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Gesundheit

Migräne: Was hilft gegen die starken Kopfschmerzen?

20 Prozent der deutschen Frauen leiden einmal im Monat an Migräne. Doch was hilft gegen die starken Kopfschmerzen und woher kommen sie? Wir zeigen Ihnen, was Sie gegen Migräne tun können

Frau mit schwarzem Kleid und schwarzem Regenschirm steht vor einem wolkig grauem Hintergrund, ihr Kopf ist weg, stattdessen ist dort eine Wolke aus Kopfschmerzen und Migräne
MADAME.de zeigt Ihnen, was Sie gegen Migräne tun können iStock

Woran erkennt man Migräne?

Migräne sind schwere Kopfschmerzen, die wiederholt auftreten. Sie sind meist nur auf einer Seite des Kopfes, pochen pulsierend und die Betroffenen beschreiben sie als "Nadeln im Kopf" oder "Presslufthammer hinter der Schläfe". Migräne wird zudem von weiteren Symptomen begleitet, die einzeln oder zusammen auftreten können: Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit sind die gängigsten. Einige sehen zudem eine Aura, die sich durch Sehbeschwerden - wie etwa schwindende Sehkraft, Blitzlichter, Zickzack-Linien, blendende Kreise oder Vierecke - äußert. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Augen offen oder geschlossen sind.

In den Tagen vor einem Migräne-Anfall leiden einige der Betroffenen Tage oder Stunden vor dem Anfall an Heißhunger, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die Licht- und Lärmempfindlichkeit kann auch bereits in dieser Zeit auftreten.

Von Migräne-Attacken betroffen sind besonders jüngere Erwachsene und Frauen, aber auch Raucher und Übergewichtige.

Was sind die Ursachen von Migräne?

Die genaue Ursache von Migräne ist bis heute nicht geklärt. Forscher sind sich jedoch einig, dass die Gene eine nachweisliche Rolle spielen. Deshalb sind im familiären Umfeld häufig mehrere Personen von der Krankheit betroffen. Es wird davon ausgegangen, dass bei den Betroffenen Botenstoffe wie Serotonin, Noraderenalin und CGRP im Ungleichgewicht sind, was die Schmerzempfindlichkeit der Gefäße im Kopf erhöht. Dadurch wird Migräne wahrscheinlich begünstigt. Wissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass bei Migräne die Blutgefäße im Bereich der Hirnhaut entzündet sind, was die starken Schmerzen erklärt.

Was sind Migräne-Auslöser?

Bekannte Migräne-Auslöser sind emotionaler Stress, Hormonschwankungen, Gerüche, Wetterwechsel oder bestimmtes Gewitter, Schlafmangel, Änderungen vom Schlaf-Rhythmus, Alkohol, Rauch, große Höhen und das Auslassen von Mahlzeiten. Ebenso kann das Abfallen von Anspannung, zum Beispiel zu Beginn des Urlaubes, ein Auslöser von Migräne sein.

Frau mit hellblauer Jacke und kurzer Sporthose joggt an der Strandpromenade während des Sonnenuntergangs um Migräne vorzubeugen
Dreimal wöchentlicher Ausdauersport wie Joggen oder Walken kann gegen Migräne helfen iStock

Was hilft akut gegen Migräne-Kopfschmerzen?

Dunkelheit und Ruhe

Schließen Sie die Vorhänge und Jalousien, sodass es möglichst dunkel im Raum ist. Gibt es die Möglichkeit nicht, kann eine Schlafbrille die nötige Dunkelheit herstellen. Es gibt sogar spezielle Schlafbrillen für Migräne-Patienten, die Kühlakkus enthalten. Die Kälte kann die Kopfschmerzen zusätzlich lindern.

Koffein

Koffein hat positive Effekte bei Migräne und Spannungskopfschmerzen. Im Blut verengt Koffein die Blutgefäße und kann so Kopfschmerzen bekämpfen. Deshalb gibt es sogar Migräne und Kopfschmerz-Medikamente, die eine Mischung aus Schmerzmitteln und Koffein enthalten. Zudem wirkt es beschleunigend, sodass die Schmerzmittel schneller wirken können. Ein doppelter Espresso mit einem Schuss Zitrone ist ein Hausmittel gegen Migräne, das seit Langem genutzt wird.

Medikamente

Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen und Aspirin können die Schmerzen verringern. Bei sehr starken Kopfschmerzen können Sie auch verschreibungspflichtige Triptane oder Nasensprays nehmen, die besonders starke Migräne-Attacken abschwächen. Für alle, die mehr als zweimal im Monat an Migräne leiden, gibt es zusätzlich Medikamente, die die Häufigkeit der Anfälle verringern sollen.

Wie was hilft vorbeugend gegen Migräne?

Sport

Einen akuten Migräne-Anfall verschlimmert Sport bei den meisten Patienten, zur Vorbeugung sind dreimal wöchentlich 40 Minuten Ausdauersport jedoch genauso wirksam, wie das prophylaktische Medikament Topimarat. Das zeigte eine Studie an der schwedischen University of Gothenburg

Eine Studie am Universitätsklinikum Kiel hat außerdem gezeigt, dass sportliche Betätigung sich deutlich positiv auf die Stärke, Häufigkeit und Dauer einzelner Migräne-Attacken auswirkt. „Vor allem der Sport im aeroben Herzfrequenzbereich zur Steigerung der Ausdauer, zum Beispiel durch ein ausreichend effizientes Lauftraining, soll hierfür in besonderem Maße geeignet sein“, so Dr. Stephanie Darbaneau, die die Studie begleitete. Von den getesteten 52 Patienten hielten 28 den Trainingsplan durch, der dreimal die Woche für 30 Minuten Sport beinhaltete. Die Hälfte der Patienten sollte joggen, die andere Hälfte walken. Die Jogging-Gruppe konnte die Anzahl der Migräne-Tage um 17,2 Prozent senken und die Kopfschmerz-Stunden um 21,8 Prozent, die Walking-Gruppe hatte durchschnittlich 1,3 Migräne-Attacken weniger im Monat.

Außerdem gilt Yoga als besonders hilfreich bei Migräne-Patienten, da es den Stresspegel senkt und zur Entspannung beiträgt.

Botox

Wer mehr als 8 Attacken im Monat hat, die länger als 15 Tage andauern, kann sich seit 2011 in Deutschland mit Botox behandeln lassen. Mit dem Nervengift, das vor allem zur Verringerung von Falten verwendet wird, werden bestimmte Muskeln unter der Haut gelähmt, was die Kopfschmerzen verringert.

Migränespritze

Für schwer betroffene Patienten, bei denen vier bis fünf prophylaktische Therapien erfolglos geblieben sind, gibt es eine Migräne-Spritze zur Vorbeugung. Sie enthält den neu entwickelten Antikörper Erenuab und wird den Patienten einmal im Monat unter die Haut gespritzt. Er schwächt die Attacken ab und verringert ihre Häufigkeit.

Frau mit rosa Mantel steht vor einer Steinmauer und trackt mit ihrem iPhone ihre Migräne und Kopfschmerzattacken
Spezielle Apps können Migräne-Patienten helfen, ihre Beschwerden besser zu verstehen und so zu verringern M-Sense / PR

Hilfreiche Apps bei Migräne

M-Sense

Die App M-Sense ist ein Migräne-Tagebuch, das speziell gegen Migräne und Kopfschmerzen entwickelt wurde. In der zertifizierten Medizin-App können Betroffene ihre Schmerzen und potenzielle Auslöser dokumentieren, viele vorbeugende und akut-helfende Therapiemethoden finden sowie einen Medikamenten-Tracker nutzen. Ziel ist es, mit Hilfe des Tagebuchs individuelle Migräne-Auslöser zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzusteuern.

ADA

Die App ADA kann bei der Diagnose von Krankheiten helfen. Dafür fragt sie nach Ihren Symptomen und aktuellem Gesundheitsstand. Nachdem Sie Ihre Beschwerden beschrieben haben, stellt ADA eine Reihe von Fragen, die dabei helfen sollen, Ihre Symptome genauer zu bestimmen und weitere Krankheiten auszuschließen. Am Ende erhalten Sie mehrere mögliche Diagnosen und weitere Informationen zum Krankheitsbild. Außerdem gibt es zusätzliches Wissen wie Verlauf, Dauer und Behandlungsmöglichkeiten. Wer seinen Standort teilt, erhält sogar eine Liste mit Ärzten in der Umgebung. Auch diese App können Sie zur Aufzeichnung des Verlaufes Ihrer Symptome nutzen.

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