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Kristalle kaufen: Darauf sollten Sie achten, damit Sie ethisch korrekt handeln

Sind auch Sie dem Kristall-Fieber verfallen? Immer mehr Menschen finden Gefallen an den bunten Steinen, denen eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Beim Kauf der Schönheiten sollten Sie allerdings achtsam sein ...

Kristalle kaufen, ja - aber bitte auf Ethik achten
Kristalle kaufen, ja - aber bitte auf Ethik achten Foto: Getty Images

Kristalle kaufen: Darauf sollten Sie achten, damit Sie ethisch korrekt handeln

Wer seine Haut jeden Abend mit einem Jade-Roller verwöhnt, an den Ohren die schönsten Rosenquarze trägt oder auf dem Schreibtisch einen Amethyst stehen hat, um seine Konzentration zu fördern, musste im Vorfeld eine Kaufentscheidung fällen, die wahrscheinlich ganz unbewusst nicht immer ethisch korrekt war.

Laut "The Guardian" hat sich die Nachfrage nach Kristallen zwischen 2016 und 2019 mehr als verdoppelt. Aus der eher kleinen Industrie mit handgemachter Verarbeitung ist ein Multi-Millionen-Business entstanden, das reiche Menschen noch reicher macht. Und Arme noch ärmer.

Das Kontoverse: Obwohl Kristalle dabei helfen sollen, uns wieder das Wesentliche sehen zu lassen, uns zu erden oder unserem Tun besondere Kraft zu verleihen, spielen sich hinter den Kulissen der schönen heilenden Kristall-Welt oft Dramen ab, die ganze Menschenleben zerstören.

Die Arbeitsbedingungen in den Minen sind oft menschenunwürdig

Was vielen beim Anblick der wunderschönen Kristalle gar nicht bewusst ist: Dafür, dass der Kristall heute in Ihren Händen liegt, musste ein Mensch am anderen Ende der Welt unter unwürdigen Arbeitsbedingungen schuften. Und das zu einem Hungerslohn. Auf epo.de, der Internetseite, die sich unter anderem mit Entwicklungspolitik im Kongo beschäftigt, ist von einem Lohn in Höhe von weniger als einem Dollar pro Tag die Rede.

Häufig müssen auch Kinder ihren Familien finanziell aushelfen und packen beim Fördern der Kristalle in der Mine mit an. Dass die schulische Ausbildung der Kinder dabei keine Berücksichtigung erfährt, liegt auf der Hand. Zu groß ist die Verzweiflung der Eltern, die Familie nicht über die Runden bringen zu können.

Hätten Sie all das gewusst? Ein Thema, das einen beschäftigt und zum Grübeln bringt. Doch statt Trübsal zu blasen, sollten Sie viel lieber Ihr Wissen nutzen, um in Zukunft bessere Kaufentscheidungen treffen zu können.

Das können Sie tun, um ethische Entscheidungen beim Kauf eines Kristalls zu treffen

1. Fragen, Fragen, Fragen

Fragen Sie den Anbieter nach der Herkunft der Kristalle oder Diamanten. Weiß der Einzelhändler ganz genau Bescheid, aus welcher Mine oder welchem Gebiet der Stein kommt, ist das immer ein gutes Zeichen. Noch besser wäre es natürlich, wenn er dann auch noch wüsste, wie die Arbeitsbedingungen vor Ort sind.

2. Preise vergleichen, aber nicht des Schnäppchens wegen

Vor allem in kleinen Online-Shops oder bei Etsy werden Kristalle angeboten, die momentan einen reißenden Absatz finden. Wird dort mit Informationen hinterm Berg gehalten, lohnt sich ein Blick auf das Preisgefälle, um festzustellen, ob die Kristalle aus einem ethisch vertretbaren Abbau stammen. Ist der angegebene Preis um 30 Prozent oder noch mehr günstiger als vergleichbare andere Kristalle, lassen Sie die Finger vom vermeintlichen Schnäppchen.

3. Aufklärung betreiben

Teilen Sie Ihr angesammeltes Wissen über Kristalle und deren menschenunwürdige Förderung mit Freunden oder der Familie. Nur so kann ein kollektives Bewusstsein bei den Menschen über die Zustände in den Minen schaffen und zukünftige "Fehlkäufe" vermieden werden.

4. Große Juweliere machen bereits mit

Die Debatte um die schlechten Arbeitsbedingungen beim Abbau und der Weiterverarbeitung von Diamanten und Kristallen hat auch Spuren bei den großen Juwelieren hinterlassen: Erst kürzlich machte Tiffany & Co. bekannt, als erstes Unternehmen der Branche alle Phasen der Verarbeitung seiner einzeln registrierten Diamanten offenzulegen. Somit wird transparent, aus welchem Land der Stein gefördert wurde und wo er geschliffen, poliert und gesetzt wird.