Fitness

Outdoor-Sport: Ist Jogging im Winter ungesund?

Bewegung an der frischen Luft kurbelt den Kreislauf an, versorgt die Zellen mit einem Extra an Sauerstoff und lässt die Pfunde purzeln. Auch im Winter. Bei eisigem Wind und gefrorenem Boden birgt die Jogging-Runde allerdings Risiken. Was es zu beachten gilt und welches die richtigen Treatments und Outfits sind, um Haut und Body bei Minusgraden zu schützen.

Jogging
So ist Jogging im Winter unbedenklich und gesund Foto: Plainpicture

Vor allem jetzt, in Zeiten von Home-Office und geschlossenen Fitness-Studios, gilt Jogging als eine bewährte Möglichkeit, um sich mental und körperlich fit zu halten und in Shape zu bleiben. Für einen spürbaren Effekt raten Experten zu ein bis zwei Jogging-Runden pro Woche. Tempo und Strecke sollten dem persönlichen Fitness-Level entsprechen und den Körper nicht überfordern.

Benefits vom Jogging

Wer regelmäßig Joggen geht, kurbelt nicht nur die Durchblutung und den (Fett-)Stoffwechsel an. Darüber hinaus verbessert sich die Nährstoffversorgung der Zellen, was wiederum positive Effekte auf die Organfunktionen, das Hautbild, den Muskelaufbau und die Knochengesundheit hat. Der erhöhte Kalorienverbrauch wirkt diätunterstützend und beugt einer möglichen Gewichtszunahme vor; im Gewebe wird weniger Fett angesetzt, stattdessen baut der Körper sukzessive neue Muskelfasern auf. Regelmäßiges Jogging sorgt für eine athletische Silhouette und ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Zudem pusht die körperliche Anstrengung die Ausschüttung von sogenannten Glückshormonen (wie Serotonin) und kann nachweislich stimmungsaufhellend wirken. 

Ist Jogging im Winter ungesund?

Wenn die Temperaturen sinken und der Boden gefriert, kann die geliebte Jogging-Runde riskant werden. Zum einen, weil man auf dem schneematschigen, gefrorenen oder mit Eis überzogenen Boden einen deutlich schlechteren Halt hat und ausrutschen, umknicken oder gar stürzen kann. Zum anderen, weil die eisigen Temperaturen und Windböen die Haut und Atemwege nachhaltig schädigen können; gleiches gilt (vor allem bei falscher Kleidung) für die Muskulatur. Experten raten deshalb ab einer Außentemperatur von -10 Grad vom Jogging (und ähnlichen Outdoor-Intensivtrainings) ab.

Tipps, mit denen das Jogging winterfest wird

1. Haut

Kurz vor dem Jogging unbedingt auf feuchtigkeitshaltige Augengels oder Gesichtsfluids verzichten! Sie könnten auf der Haut zu winzigen Mikrokristallen gefrieren und die Haut schädigen. Gesicht und Lippen stattdessen mit einer fettreichen Creme schützen und geschmeidig halten – bei eisigem Wind und Sport in Höhenlagen sind spezielle Wetterschutzcremes oder klassische Vaseline ideal. Tipp: Varianten aus der Baby-Abteilung! Sie sind schadstoffgeprüft und auch für sensible Haut geeignet.

2.  Atemwege

Richtiges Atmen ist vor allem bei nasskaltem Winterwetter unerlässlich: durch die Nase ein-, durch den Mund ausatmen. Um die Atemwege vor der eisigen Luft und Windstößen zu schützen, zudem einen Schal oder eine Gesichtsmaske (aus dem Berg- und Skibedarf) tragen; die Augen können mit einer Sportbrille geschützt werden. Tipp: Langsam loslaufen und das Tempo erst nach Hälfte der Strecke steigern, um die Atmung zunächst flach zu halten (anstatt die eisige Luft von Anfang an sehr tief ein- und auszuatmen). Schützt die Bronchien vor Unterkühlung.

3. Muskulatur

Den Oberkörper (vor allem Brust und Rücken) sowie die Beine mit Funktionskleidung schützen – ideal ist ein Zwiebel-Look, der die Luft zirkulieren lässt und zwischen den einzelnen Schichten erwärmt. Direkt auf der Haut keine Baumwolle tragen (auch wenn sich’s im ersten Moment angenehm anfühlt), denn die würde vom Schweiß nass werden und kalt auf der Haut kleben. Funktions- oder Skiwäsche transportiert Feuchtigkeit nach außen und hält dauerhaft warm.

4. Gelenke

Speziell für unebenem Untergrund gibt es Laufschuhe mit kräftiger, rutschfester Sohle und einer besonders dicken und festen Polsterung. Das sorgt für deutlich mehr Halt und beugt dem Umknicken und Wegrutschen vor. Goretex-Materialien schützen zudem vor Nässe. 

Tipp: Wer Probleme mit dem Bewegungsapparat hat, etwa zu Gelenkbeschwerden oder Knieschmerzen neigt, sollte orthopädisch optimierte Laufschuhe sowie speziell angefertigte, abfedernd wirkende Einlagen tragen. Und anstatt zu joggen lieber walken, weil das die deutlich gelenkschonendere Variante ist.

Autor: Ann-Sophie Friedrich