewählte Genussziele in unmittelbarer Nachbarschaft – und die Lieblings-Spots der Redaktion

Spreewald mit Haus und Wasser
Urlaub in der Nähe: MADAME-Redakteure verraten ihre Tipps iStock

Wer hätte sich das jemals träumen lassen – die ganze Welt hält den Atem an, kommt zum absoluten Stillstand. Inseln machen dicht, Metropolen verwandeln sich in Geisterstädte, Grenzen zu lieb gewonnenen Nachbarländern werden geschlossen. Der Flugverkehr ist eingestellt. Die Angst vor einer bislang unbekannten, lebensgefährlichen Krankheit fesselt uns ans Haus.

Auf meinem Schreibtisch liegt noch das Visum für die geplante Reise nach Havanna. Ich habe sie mehrmals verschoben und mich jedes Mal aufs Neue darauf gefreut. Im Internet habe ich mir bereits einen Oldtimer mit Fahrer ausgesucht. Der Mann heißt Julio, ist 45 und fährt einen einigermaßen gut erhaltenen, türkisfarbenen Cadillac Baujahr 1956. Mein Hotel hätte perfekt dazu gepasst: ein frisch aufgemöbelter kolonialer Kasten, im letzten Jahr unter der Regie von Kempinski zum „Gran Hotel Bristol“upgegradet.

Ich wollte sogar gegen meine Gewohnheit einen Koffer mitnehmen. Nicht etwa wegen der Kleider, sondern wegen der Sonnenhüte fürs Cabrio – und wegen ein paar mehr Schuhen als sonst, die ich in den Salsa-Clubs gebraucht hätte. „Don’t worry, we wait for you“, schrieb Gastgeber Alessandro auf meine Absage.

Inzwischen ist mir klar, dass das ziemlich lange dauern kann. Reisen gilt als Risiko, ist für unbestimmte Zeit tabu. Selbst wenn man wollte, man käme nicht vom Fleck. Ostern kam der weltweit verordnete Hausarrest erstmals auf den Prüfstand. Das sonnige Frühlingswetter war für viele eine harte Herausforderung. In den TV-Nachrichten sah man einen einzelnen Deutschen am menschenleeren Strand des holländischen Seebads Zandvoort in der Sonne sitzen. Als die Reporter ihn aufstöberten, verteidigte er sich mit den Worten, er sei doch allein auf weiter Flur und für niemanden eine Gefahr.

Während die Politiker das Wort „Exit“ in alle Richtungen interpretieren, bleiben wir mit unseren Träumen am PC, vor dem Fernseher, am Telefon, auf dem Balkon allein. Wann immer im Leben ich auf Diät war, habe ich am liebsten über Essen gesprochen, Rezepte gesammelt und ständig überlegt, was ich alles kochen will, sobald ich aus der Folterkammer entlassen bin. Jetzt rede ich mit meinen Freunden über Reisen. Über die, die wir schon gemacht haben und die, die wir gemeinsam erleben wollen, sobald es wieder möglich ist. Wir mailen uns Schnappschüsse geteilter Erinnerungen und Links zum Träumen.

Dabei machen wir erst mal kleine Schritte und schauen, wenn es um mögliche Ziele geht, nicht allzu weit über den Zaun. Und erinnern uns daran, dass laut Statistik schon vor der Krise Deutschland der Deutschen liebstes Reiseziel war. Offensichtlich noch mehr, seit die Wiedervereinigung die Liste der Begehrlichkeiten deutlich verlängert hat.

Wir haben Sandstrände an Nord- und Ostsee, von denen mancher Ort am Mittelmeer nur träumen kann. Ich denke da beispielsweise an Sylt und Amrum, Rügen und Usedom, Heiligendamm und Sankt Peter-Ording. Wer nicht mit vielen anderen im Zug sitzen will oder im Hotel, fährt mit dem Auto und mietet sich ein Ferienhaus. Wir haben Berge, die einen nicht erdrücken und Wanderer nicht überfordern. Genussvolles Reisen kann in diesem Fall auch heißen, sich auf die Sonnenterrasse eines Gasthofs zu setzen und die Berge einfach nur anzuschauen.

Meine persönlichen Lieblingsberge liegen gleich nebenan, in Tirol. Ich freue mich jetzt schon darauf, auf der vertrauten Strecke von Kufstein nach Kitzbühel den Wilden Kaiser aus der Ferne leuchten zu sehen. Und ich freue mich auf meine nächste Geburtstagsreise nach Leogang, wo ich die knusprige Ente mit Blaukraut in der gemütlichen Gaststube des „Kirchenwirts“ in bester Erinnerung habe. Andere planen in Gedanken ihre Skireisen für den kommenden Winter. Wer muss nach Aspen oder in den Kaukasus, wenn wir die tollsten Skiorte gleich vor der Tür haben?

Pistenfreaks träumen von den steilen Hängen des Arlbergs, während Anhänger der sanften Variante des Wintersports sich nach den Gletschern in Graubünden sehnen. Oder nach romantischen Schneeschuhwanderungen im Allgäu oder Bayerischen Wald. Wer nach einem lauschigen Plätzchen für Weihnachten und Silvester sucht, dem lege ich eine meiner Lieblings-Websites ans Herz: Unter pretty-hotels.com findet man jede Menge Stoff zum Schwelgen. Eben diese Hotels und Hideaways, die der Seele guttun: landschaftlich schön gelegen, meist familiengeführt, mit viel Liebe eingerichtet und, wenn sie Gäste bekochen, mit herrlicher regionaler Küche.

Wo Berge sind, gibt es normalerweise auch Seen – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jeder für sich ein Unikat, jeder eine Reise wert. Zur Wahl stehen Bilderbuchseen wie der bayerische Tegernsee, Kitschpostkartenseen wie der Wolfgangsee im Salzkammergut, verwunschene Bergseen wie der Schrecksee im Allgäu oder von Künstlern und Literaten gepriesene Gewässer wie der Luganer See im Tessin. All dies sind Orte, die uns dabei helfen, das Leben für einen Moment anzuhalten, innezuhalten – und gedankenverloren vorbeischwimmenden Enten hinterherzuschauen, mit einem Tret- oder Ruderboot übers klare Wasser zu fahren, auf einem altmodischen Badesteg die letzten Sonnenstrahlen des Tages einzufangen, in der Vorfreude auf einen fangfrischen Hecht oder Saibling zu einem kühlen Glas Wein, der am liebsten von einem nahe gelegenen Weinberg stammt.

In solchen Momenten darf man dann auch mal einen Moment gedanklich in die Ferne schweifen und von Palmen träumen, von Löwen und Elefanten, von den Basaren des Orients – und von kubanischen Salsa-Tänzern.

Die Lieblingsspots der Redaktion

Fernweh inklusive

Lisa Goldmann

  • Strandperle, Hamburg

Strandurlaub und Städtetrip in einem – für mich die perfekte Erholung. Vom Elbufer aus schaue ich den Schiffen nach und träume von der weiten Welt.

Natürlich ist sie längst kein Geheimtipp mehr, aber für mich ist sie immer noch ein ganz besonderer Ort. Die „Strandperle“ am Ottensener Strand, eine wunderbare Mischung aus Restaurant und Beachclub, erfüllt – mitten in Hamburg – meine Träume von Sonne und Sandstrand. Schon vor 100 Jahren genossen die Altonaer an dieser Stelle im Sommer ein erfrischendes Bad in der Elbe. Selbstverständlich in züchtiger Kleidung. Anschließend gab’s ein Glas Milch in der „Altonaer Milchhalle“. Bis heute erleben hier die vielen Stammgäste und auch Touristen ein gutes Stück Hamburg. Inzwischen mit Bier, Kartoffelsalat, Würstchen, Frikadellen und Fischbrötchen. Oevelgönne 60, Tel. 040/888 11 12

Schlossromantik

• Weissenhaus Grand Village Resort & Spa, Ostsee

Die lebendige Erinnerung an Familienferien an diesem Abschnitt der Ostseeküste Schleswig-Holsteins bewogen den millionenschweren Unternehmer Jan Henric Buettner, einen Traum zu verwirklichen: Er kaufte und restaurierte ein 400 Jahre altes, direkt an einem Naturstrand gelegenes weißes Schloss mit nicht weniger als 40 denkmalgeschützten Nebengebäuden – und verwandelte es in ein Refugium mit 55 modernen Zimmern und Suiten, an dem entspannte Lebensfreude zelebriert wird. Im Kavaliershaus gibt’s Knuspriges aus der Schlossbäckerei zum Frühstück, im Badehaus kommen Ostseesteinbutt und Tatar vom Holsteiner Rind auf den Tisch, im Schloss führt Küchenchef Christian Scharrer das „Courtier“ auf Zweisterneniveau. Das alte Kutschen- und Postgebäude bietet Platz für die Schlosstherme mit Innen- und Außenpool. DZ ab 485 Euro, relaischateaux.com

Landpartie

  • Dachauer Hinterland

Anda Wolf-Robl

Es tut so gut, am Wochenende ein Plätzchen in der Natur zu haben, an dem man den Trubel der Stadt ausblenden kann.

An sonnigen Wochenenden rollt der große Verkehr von München Richtung Süden. Umso ungestörter bin ich auf meinen langen Wanderungen durch den etwas raueren Münchener Norden. Eine meiner liebsten Anlaufstellen: Wallfahrtskirche und Schlossgut Mariabrunn bei Röhrmoos mit Schlosswirtschaft und Biergarten. Vom gutseigenen Jagdschlössl „La Rose“ führt ein Spazierweg durch Getreidefelder zu den denkmalgeschützten Drei Linden. Dort sitze ich auf einer Bank und schaue bei Föhnwetter bis zu den Dächern von München und den Gipfeln des Voralpenlandes im Hintergrund. Mariabrunn 3, Röhrmoos, Tel. 08139/86 61

Bergidyll

• Kulinarische Wanderung in Tirol Kitzbühel

Kenner nutzen goldene Herbsttage für Entdeckertouren in den umliegenden Bergen. Sei es auf eigene Faust oder – wenn man sich für die (moderate) Anstrengung zwischendurch kulinarisch belohnen möchte – als organisierte Drei-Gänge-Schmankerl- Wanderung: Der Aufstieg auf die verwunschene „Bichlalm“ wird mit einer Kaspressknödelsuppe belohnt, der Marsch durch den Wildpark Aurach mit Wildkäsekrainern und Sauerkraut. Genauso wie die „Branderhofstube“ im Wildpark ist auch der „Hallerwirt“ in Oberaurach seit 150 Jahren als Erbhof in Familienbesitz. Zum krönenden Abschluss der vierstündigen Rundtour lassen sich die Wanderer hier von den Wirtsleuten mit süßen Apfelradln und Vanilleeis verwöhnen. Mittwoch bis Sonntag, vom 10. Juli bis 7. Oktober, um 40 Euro p. P ., Buchung bis am Vortag unterkitzbuehel.com Hoteltipp: „Kitzhof“, ein Mountain-Hideaway am Ortsrand, das Besuche auf Bauernhöfen organisiert sowie Führungen durch den Alpengarten auf dem Kitzsteinhorn. DZ ab 225 Euro, hotel-kitzhof.com

Am Meer der Münchner

• Café Seeseiten, Starnberger See

Kerstin Holzer

Bei Sonnenuntergang mit Blick auf die pink-orange illuminierten Berge im See schwimmen: mein persönliches Sommerglück!

Zu den schönsten (Bade-)Plätzen am Starnberger See gehört für mich die private Liegewiese des Gasthofs „Café Seeseiten“ am Westufer. Von Seeshaupt fährt man ein Stückchen Richtung Tutzing, schon ist man da. Für ein kleines Eintrittsgeld bekommt man Zugang zur weitläufigen Badewiese mit romantischem Steg und Blick über See und Berge. Wer mag, spaziert am Ufer entlang zum Buchheim Museum in Bernried. Wer faul ist, schlendert nach dem Schwimmen nur zurück ins „Café Seeseiten“, bestellt sich ein Stück selbstgebackenen Kuchen und genießt das einmalige Panorama. Seeseiten 3, Seeshaupt, Tel. 08801/742

Zauberberg

• Hotel Bellevue des Alpes, Berner Oberland

Seit 1998 führen Silvia und Andreas von Almen in fünfter Generation eines der letzten authentischen Grandhotels in den Bergen. Die dramatische Lage des nostalgischen 100-Betten-Hotels mit Blick auf die Eigernordwand passt zu den stilvollen holzgetäfel- ❯ten Zimmern, Kronleuchtern und Clubsesseln. Bis heute dient das einzigartige Juwel immer wieder als Filmkulisse. Wenn gegen Abend die letzte Zahnradbahn talwärts gefahren ist, kehrt eine majestätische Stille ein. Ein einzigartiger Ort für Wanderer, Bergsteiger, Skifahrer, Träumer und Verliebte. DZ mit Frühstück und viergängigem Abendessen ab 365 Euro, scheidegg-hotels.ch

Flashback

• Strandbad, Altaussee

Natalie Manchot

Seit Jahren unser Ferienrefugium, erst ohne, nun mit Kindern. Aufwachen direkt am See ist wahrlich der Inbegriff von Entschleunigung.

Man wähnt sich auf einer Reise zurück in die 1950er-Jahre: ein von Bergen geschützter Bilderbuchsee mit unverbauten Ufern, hier und da Villen oder Feriensitze in blühenden Bauerngärten. Und irgendwo dazwischen mein geliebtes „Strandcafé“. Für Insider wie mich ist der Altausseer See ein verlorenes Paradies im steirischen Salzkammergut. Die Terrasse des „Strandcafé“ steht mit den Füßen im Wasser. Hier schmecken Forellen aus dem See oder Ceviche vom einheimischen Saibling genauso gut wie ein goldbraunes Wiener Schnitzel vom Kalb mit lauwarmem Erdäpfel-Vogerlsalat. Die traditionellen Badekabinen des Strandbads hat

Weinselig

  • Weingut Holzapfel, Wachau

Das Weingut ist ein Haus mit Geschichte: Es wurde vor 700 Jahren von Augustinerchorherren angelegt und Ende des 17. Jahrhunderts von Jakob Prandtauer, der auch das Kloster Melk erbaute, in einen barocken, vierflügeligen Gutshof verwandelt. Man vertreibt sich die Zeit mit Weinverkostungen, besucht die hauseigene Schnapsbrennerei, wählt im „Gutshofrestaurant“ Tafelspitz und Marillenpalatschinken zu hauseigenen Weinen oder lässt sich vom Gastgeberpaar Barbara und Karl Holzapfel ein Picknick in den Weinbergen organisieren. In den Gutshofzimmern und der Suite im Arkadentrakt sorgen farbenfrohe Stoffe von Designers Guild für englisches Countryside-Feeling. DZ ab 160 Euro, holzapfel.at

Süssmaulig

Kathrin Wirtz

Nie habe ich bessere Dampfnudeln gegessen als die bei „Dampfnudel-Uli“ – eine Regensburger Institution!

Bei jedem Heimatbesuch führt mich der Weg zu meinem Lieblingslokal in die Regensburger Altstadt. Unzählige Bilder von Prominenten an den Wänden des historischen Gewölbes im Baumburger Turm bestätigen meine Leidenschaft für meine von Konditor und Schmankerlkoch Uli Deutzer nach einem Rezept seines Karlsbader Großvaters gefertigten Leibspeise: fluffige Dampfnudeln mit cremiger Vanillesauce. Es gibt natürlich noch mehr zuckrige Gaumenkitzler, z. B.Tiroler Zwetschgenstrudel oder Apfelkücherl in Bierteig, aber auch Deftiges (für Vegetarier wie mich) wie Reiberdatschi mit Apfelmus oder Krautwickerl mit Kartoffelbrei. Watmarkt 4, Tel. 0941/532 97

Fest der Sinne

• Kulturwochenende Dresden

Das historische Herz der sächsischen Hauptstadt wirkt wie ein einziges, imposantes Open-Air-Museum. Wer nur ein Wochenende Zeit hat, sollte selektiv vorgehen: Im März wurde im Semperbau des Zwingers die Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800 wiedereröffnet. Unter den Highlights: Raffaels „Sixtinische Madonna“, Dürers „Dresdener Altar“ und die „Schlummernde Venus“ von Giorgione. Ein absolutes Must: das Restaurant „Alte Meister“ mit feiner regionaler Küche, im Sommer auf der Terrasse mit Blick auf Semperoper und Theaterplatz. gemaeldegalerie.skd.museumHoteltipp: Die „Villa Sorgenfrei“ im 15 Autominuten von Dresden entfernten Radebeul versteckt sich in einem verwunschenen Garten. Man frühstückt im liebevoll restaurierten Salon des schlossähnlichen Herrenhauses und übernachtet in einem der 14 mit Antiquitäten und Wandmalereien dekorierten Zimmer. Angebot „Dresden Kompakt“: drei Nächte mit Frühstück und einem Vier-Gänge-Menü im hoteleigenen Sternelokal „Atelier Sanssouci“, Altstadt-Tour und Abend in der Semperoper, 525 Euro, hotel-villa-sorgenfrei.de

Wanderlust

Danielle Grosch

Der Schrecksee ist einer der malerischsten Orte, die ich kenne. Perfekt, um Raum und Zeit zu vergessen.

• Schrecksee, Allgäuer Alpen

Zugegeben, der Aufstieg zu diesem für mich schönsten Hochgebirgssee der Alpen ist nichts für ungeübte Bergwanderer. Doch jedesmal, wenn ich ihn in der Ferne leuchten sehe, vergesse ich den anstrengenden Weg. Mein persönlicher Kraftplatz liegt auf 1813 Metern Höhe in einem Naturschutzgebietin der Nähe von Bad Hindelang, eingerahmt von den wiesengeschmückten Hängen markanter Bergriesen wie dem Knappenkopf, Kastenkopf und Älpelekopf. Vor dem Aufstieg stärke ich mich im Bergdorf Hinterstein mit einer ordentlichen Portion Kasspatzn auf der Terrasse des Wirtshauses „Grüner Hut“. Am kleinen See angekommen, belohne ich mich mit einem Bad im funkelnden, glasklaren Wasser. Hotel und Gasthaus „Grüner Hut“, einfache, gemütliche Zimmer ab 70 Euro, bergsteiger-hotel.de

Aristokratisch

• Schlössertour, Steiermark

Neben einem halbenvDutzend Weinstraßen, die von Graz aus in den Süden führen, ist die Schlösserstraße eine schöne Art, sich dieser einzigartigen Kulturlandschaft zu nähern. Da ist Schloss Herberstein mit Jahreszeiten- Garten und einem Zoo mit Tieren von sechs Kontinenten. Oder Schloss Riegersburg, eine auf einem erloschenen Vulkan thronende Wehrburg. In zwei Schlössern kann man wohnen: Schloss Kapfenstein, zu dem ein Weingut gehört, DZ ab 160 Euro, winkler-hermaden.at, und Schloss Obermayerhofen, als Gäste des Grafen Kottulinsky, dessen Familie das Schloss seit 1777 gehört. DZ ab 175 Euro, obermayerhofen.at

Sundowner

Monika Rose

• Goldene Bar, München

Wenn schon kein Sonnenuntergang am Mittelmeer, dann bitte ein Sundowner auf einer Terrasse mit Traumblick. Das Urlaubsfeeling kommt ganz von alleine.

Nach einem Spaziergang durch den Englischen Garten zieht es mich bei Sonnenuntergang oft auf die Terrasse der Münchner Kultbar. Neben dem Blick ins Grüne genieße ich zum Beispiel einen „Blood & Sand“, einen Cocktail-Klassiker mit Scotch, Kirschlikör, rotem Wermut und frisch gepresstem Orangensaft. Das Mittelmeer kann warten … Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, Tel. 089/54 80 47 77

Kunterbunt

• Landhotel Martinsmühle, bei Lindau

Das bäuerliche Anwesen ist ein Paradies für Kinder. Als Spielkameraden warten Hunde, Hasen, Ponys und Ziegen. Auf der Speisekarte der „Vesperstube“ locken Käsebrot,Würstl und Pfannkuchen. Man wohnt in 21 hübschen Zimmern oder im Apartment mit Platz für die ganze Familie. DZ ab 80 Euro, landhotel-martinsmuehle.de

Blaue Magie

• Künstler-Refugium, Murnau am Staffelsee

Der beschauliche Ort zu Füßen von Zugspitze und Karwendel ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Künstlerkolonie. Im Schlossmuseum und im Münter-Haus begegnet man den Gründungsmitgliedern der berühmten expressionistischen Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“: Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky. Ihr Kollege Franz Marc lebte und arbeitete am Kochelsee. Sein Haus ist heute Museum, franz-marc-museum.de

Hotel-Tipp: „Alpenhof Murnau“, stilvolles Hideaway mit neuer bayerischer Küche im Restaurant „Murnauer Reiter“, DZ ab 225 Euro, alpenhof-murnau.com

Fernöstlich

• Japanische Küche im The chedi Andermatt, Uri Dietmar Sawyere, der das alpine Luxusresort „The Chedi Andermatt“ mit dem Sternelokal „The Japanese Restaurant“ bereicherte, sorgt jetzt auch auf dem Hausberg Gütsch mit dem „The Japanese by The Chedi Andermatt“ für kulinarische Höhenflüge. DZ ab 450 Euro, thechediandermatt.com

Glücksquelle

• 7132, Vals, Graubünden

Hinter der Postleitzahl des Bergdorfs verbirgt sich ein Spa-Resort mit zwei Hotels, Chalet-Haus, sechs Restaurants und Therme. Absoluter Eyecatcher: die spektakuläre Badelandschaft der „7132 Therme“ mit einem auf 36 Grad geheizten Außenpool. DZ ab 520 Euro, 7132.com

Nach einem Spaziergang durch den Englischen Garten zieht es mich bei Sonnenuntergang oft auf die Terrasse der Münchner Kultbar.

Herzenssache

Christine von Pahlen

• Der Kirchenwirt, Leogang

Tafelspitz, Backhendl und Kaiserschmarrn mit Blick auf die Tiroler Berge – für mich eine Wohltat für die Seele!

Zu einem einmaligen Ort machen dieses Gourmetwirtshaus eine Gaststube wie aus dem Bilderbuch und ein passioniertes Geschwisterpaar, das im Restaurant „K1326“ alpine Klassiker in einer Weise umsetzt, wie es besser nicht geht. Da wird selbst ein Brotaufstrich zum kulinarischen Kick. Der historische Weinkeller birgt erlesene Raritäten, übernachten kann man in 14 Zimmer & Suiten. DZ ab 144 Euro, hotelkirchenwirt.at

Sehnsuchtsort

• Museum Hermann Hesse, Montagnola, Tessin

Die Liebe zur Natur und zum sonnigen Süden trieb den Schriftsteller 1919 an den Luganer See. Sein Wohnsitz, die Casa Camuzzi, ist heute Museum. Das Reisebuch „Mit Hermann Hesse durchs Tessin“ dient als Begleiter bei Wanderungen auf seinen Spuren. Hoteltipp: „Grand Hotel Villa Castagnola“ bei Gandria, DZ ab 350 Euro, villacastagnola.com

Verkehrsfrei

• Hiddensee, Ostsee

Wer ungestört sein will, nimmt die Fähre von Rügen nach Hiddensee. Hier bewegt man sich mit Pferdekarren, Fahrrad, zu Fuß oder per Wassertaxi. Hotel-Tipp: Hotel „Hitthim“, ein altes Fachwerkhaus am Hafen von Kloster, mit 25 Zimmern, Ferienwohnung und uriger Gaststube. DZ ab 50 Euro, hotel-hitthim.m-vp.de

Dieser Artikel ist erstmalig in der MADAME-Ausgabe 07+08/20 erschienen.

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