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Magazin-Artikel

Miami: Eine Reise in die Vergangenheit der lebendigen Stadt

Miami ist nicht nur farbenfroh, sondern hat auch eine spannende Vergangenheit. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise zu den Orten, die Sie bei einem Besuch in der zweitgrößten Stadt Floridas nicht versäumen sollten

Ocean Drive in Miami
Palmen, Oldtimer und blauer Himmel - ein bekanntes Bild in Miami iStock

In den letzten Jahrzehnten durchlebte Miami einen großen Wandel

Charmante Hochstapler, lüsterne Millionäre, schöne Frauen und eine Prise Mafia – Billy Wilder wusste, was er tat, als er das Setting für seine Komödie „Some Like It Hot“ ins Miami der Roaring Twenties legte. Inzwischen hat die Metropole an der Südspitze Floridas alle Höhen und Tiefen einer amerikanischen Großstadt durchlebt: den Glam der 50er, die Zuwanderung von Lateinamerikanern in den 60ern, die Blütezeit von Drogenhandel und Korruption der 80er. Heute ist die Stadt, in den Nullerjahren durch die Gründung der Art Basel Miami Beach in die Reiseroute der mondänen Kunstkarawane aufgenommen, auch in den Augen ihrer früheren Verächter vollends rehabilitiert. Und hat sich doch erhalten, wofür sie heimlich geliebt wurde: Beach-Lässigkeit, das nostalgische Ambiente eines Movie-Sets und einen Schuss Unberechenbarkeit.

Das "Faena Hotel" entführt seine Gäste in eine Welt voller Glamour

Zu den einfallsreichsten Figuren der Stadt, die immer für eine Überraschung gut sind, gehört derzeit Alan Faena. Der argentinische Immobilienmogul gibt sich nicht damit zufrieden, mit dem „Faena Hotel“ am Strand von Miami Beach ein Schmuckstück geschaffen zu haben, das einen schon beim Eintritt in ein glamouröses Paralleluniversum mit viel sinnlichem Rot, Animal Print, Wandmalerei und Damien-Hirst-Kunst zieht – das Dekor verantwortete Baz Luhrmann, Regisseur von „The Great Gatsby“. Faena verwandelt den gesamten Straßenblock gleich mit Boutique, Art Center und sagenhaft teuren Eigentumswohnungen in einem Komplex von Stararchitekt Norman Foster in eine Art Mini-Utopia namens Faena District. Das gefällt auch Gästen wie Madonna und Jeff Bezos. Zur letzten Art Basel Miami Beach organisierte der exzentrische Argentinier erstmals Kunstprojekte am Strand; seine Gäste zogen anschließend in Faenas Nachtclub „Samsara“ weiter, dessen Cabaret-Programm die Dekadenz der 20er-Jahre aufleben lässt. Wenn Faena sich dort blicken lässt, wie immer in Weiß gekleidet und mit Hut, denkt man unweigerlich an den großen Gatsby. Auch über dessen flamboyantes Privatleben (und den Ursprung seines Vermögens) zerbrach sich das Umfeld gern die Köpfe.

Die Art Basel Miami Beach ist ein beliebter Treffpunkt für Künstler

Street Art in Miami
Auch Street Art spielt bei der Art Basel in Miami Beach eine große Rolle iStock

Kunst und Kapital sind in Miami eine stabile Beziehung eingegangen, seit die Stadt 2004 durch die jährliche Kunstmesse so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. „Developer“, Stadtentwickler, treiben die Transformation der Stadt weiter voran. Der „Miami-Effekt“ sieht so aus: Die Kunst lockt Publikum an (80 000 Besucher waren es zur Art Basel Miami Beach 2018), Investoren bieten ihm neue luxuriöse Hotels, Restaurants und edle Residenzen. So wurde aus dem einstigen Schmuddelviertel Wynwood mit seinen Lagerhallen ein pittoreskes Galerienviertel mit jeder Menge Street-Art, quirligen Cafés und Boutiquen. Der Design District erlebte einen Boom von High-End-Boutiquen von Prada bis Louis Vuitton und Interior-Läden. Up and coming ist derzeit das Downtown-Viertel Brickell, wo in Laufnähe zum Hotel „Mandarin Oriental“ neue Shops und schicke Lokale aus dem Boden schießen.

"Acqualina" - ein Dorf voller Luxus-Apartments in Miami Beach

Auch neben dem Luxushotel „Acqualina“ im nördlichen Teil von Miami Beach entsteht ein nobles Dorf mit Kino, Eislaufhalle, Hundepark und zwei Glastürmen mit 245 neuen Apartments. Für das Interior der Lobby haben die „Acqualina“-Eigentümer Jules und Eddie Trump (nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem US-Präsidenten, darauf legen sie Wert) Karl Lagerfeld gewonnen. Wer sich in den „Acqualina“-Towers eine Zweit- oder Drittresidenz zulegt, wird nicht nur mit Hermès-Tableware ausgestattet, er profitiert auch von den Annehmlichkeiten des benachbarten Luxushotels mit imposantem Spa und formidablen Restaurants.

Trotz aller Wandlungen bleibt der Charme der Stadt erhalten

Ocean Drive in Miami
Der Ocean Drive in Miami ist bekannt für seine vielen Art-déco-Hotels iStock

Dass die Verwandlung Miamis noch nicht abgeschlossen ist, scheint klar. Demnächst will die prominente Sammlerfamilie Rubell ihre Kollektion mit Werken von Jeff Koons, Basquiat und Cindy Sherman ins Industriegebiet Allapattah verlegen – eine Frage der Zeit, dass dann auch Miamis Westen boomen wird. Bleibt auch etwas beim Alten? Doch. Am legendären Ocean Drive bummeln Touristen an Gianni Versaces ehemaliger Villa entlang, während pastellfarbene alte Cadillacs vorbeigleiten und auf der anderen Straßenseite Kinder am Strand Sandburgen bauen. Tagsüber von etwas verblichenem Charme, erwacht der Ocean Drive mit seinen Bars und Clubs abends verlässlich zum glitzernden Ausgehviertel. Anderntags kann man in Little Havana immer noch für 50 Cent einen kubanischen Kaffee trinken und den alten Männern im Park an der Calle Ocho beim Dominospiel zugucken, während aus jedem zweiten vorbeifahrenden Truck Mambo-Musik klingt. Obwohl: Auch hier findet ein Wandel statt. Schon ziehen die ersten Millennials ins lebendige Latino-Viertel mit seinen ein stöckigen Häusern. Dort sind sie noch bezahlbar.

Unsere Reisetipps für Miami

Hotels

  • Das glamouröse Faena Hotel Miami Beach lockt in eine filmreife Parallelwelt mit Art-déco-Touch. Den Weg zum Strand bewacht ein Mammut-Skelett von Damien Hirst, im Restaurant „Pao“ beäugt sein „Unicorn“ die Gäste. Extravagant: die Nightclub-Performances, die Bar mit Salon-Atmosphäre und die exquisit kuratierte Boutique.
  • 98 Zimmer bietet das elegante Acqualina Resort & Spa in Miami Beach, zusätzlich 188 Residenzen, deren Eigentümer eine beeindruckende Rolls-Royce-Flotte stellen. Die italienischen Einflüsse in Restaurant und Beach-Grill verdankt das Haus einer Freundin der Eigentümerfamilie: Sophia Loren. Lohnend: Das Acqualina organisiert exklusive Jacht-Trips durch die Biscayne Bay.

Essen und Trinken

  • Im Bâoli Miami an der trubeligen Ausgehmeile Collins Avenue in South Beach gibt es asiatische Fusion-Küche – und zum Gucken viel hippes Kunstvolk.
  • Wer lange durch das Street-Art-Viertel Wynwood flaniert ist, kann sich im KYU bei japanischen Barbecue-Spezialitäten in unkompliziertem Ambiente stärken.
  • Die neue Rooftop-Bar Sugar erweist dem Movie „Some Like It Hot“ die Ehre: Sugar hieß die sexy Filmheldin mit der Ukulele, gespielt von Marilyn Monroe. Im 40. Stockwerk des „Hotel East“ warten ein sinnliches Hideaway mit chinesischen Referenzen, gute Drinks, Snacks und spektakuläre Ausblicke.

Kultur

  • Die Rubell Family Collection präsentiert eine der größten privaten Sammlungen zeitgenössischer Kunst. Unter anderem zeigt das Haus bis 29. Juni Werke von Purvis Young.
  • Die Wynwood Walls, Miamis Freiluftmuseum mit knalliger Street-Art an Häusern und Mauern, lohnen einen Abstecher ins ehemalige Lagerviertel, das sich mit kleinen Boutiquen und Cafés längst zur Touristenattraktion gemausert hat.

Dieser Artikel erschien erstmals im MADAME Magazin 04/19

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