Körper entschlacken: Wie sinnvoll eine Detox-Kur wirklich ist

Müssen wir wirklich hin und wieder unseren Körper entschlacken und ihn von Giftstoffen befreien, oder ist das Ganze totaler Humbug?

Wie sinnvoll ist es wirklich, den Körper zu entschlacken?

Wie sinnvoll ist es wirklich, den Körper zu entschlacken?

Was bedeutet es, den Körper zu entschlacken?
Detox Rezepte
Detox Rezepte

Schön von innen!

11 Bilder

Detox ist in aller Munde, spätestens nach der besinnlichen Weihnachtszeit möchte der ein oder andere den Körper entgiften. Eine Detox-Kur soll hierbei wahre Wunder wirken. Doch wie sinnvoll ist der Trend und welche Nebenwirkungen können auftreten?

Viel Stress im Berufs- oder Privatleben, ungesunde Ernährung, Alkohol und fehlende Bewegung können nicht nur an der Psyche des Menschen nagen, sondern sich auch negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Probleme mit der Verdauung oder dem Darm im Allgemeinen können hierbei die Folgen sein.

Doch woher kommt eigentlich die Idee, den Körper „zu entschlacken?“ Der Begriff „entschlacken“ ist zunächst einfach ein Synonym des Wortes „Detox“, das in der Allgemeinmedizin Maßnahmen bezeichnet, die eventuelle Giftstoffe und schädliche Stoffwechselprodukte aus den Körper entfernen. Hierbei gibt es verschiedene Verfahren, die das Ganze ermöglichen und den Körper von der sogenannten „Schlacke“ befreien sollen.

Methoden der Entgiftung

Vor allem im hinduistischen Bereich des Aryuveda ist die Entschlackung weit verbreitet, nach Deutschland kam der Begriff durch den renommierten Arzt Otto Buchinger, der eine bekannte Fastenmethode entwickelte, die allerdings umstritten ist.Unter all den Methoden sind vor allem die folgenden zwei Detox-Kuren sehr bekannt:

Teatoxing

Besonders beliebt neben Saftkuren ist die Methode Teatoxing, bei welcher man den Körper durch das Trinken von Tee entgiftet. Inhaltsstoffe wie Mateblätter stillen das  Hungergefühl, Gojibeeren helfen bei der Fettverbrennung und Birkenblätter reinigen die Niere. Ernähren sollte man sich währenddessen einfach gesund und Fast-Food vermeiden.

Detox-Diät

Auch eine Detox-Diät soll helfen, den Körper von Giftstoffen zu befreien und gilt als eine sehr radikale Diät-Methode: Zucker, Kaffee, Zigaretten und Alkohol sind strikt verboten. Abends ist meist nur eine Brühe erlaubt, mittags eine eiweißreiche Kost und morgens Getreidebrei. Eine solche Diät dauert sieben oder 21 Tage lang und soll wie die anderen Diätformen auch, den Körper von den "Schlacken"  befreien.
Doch genau an dieser Stelle beginnt bereits der Irrtum.

Mythos: Entgiftung

An der Darmwand kann sich nichts ablagern, bzw. dort kann sich nichts festsetzen. Der Darm ist selbst in der Lage, alle Nahrungsreste zu verarbeiten und diese letztendlich auszuscheiden. Dieser Prozess dauert mal mehr, mal weniger lange, benötigt jedoch keinerlei äußere Einwirkungen. Es gibt an dieser Stelle keine medizinischen Beweise, dass ein "Entschlacken" helfen könne und die Lösung aller Probleme sei.
Fazit: Man bewegt sich mit der Behauptung, der Körper brauche hin und wieder eine Detox-Kur, auf sehr dünnem Eis.

Den Körper zu entschlacken soll mit gesunden Tees und Fruchtsäften möglich sein – stimmt das?

Den Körper zu entschlacken soll mit gesunden Tees und Fruchtsäften möglich sein – stimmt das?


Nachteile einer Detox-Kur

Natürlich ist es der Fall, dass der Körper bei einer Detox-Kur durch Tee, Säfte etc. auf feste Nahrung weitesgehend verzichten muss und der hohe Wasserkonsum dazu führt, dass der Körper mehr Flüssigkeit verliert. An dieser Stelle entsteht die falsche Annahme, dass die Giftstoffe aus dem Körper gespült werden. Doch das Einzige, was aus dem Körper gespült wird ist Wasser, das der Körper jedoch dringend benötigt. Wer auf feste Nahrungsmittel verzichtet, der muss mit zunehmender Müdigkeit und Antriebslosigkeit rechnen, da dem Körper die Energie geraubt wird. Auch sind Kopfschmerzen eine gängige Begleiterscheinung. Wer sich davon außerdem verspricht, ein paar Kilos abzunehmen, der sollte sich auf den bekannten Jojo-Effekt einstellen.

Der Körper benötigt keine Entschlackung!

Der menschliche Organismus ist so konstruiert, dass er sich selbst reinigen kann, ohne dass dafür Einwirkung von Außen vorgesehen ist. Bei diesem Prozess spielt die Leber eine entscheidende Rolle, die die schädlichen Stoffe im Körper abbaut und wasserlöslich macht, sodass sie ausgeschieden werden können.

Das Gefühl, dass man sich noch einer Detox-Kur besser fühlt liegt einzig und allein daran, dass der Blutzuckerspiegel gesunken ist, da man in der Regel weniger Fertiggerichte und industriellen Zucker zu sich nimmt. Wer sich dennoch für das Fasten entscheidet, der sollte vorher mit einem Arzt gesprochen haben.

Detox durch Sport

Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, der sollte anstatt auf Säfte & Co. vielleicht auf eine ausreichende Bewegung achten. Sport senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern bringt auch die Darmflora nachhaltig wieder in Schwung und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Viele Tanzsportarten machen nicht nur Spaß, sondern stärken auch alle Muskelgruppen. Zudem ist Sport, im Gegensatz zu einer Detox-Kur, keine kurzzeitige Lösung und erspart Ihnen garantiert den unbeliebten Jojo-Effekt.