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Kultur

Kampf um das kulturelle Erbe unserer Welt

Der Fotograf Jimmy Nelson dokumentiert indigene Völker in den entlegendsten Gegenden der Welt. Seine intimen Portraits fremder Kulturen sind nicht nur atemberaubend schön, sondern warnen gleichzeitig vor dem Verlust jahrhundertealter Traditionen.

jimmy nelson tribe
jimmy nelson tribe (1/15) Jimmy Nelson

Die Jugend des Fotojournalisten

Als Kind verschlang Jimmy Nelson jedes Buch, das sich mit den Lebensgewohnheiten fremder Völker beschäftigte. Nichts faszinierte ihn mehr. Als er mit 16 Jahren seine Gesichtsbehaarung verlor, verließ er sein Zuhause in England und reiste zu den buddhistischen Mönchen nach Tibet.

Die Huli in Papua-Neuguinea tragen mit Ornamenten verzierte Perücken aus Menschenhaar.

Fotograf Jimmy Nelson
Fotograf Jimmy Nelson (2/15) Jimmy Nelson

Fotograf Jimmy Nelson

Bei seinen Reisen lernte er Menschen kennen, die seinen Charakter wahrnahmen, und ihn nicht wegen der fehlenden Gesichtsbehaarung verurteilten. Durch seine Art der Identitätslosigkeit bekam er Zutritt in fremde Kulturen und begann, Bilder von den Menschen zu machen, die ihm begegneten.

Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker gibt es auf der Welt rund 500 indigene Völker mit insgesamt mehr als 350 Millionen Menschen.

Intime Portraits Jimmy nelson
Intime Portraits Jimmy nelson (3/15) Jimmy Nelson

Intime Portraits

Die Kamera ist für den 48-jährigen Fotografen nur Mittel zum Zweck. Die Bilder schaffen eine Ebene der Kommunikation, um die Geschichte der indigenen Völker zu erzählen. Bisher besuchte und dokumentierte Jimmy Nelson 35 Stämme, die er in seinem Bildband 'Before They Pass Away' bildgewaltig zu Wort kommen lässt.

Die Schönheit des kulturellen Erbes
Die Schönheit des kulturellen Erbes (4/15) Jimmy Nelson

Die Schönheit des kulturellen Erbes

Beim Zusammenleben mit den Völkern will er versuchen zu erklären, wie wertvoll und einzigartig ihr kulturelles Erbe ist. Damit ihre Traditionen auch weiterhin bestehen bleiben, müssen sie verstehen lernen, dass wahrer Luxus nicht im Besitz moderner Technik liegt, sondern in der Einzigartigkeit ihrer Lebensweise.

Eine Frau der Dropka, die im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir leben.

Wahre Authentizität immer seltener
Wahre Authentizität immer seltener (5/15) Jimmy Nelson

Wahre Authentizität wird immer seltener

Wir leben in einer Zeit, in der die Weltbevölkerung stetig homogener wird. Durch die modernen Medien sehen wir, wie andere Menschen leben und wollen diesen Lebensstil nachahmen. Nelson will den indigenen Völkern die Technik der Neuzeit nicht vorenthalten, sondern sie an ihr wertvolles kulturelles Erbe erinnern.

Das Reitervolk der Kasachen in der Mongolei

Lebendige Tradition
Lebendige Tradition (6/15) Jimmy Nelson

Lebendige Tradition

Das Volk der Kasachen stammt von den indigenen Gruppierungen der Turkstämme sowie der mongolischen und indo-iranischen Bevölkerungen ab. Die Halbnomaden bewohnen die west-mongolische Ebene seit dem 19. Jahrhundert. Bis heute praktizieren sie die über 5000-jährige Jagd mit Adlern.

Maori aus Neuseeland
Maori aus Neuseeland (7/15) Jimmy Nelson

Maori aus Neuseeland

Im Schnitt verbringt Jimmy Nelson mit jedem Stamm zwei Monate – meist in völliger Abgeschiedenheit. Die Zeitspanne ist nur sehr kurz bemessen und reicht gerade so, um mit den Menschen in Kontakt zu treten.

Maori aus Neuseeland mit traditioneller Gesichts-Tätowierung

Seine wichtigste Begegnung
Seine wichtigste Begegnung (8/15) Jimmy Nelson

Seine wichtigste Begegnung

Unter seinen Reisen ist ihm ein Volksstamm besonders in Erinnerung geblieben: die Tschuktschen, die in der russischen Tundra beheimatet sind. Sie leben in höchstem Maße isoliert. Vier Jahre lang recherchierte der Fotograf ihre Geschichte und Traditionen bevor er die Reise Richtung Nordpol antrat.

Die Reise zu den Tschuktschen
Die Reise zu den Tschuktschen (9/15) Jimmy Nelson

Die Reise zu den Tschuktschen

Als Jimmy Nelson in Sibirien ankam, verbrachte er eineinhalb Monate in einem Panzer, um einen der verstreuten Stämme der Tschuktschen zu finden. Als er schließlich auf eine ihrer Siedlungen traf, begann er sofort Bilder zu schießen, doch sie verbaten es. Er durfte vorerst nur bleiben, um ihre Gewohnheiten zu studieren.

Im Gespräch mit den Tschuktschen
Im Gespräch mit den Tschuktschen (10/15) Jimmy Nelson

Im Gespräch mit den Tschuktschen

Während seiner Zeit bei den Tschuktschen verstand er zum ersten Mal, worum es diesen Menschen wirklich ging. Im Gespräch mit dem Ältesten fragte er, warum sie in einer der klimatisch härtesten und entbehrungsreichsten Gegenden der Welt leben würden. Ihre Antwort: Man habe sich bewusst dafür entschieden. Nur hier, inmitten der sibirischen Natur, seien sie wirklich glücklich und im Einklang mit ihren Traditionen. Am Ende seines Aufenthalts erlaubten sie ihm, einige wenige Bilder zu fotografieren.

Ralph Lauren und seine Familie sahen Jimmy Nelsons Fotografien in einer Ausstellung und baten den Fotografen, die Herbst-Winter-Kampagne 2015 des Labels zu fotografieren. Dieser hatte zunächst jedoch Bedenken...

Jimmy Nelson für Ralph Lauren
Jimmy Nelson für Ralph Lauren (11/15) Jimmy Nelson / Ralph Lauren

Jimmy Nelson für Ralph Lauren

Im Vorfeld des Kampagnen-Shootings war der Brite eher skeptisch, schließlich hatte er bisher kaum kommerzielle Fotografien produziert. Ralph Lauren schlug ihm vor, die Kampagne in einem Studio in New York zu fotografieren. Darauf erwiderte Nelson, dass er die Atmosphäre seiner Bilder nur in der Wildnis einfangen könne. Seiner Intuition folgend, wurde die Produktion in die finnischen Wälder verlegt.

Ralph Lauren Fall/Winter 2015/16
Ralph Lauren Fall/Winter 2015/16 (12/15) Jimmy Nelson / Ralph Lauren

Ralph Lauren Fall/Winter 2015/16

Die Kampagne verbindet die traditionelle Bildsprache Nelsons mit dem modernen Kontext einer Modeproduktion und reiht sich übergangslos in die bisherigen Werke des Fotografen ein: der ikonischen Dokumentation indigener Völker dieser Welt.

Ralph Lauren zieht seinerseits in seinen Kollektionen immer wieder Parallelen zu den indigenen Völkern Nordamerikas. Diese zum Großteil verloren gegangene Kultur ist auch der Schlüssel seines Erfolges.

Edward Sheriff Curtis
Edward Sheriff Curtis (13/15) Jimmy Nelson / Ralph Lauren

Edward Sheriff Curtis

Ein Fotograf, der sowohl Jimmy Nelson als auch Ralph Lauren inspirierte, war Edward Sheriff Curtis.Er widmete sein Leben der Dokumentation der nordamerikanischen Ureinwohner und fotografierte die Anführer der verschiedenen Indianerstämme. Nach seinem Tod wurde seine Arbeit vergessen. Seine Bilder hatten keine Wichtigkeit und wurden zerstört. Jahre später fand Ralph Lauren die Bilder des Fotografen, die ihn seitdem für seine Kollektionen inspirieren.

Die Geschichte hinter der Kampagne
Die Geschichte hinter der Kampagne (14/15) Jimmy Nelson / Ralph Lauren

Die Geschichte hinter der Kampagne

In der neuen Herbst-Winter-Kampagne geht es nicht allein um das Model oder die Kleidung. Es soll eine Geschichte erzählt werden, die von Jimmy Nelsons Zeit mit den indigenen Stämmen inspiriert wurde: von ihrer Authentizität, ihrer Verwundbarkeit und ihrer Balance mit der Natur.

Unser Lieblings-Accessoire aus der Kollektion
Unser Lieblings-Accessoire aus der Kollektion (15/15) Ralph Lauren / Jimmy Nelson

Unser Lieblings-Accessoire aus der Kollektion

Rustikal und dennoch elegant: Ricky Bag von Ralph Lauren in Beutelform aus Kalbsfell (um 2.500 Euro)

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