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Model, Freigeist, Vorbild: Adwoa Aboah im Interview

Model, Vorbild, Freigeist und mehr: Adwoa Aboah hat viele unterschiedliche Facetten. Im Interview mit MADAME.de sprach sie über einige ihrer Herzensprojekte

Adwoa Aboah spricht im Interview mit MADAME.de über die neue Zalando Kampagne und Herbstrends
Adwoa Aboah sprach über ihre Rolle in der Modeindustrie, neue Projekte und ihre eigene kleine Firma "Gurls Talk" PR

Adwoa Aboah: Ein Model mit Ecken und Kanten

Ihre unvergleichliche rauchige Stimme und ihr breites Lächeln sind ansteckend. Sie trägt bunte Hemden zur Boyfriend Jeans und meist Socken mit Muster zu Sneakern, egal ob privat oder zu offiziellen Events. Sie gehört nicht zu den typischen Models, die man gerade jetzt zur Fashion Week über die Laufstege in New York, Mailand und Paris schweben sieht. Zwar lief die 27-Jährige bereits für Versace, drehte Werbespots für Revlon und war im Hollywoodfilm "Ghost in the Shell" zu sehen. Viel lieber engagiert sie sich aber für ihre Herzensprojekte, wie die von ihr gegründete Selbsthilfe-Plattform "Gurls Talk".

Das Model verdankt ihren Namen ihrem Geburtstag - im wahrsten Sinne des Wortes: Adwoa bedeutet in Ghana "an einem Montag geboren". Ihr Vater kommt aus Afrika, ihre Mutter aus England. Während ihrer Schulzeit leidet sie unter starken Depressionen und mentalen Problemen, muss 2015 sogar in eine Klinik - die Unterstützung, die sie anderen jungen Frauen heute gibt, hätte sie sich damals selbst gewünscht.

Adwoa Aboah ist ein Model mit Ecken und Kanten. Eine Frau, die etwas bewegen möchte. Sie will Vorbild sein, für Mädchen und Frauen, die ähnliche mentale Probleme haben, wie sie früher. 2016 gründete sie deshalb die Plattform "Gurls Talk", um Gleichgesinnten eine Plattform und einen Ort zu bieten, an dem sie frei über Sorgen sprechen können. Kein Wunder, dass Zalando sie - neben anderen starken Persönlichkeiten, wie Alice Hurel oder Leroy Mokgatle - für die neue "Free To Be"-Kampagne auswählte. Wir wollten mehr über die junge Frau, ihr Leben und ihre Visionen erfahren.

Model Adwoa Aboah im Interview mit MADAME.de

MADAME.de: Sie sind eines der Gesichter der neuen "Free To Be"-Kampange von Zalando. Darin geht es um starke Persönlichkeiten, Einzigartigkeit und das Recht, sich frei auszudrücken. Wie machen Sie selbst das am liebsten? Wie sind Sie frei?

Adwoa Aboah: Indem ich mich auf meine Instinkte verlassen kann und das tue, was wirklich getan werden muss. Wenn ich mich auf meinen eigenen Weg verlassen kann, mir selbst vertraue und nicht auf andere höre, die mir erzählen wollen, was ich wirklich tun sollte. Das hat natürlich viel mit Zeitmanagement zu tun. Und es kann wirklich alles sein: Früh morgens aufwachen, ins Fitnessstudio gehen und dann in den Tag starten. Einfach so, dass ich mich frei fühle, meinen eigenen Tag bestimmen zu können.

MADAME.de: Der Fashion Week-Marathon für Frühjahr/Sommer 2020 ist in vollem Gange. Was sind Ihre ganz persönlichen Highlights?

Adwoa Aboah: Diese Saison laufe ich gar keine Show, weil ich an so vielen anderen Events teilnehme. Trotzdem bin ich natürlich ein Teil der Fashion Week. Die Show von Molly Goddard war wunderschön. Ich bin verrückt nach Mode, deshalb halte ich mich selbst auch immer auf dem Laufenden. Richard Quinn war wieder sehr spektakulär - für ihn laufe ich sonst auch. Zudem hat der Modefotograf Tim Walker eine Ausstellung in London eröffnet, das war mein Lieblingsevent bisher.

MADAME.de: Sie treffen so viele Menschen in der Modeindustrie - haben Sie ein Idol oder eine Ikone, die Sie als Vorbild sehen?

Adwoa Aboah: Ich finde Miuccia Prada sehr inspirierend. Sie ist eine wahre Ikone und mein größtes Vorbild.

MADAME.de: Sie fliegen für Ihre Jobs um die ganze Welt und arbeiten viele Stunden mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Sind Sie es jemals leid, in der Modeindustrie zu arbeiten? Wollen Sie manchmal ausbrechen und etwas ganz anderes machen?

Adwoa Aboah: Ganz ehrlich: Nein! Ich kann so glücklich sein und sagen, dass ich alles mache, was ich immer machen wollte. Ich modele ja nicht nur, das ist zwar ein großer Teil meines Lebens, aber nicht alles. Zu meiner Karriere und meinem Alltag gehört viel mehr. Und das alles füllt mich sehr gut aus. Manchmal ist es viel, das stimmt. Aber genau das ist wichtig für mich: Viele unterschiedliche Dinge, an denen ich arbeiten kann, die mich sehr glücklich machen. Das ist meine Bestimmung. Natürlich gibt es Tage, an denen denke ich "Stopp", ich brauche Schlaf, aber das hat ja jeder mal.

MADAME.de: Wie Sie eben schon sagten: Sie modeln nicht nur, sondern sind auch Gründerin von "Gurls Talk". Das ist eine Plattform, auf der sich Mädchen und Frauen über verschiedene Themen austauschen können, ihre Gedanken teilen und Hilfe bekommen. Wie kamen Sie zu der Idee?

Adwoa Aboah: Die Plattform "Gurls Talk" habe ich aufgrund meiner eigenen Vergangenheit gegründet. Es gab einfach nichts, wo sich Frauen austauschen und offen über ihre Probleme sprechen konnten. Wir planen gerade eine große Schultour. Ich spreche vor allem in Highschools in London, weil die Probleme oft schon dort beginnen. Außerdem habe ich einen Podcast, der sich mit ähnlichen Sorgen von Mädchen und Frauen befasst - es passiert so viel gerade, das ist toll!

MADAME.de: In 2017 waren Sie mit "Gurls Talk" bei einem Event in Berlin zu sehen und haben live gesprochen. Planen Sie einen weiteren Besuch?

Adwoa Aboah: Ich würde sehr gerne noch einmal nach Berlin. Ich kann gar nicht glauben, dass das letzte Event schon zwei Jahre zurückliegt. Es gibt noch kein konkretes Datum, aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt.

MADAME.de: Sie haben eine große Verantwortung gegenüber diesen Frauen und viele sehen Sie als Vorbild. Auch die Modeindustrie hat eine große Verantwortung. Die Branche ist schließlich nicht nur ein glamouröser Ort, sondern oft auch sehr harsch und kühl. Würden Sie sich wünschen, dass auch schwierige Themen besprochen werden und nicht, weil sie zu unelegant sind, unter den Tisch gekehrt werden?

Adwoa Aboah: Für eine bessere Welt brauchen wir frische Gedanken. Ich habe mich zum Beispiel gerade mit dem BFC (British Fashion Council) zusammengetan, um eine Art Förderprogramm zu erstellen. Es ist wichtig, über diese bunte, verrückte Modewelt, in der ich arbeite, aufzuklären. Wenn man neue, motivierte Leute in die Industrie bringt, dann ändert sich etwas. Frische Ideen können aufblühen und neue Ansätze entstehen. Gerade jüngere Menschen haben ganz andere Erwartungen und Ansichten, die unbedingt auch in die Modebranche einfließen sollten.

MADAME.de: Eine letzte Modefrage: Was ist Ihr absolutes Muss für diesen Herbst? Welchen Trend lieben Sie am meisten?

Adwoa Aboah: Oh, das ist schwer. Ich trage eigentlich gar keine Trends, sonder wirklich nur das, was mir gefällt. Im Herbst und Winter empfehle ich immer: Tragen Sie so viele Schichten wie möglich, es ist schließlich kalt! (lacht)

MADAME.de: Haben Sie denn ein Lieblings-Kleidungsstück, das Sie in dieser Saison tragen?

Adwoa Aboah: Im Moment liebe ich Cowboystiefel. Ich habe ein tolles Paar in Pink. Stiefel sind super für die Herbstzeit. Lange High Heel-Boots sehen einfach immer toll aus, egal was man dazu trägt. Und ich mag aktuell sehr gerne Männerkleidung. Große Anzüge sehen an mir oversized aus und sind super bequem.

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