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Nachruf zum Tod von Peter Lindbergh

Chefreporterin Melanie Jassner hat die Fotografen-Ikone Peter Lindbergh im Februar zum Interview getroffen. Zu seinem Tod hat sie ihre Einrücke in ein paar persönliche Worte verfasst

Peter Lindbergh hält eine Kamera in der Hand und lacht
Für Peter Lindbergh war die Fotografie mehr als nur ein Beruf. Ein Nachruf Getty Images

Peter Lindbergh kam mit Schwung in den Raum, lachte und sagte: "Hach, ich freue mich.  Über was reden wir?" –  "Über Sie, Herr Lindbergh", sagte ich.

Er fand, es gäbe doch interessantere Themen. Das sagt im Grunde alles.

Der Mann, der mit seiner "No-Make-up-Fotografie" Ende der Achtziger das Frauenbild neu geprägt hat, und zur größten Fotografenikone weltweit wurde, nahm sich selbst so wichtig wie Donald Trump den Klimawandel. Wissen Sie, meinte er, mit einem Lausbubengrinsen: "Frauen sind so viel mutiger und interessanter als Männer. Das sage ich ständig. Dadurch habe ich ein paar wenige Freunde verloren, aber viele Freundinnen gewonnen. War ein guter Deal." Während des Interviews haben wir viel gelacht. Es war ein bisschen, als säßen wir in der letzten Reihe in der Schule und würden Streiche aushecken.

Chefreporterin Melanie Jassner zusammen mit Peter Lindbergh
Was blieb: Ein Interview, tolle Eindrücke und ein Foto mit Peter Lindbergh und Melanie Jassner Privat / Melanie Jassner

In drei Worten sollte ich ihn beschreiben. "Talentiert, humorvoll und bodenständig" war meine Wahl. "Boah, das ist aber schön!", seine Antwort. Dass die Frau, die das sagt, kein Make-up trägt, befand er, mache das Ganze noch wertvoller. Sein Frauenbild, es war so besonders, so echt. Er hatte die hübschesten Frauen der Welt vor der Linse, aber was Menschen wirklich schön macht, befand er, sei das: "Das Schönste, was es gibt, ist, man selber zu sein. Wenn die Augen glänzen und man hat was zu sagen, und sagt auch was, dann ist man immer schön." Er war auf jeden Fall immer er selbst. Und auch gerade deshalb so besonders.

Zum Abschied gab es drei Küsschen und ein väterliches Kneifen in beide Wangen: "Melanie, das war wundervoll mit Ihnen! Hoffentlich auf bald."

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