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Leben

Lebenselixier: Neueste Erkenntnisse zum Thema "Wassertrinken"

Ob Supermodels, Beauty-Profis oder Ärzte - sie alle schwören auf Wassertrinken als Geheimnis von Schönheit und Gesundheit

Wassertrinken ist wichtig für den täglichen Lebensrythmus
Wie ändert sich das Thema "Wassertrinken" bei der aktuellen Sorge um Mikroplastik? iStock

In Sachen Wassertrinken war man sich stets einig: Es hält den Stoff wechsel am Laufen, steigert die Konzentration, sorgt für einen schlanken Körper und eine pralle Haut. Nun wird der Benefi t für Gesundheit und Aussehen neu überprüft. Der Grund: die Sorge um Mikroplastik in Ozeanen, Seen und jüngst auch im Trinkwasser. Gemäß einer Studie, die das Presseportal Orb Media veröff entlichte, wurden im Herbst 2017 in 93 Prozent der weltweit entnommenen Trinkwasserproben Plastikpartikel nachgewiesen. Und Ende letzten Jahres stellten Forscher aus Österreich sogar erstmals Plastik im menschlichen Stuhl – also im menschlichen Körper – fest. Welche Auswirkungen hat das auf die Gesundheit? „Man weiß noch nicht, wie Mikroplastik auf den Körper wirkt, doch bislang gibt es keinen Grund zur Sorge“, entwarnt Professor Ulrich Fölsch, Internist und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung bleibt dabei, dass nach dem derzeitigen Kenntnisstand ein Gesundheitsrisiko unwahrscheinlich ist. „Th eoretisch könnte es sein, dass die Plastikpartikel in den Blutgefäßen, der Leber und Milz gespeichert werden und irgendwann Entzündungsreaktionen auslösen. Allerdings waren die in unterschiedlichen Studien gefundenen Plastikmengen im Trinkwasser so gering, dass wir davon zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt sind“, so Fölsch. Trinken stellt also keine Gefahr dar. Besonders gut, sagt der Experte, sei Leitungswasser, da es zum Großteil aus dem Grundwasser komme und vom Boden viel feiner vorgefi ltert sei, als das die Klärwerke der Trinkwasserkonzerne leisten könnten. Für eine hohe Qualität sorgen zudem eine Trinkwasserverordnung und 6000 Wasserversorgungsunternehmen, die Leitungswasser zu dem am strengsten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland machen.

Überraschend: Wasser aus dem Hahn enthält genauso viele Mineralstoffe wie das aus Flaschen. „Der Gehalt an den so wichtigen Mineralien Natrium und Magnesium ist nicht geringer als in Mineralwasser. Das teure Flaschenwasser könnte man sich also theoretisch sparen“, meint Fölsch. Auch stark kalkhaltiges Leitungswasser sei unbedenklich. „Kalk hat keinerlei negative Auswirkungen auf den Körper. Im Gegenteil: Mit Kalzium und Magnesium kann er zusätzliche Mineralien liefern.“ Und keine Sorge wegen alter Hausrohre. Sie werden von den Behörden regelmäßig kontrolliert, sodass Grenzwerte beim Blei- und Kupfergehalt nicht überschritten werden. Dennoch ist es ratsam, das Wasser in der Früh mindestens 30 Sekunden ablaufen zu lassen, dann kommt es direkt aus der Versorgungsleitung. Für alle, denen Mineralwasser besser schmeckt, hat der Internist einen Tipp: „Glasfl aschen sind im Zweifel immer besser als Plastikfl aschen, da diese Plastikpartikel abgeben können, vor allem bei Wärme. Deshalb sollte man Plastikflaschen auch nie in der Sonne stehen lassen.“ Nicht nur die Art des Wassers, sondern auch die Menge spielt beim Trinken eine wichtige Rolle.

Wassertrinken ist wichtig für den menschlichen Körper
Der Körper braucht genügend Wasser unter anderem für das Herz- Kreislaufsystem iStock

Der Organismus gerät schon bei einem geringen Wassermangel aus dem Gleichgewicht. Der Körper braucht Wasser für alle Stoffwechselprozesse, das Herz- Kreislauf-System, die Wärmeregulierung und um das Blut flüssig zu halten. „Bei Flüssigkeitsmangel hält er diese Funktionen zwar eine Weile aufrecht, das geht dann aber zu Lasten anderer Stellen, aus der er sich das Wasser holen muss, wie etwa der Haut. Das Ergebnis sind trockene Stellen“, sagt Fölsch. Wie viel man nun trinken muss, damit es gar nicht erst so weit kommt, ist leicht beantwortet. „Wer seinen Flüssigkeitsbedarf genauer berechnen will, kann von 0,03 Litern pro Kilogramm Körpergewicht ausgehen“, erklärt der Internist.

Ausgenommen sind Sportler und alle, die gern salzhaltig essen, denn: „Bei körperlicher Aktivität verliert der Körper zusätzlich Flüssigkeit. Salz entzieht dem Körper ebenfalls Wasser, da es nur über die Nieren ausgeschieden werden kann, wobei Flüssigkeit verloren geht.“ Dass Kaffee dem Körper direkt Wasser entziehe, sei allerdings ein Mythos. Der Flüssigkeitsverlust geschieht eher indirekt: Koffein regt die Nierenfunktion an, weswegen wiederum Flüssigkeit ausgeschieden wird. Der morgendliche Kaffee darf also trotzdem zum Tages- Trinkziel dazugezählt werden. Was dieses Ziel betrifft, merkt der Experte noch an: „Viel hilft übrigens nicht viel. Wer mehr trinkt als nötig, ist deshalb nicht extragesund. Schädlich ist es aber auch nicht, da bei einer gesunden Niere der Überschuss einfach wieder ausgeschieden wird.“

Dass ausreichendes Trinken einem straffen Hautbild zugutekommt, bestätigt Professor Ulrike Heinrich, Expertin für Experimentelle Dermatologie: „Es steigert die Durchblutung und versorgt die Haut besser mit Nährstoffen. Die Zellen werden mit Wasser gefüllt und praller.“ Deshalb könne man mit Trinken sogar kleine Trockenheitsfältchen positiv beeinflussen. Auch im Hinblick auf raue Hautstellen kann Wassertrinken punkten. Das stellte sich bei der aktuellsten Studie der Biologin heraus. Eigentlich habe sie die Wirkung von Grüntee-Extrakt auf die Haut testen wollen. Dafür wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt: Die eine erhielt Wasser mit Grüntee-Extrakt, die andere Gruppe ein Placebo-Getränk.

„Erstaunlicherweise hat sich die Hautrauigkeit auch in dieser Gruppe erheblich verbessert – um 15 Prozent. Das ist allein der erhöhten Flüssigkeitszufuhr zuzuschreiben“, erklärt die Expertin. Da sich in der Grüntee-Gruppe Parameter wie die Hautschutzfunktionen ebenfalls positiv verändert haben, stellt sich die Frage: Gibt es vielleicht weitere Tricks und Zugaben, um Wassertrinken wirksamer zu machen, wie etwa Obst und Gemüse? „Grundsätzlich geht es bei diesen ganzen schicken Getränken wie Ingwer-, Minz-, Gurken- oder Zitronenwasser eher um Geschmack als einen gesundheitlichen Vorteil. Wobei zusätzliche Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen oder Vitamine sicherlich nicht verkehrt sind“, meint Dr. Heinrich. Und ein bisschen hip darf es ja irgendwie auch sein …

Dieser Artikel ist erstmalig in der MADAME-Ausgabe 06/19 erschienen.

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