Citytrip

Kulturhauptstadt 2019: Matera in Süditalien

Erst Schandfleck, dann UNESCO-Weltkulturerbe und jetzt Kulturhauptstadt des Jahres 2019: Matera im Süden Italiens hat einen steinigen Weg hinter sich – und das wortwörtlich. Warum die Felsenstadt auf Ihrer Bucket List stehen sollte

In den Felsen gebaut: Matera
In den Felsen gebaut: Matera In den Felsen gebaut: Matera iStock

Matera, die wiederentdeckte Stadt

Vom Schandfleck zur Kulturhauptstadt 2019: Matera. Die Kleinstadt in der Region Basilikata liegt zwischen Neapel und Bari und gehört zu den sehenswertesten Städten Italiens. Mittlerweile. Denn das war nicht immer so: Noch Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg galt das kleine Städtchen als bettelarm. Fließend Wasser oder Elektrizität waren alles andere als selbstverständlich und statt in richtigen Häusern, hausten die Menschen in Höhlensiedlungen. Ein katastrophaler Zustand, der sich schon bald mit einer ausgebrochenen Malaria-Erkrankung rächte.

Erst da sah sich die Politik gezwungen, zu handeln. Die Menschen wurden in moderne Steinhäuser unweit der Höhlen umgesiedelt. Doch die ehemaligen Unterkünfte der Bewohner wurden im Laufe der Jahre nicht vergessen. Nach der Ernennung als UNSESCO-Weltkulturerbe fanden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen der Sassis, wie die Höhlen auch genannt werden, statt und machten aus der ehemaligen Elends-Stadt ein echtes Schmuckstück, das 2019 mit der Ernennung zur“ Europäische Kulturhauptstadt“ gipfelte.

Veranstaltungen in und rund um die Kulturhauptstadt Matera

Am 19. Januar startet das Kultur-Programm mit dem Titel „Open Future“, das bis zum 19. Dezember stattfindet. Neben zahlreichen Musikveranstaltungen sind viele Installationen zeitgenössischer Künstler auf den Straßen und in den Hotels zu bewundern. Stadtführungen und besonders das historische Matera sind den Materani ein Anliegen. Die Besucher sollen möglichst ein Gespür für die Gegend und deren bewegte Geschichte bekommen. Aber auch das Jetzt spielt eine wichtige Rolle: Ausstellungen und Vorträge über die Lebensader Tourismus sowie regionale Erzeugnisse wie den Weinanbau werden in den 49 Wochen "Kulturhauptstadt 2019" thematisiert.

Matera im Sonnenuntergang sollte beim Spazieren genossen werden
Matera im Sonnenuntergang sollte beim Spazieren genossen werden Matera während des Sonnenuntergang sollte beim Spazieren genossen werden iStock

Was Matera sonst noch sehenswert macht

Auch abseits der Veranstaltungen gibt es viel um und in Matera zu sehen. Was dabei nie fehlen darf? Eine Führung durch die Sassis. Nach der Restaurierung in den 90ern bildet die Höhlensiedlung die Altstadt von Matera und beherbergt seither Hotels, Gastronomie und Museen. Apropos Museen: Statten Sie unbedingt dem Nationalmuseum für mittelalterliche und moderne Kunst der Region Basilikata oder dem Museum für Olivenöl einen Besuch ab, um noch mehr über Matera zu erfahren.

Für Naturliebhaber ist der Parco Archeologico Storico Naturale della Murgia e delle Chiese Rupestri del Materano empfehlenswert. Der Naturpark stellt mehr als 8000 Hektar Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten zur Verfügung und lässt sich prima durchwandern. Wer am Abend noch fit ist, sollte sich auf gar keinen Fall einen Spaziergang an der Schlucht von Matera entgehen lassen – der Sonnenuntergang mit einem tollen Blick über die Landschaft und Felsen warten. Anschließend kann der Urlaubstag in einem der Cafés oder Restaurants am Palazzo Lanfranchi ausgeklungen werden.

Unser Tipp: Machen Sie einen Abstecher zur Cripta del Peccato. Die Höhlenkirche liegt circa 30 Autominuten von Matera entfernt und ist für ihre wunderschönen Wandmalereien aus dem achten und neunten Jahrhundert bekannt.

Die beste Reisezeit für Matera

Prinzipiell kann die Kulturhauptstadt von 2019 das ganze Jahr über besucht werden. Wer viel sehen und entdecken möchte, sollte sich allerdings in Sachen Reisezeit auf die Frühjahrs- und Herbstmonate festlegen. Im Sommer ist es in Süditalien hingegen sehr heiß, was das Sightseeing beschwerlich und unangenehm machen kann.