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„Warum sind diese Zweifel gerade da?“ – Matthias Schweighöfer im Interview

Ein Interview von Kristina Markert
7 Nov. 2025

Matthias Schweighöfer kehrt mit „Das Leben der Wünsche“ in die deutschen Kinos zurück (Foto:©2025 PANTALEON Films GmbH / ProU Producers United Film GmbH / SevenPictures Film GmbH / ACS Filmproduktion GbR / RCS Filmproduktion GbR)
Matthias Schweighöfer kehrt mit „Das Leben der Wünsche“ in die deutschen Kinos zurück (Foto:©2025 PANTALEON Films GmbH / ProU Producers United Film GmbH / SevenPictures Film GmbH / ACS Filmproduktion GbR / RCS Filmproduktion GbR)

Ab dem 13. November ist Matthias Schweighöfer mit „Das Leben der Wünsche“ zurück auf der großen Leinwand. Im exklusiven MADAME-Interview spricht der Schauspieler über Erfolg, Wünsche – und darüber, was er tut, wenn er wie sein Filmcharakter „Felix“ selbst ins Zweifeln gerät.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was passieren würde, wenn all Ihre Träume und Wünsche plötzlich in Erfüllung gehen? Genau das erlebt Felix, die Hauptfigur in Matthias Schweighöfers neuem Film „Das Leben der Wünsche“. Eine Geschichte, die zeigt, wie nah Glück und Sehnsucht beieinanderliegen und dass es manchmal gut ist, wenn sich nicht jeder Wunsch erfüllt. Wir haben mit dem Schauspieler über seinen neuen Film und seine ganz persönlichen Wünsche gesprochen.

Dein neuer Film heißt „Das Leben der Wünsche“. Hast du aktuell einen besonderen Wunsch in deinem Leben?

Matthias Schweighöfer: Ich wünsche mir im Moment Zeit, weil ich gerne noch einmal länger nach Japan reisen möchte. Das wäre einer von vielen Wünschen. Außerdem wünsche ich mir Hundetraining für meinen Hund – das wären aktuell meine zwei Wünsche. (lacht)

Was hat dich – als Hauptdarsteller und Produzent – an diesem Film am meisten berührt?

Matthias Schweighöfer: Ich habe vor acht Jahren den Roman gelesen und anschließend die Rechte gekauft. Ich fand die Frage damals schon sehr spannend: Wenn du drei Wünsche frei hättest – was würdest du dir wünschen? Interessant war auch zu sehen, dass der Hauptcharakter Felix einfach willkürlich wünscht, ohne sich wirklich Gedanken zu machen, was er eigentlich will. Als Produzent fand ich es reizvoll, eine Fantasiewelt zu erschaffen. Dann kam Erik Schmitt als Regisseur dazu und hat das Fantastische noch stärker hervorgebracht. Und natürlich war es großartig, auch die Rolle selbst zu spielen. Ich bin total happy, dass wir heute hier sind, dass der Film ins Kino kommt und die Leute ihn sehen können. Nach acht Jahren so einen Film herauszubringen, ist einfach schön.

Beim Zürcher Filmfestival sagtest du, der Film solle zum Nachdenken anregen. Was wünschst du dir, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer aus diesem Film für ihr eigenes Leben mitnehmen?

Matthias Schweighöfer: Der Film behandelt viele Themen. Das Schönste wäre für mich, wenn die Menschen nach dem Kinobesuch sagen: „Das hat mich auf irgendeine Weise berührt“ – und sich selbst die Frage stellen: „Was würde ich eigentlich machen? Was würde ich mir wünschen?“ Das wäre das größte Kompliment: wenn der Film dazu anregt, über sich selbst nachzudenken. Wer bin ich? Wo will ich hin? Bin ich passiv oder aktiv? Gehe ich meinen Träumen und Wünschen nach oder warte ich nur darauf, dass sie sich irgendwann erfüllen?

Wir bleiben beim Thema Wünsche: Erinnerst du dich an einen Kindheitswunsch, der in Erfüllung gegangen ist – und vielleicht an einen, bei dem du heute froh bist, dass er sich nicht erfüllt hat?

Matthias Schweighöfer: Ich habe zum Glück keine Zahnspange bekommen – da bin ich knapp vorbeigeschlittert. Außerdem hatte ich als Kind nie wirklich ein Haustier, zum Beispiel einen Hund, und das hatte ich mir immer gewünscht. Jetzt haben wir einen Hund, und das ist in Erfüllung gegangen – worüber ich mich sehr freue. Aber jetzt weiß ich auch erst, was es bedeutet, einen Hund zu haben, und kann sagen: Hunde sind toll und wunderbare Wegbegleiter.

Wie hat sich dein Verhältnis zu Erfolg und Wünschen im Laufe der Jahre verändert?

Matthias Schweighöfer: Was ich schon früh in meiner Karriere gelernt habe, ist, dass Erfolg auch bedeutet, Menschen zusammenzubringen. Ich hatte das Glück, das von Anfang an zu erleben. Einen Film macht man nie allein – das sind ganze Teams. Ein Filmteam besteht aus 120 bis 400 Personen, die einer Vision folgen. Das gilt auch für andere Projekte. Es geht darum, wie man nach außen wirkt, wie man Social Media bespielt, wie man Bereiche verbindet und Menschen findet, die gemeinsam eine Vision verfolgen. Erfolg entsteht nie aus einer einzelnen Person heraus, sondern aus einem Team, das coolen Ideen und Visionen folgt.

Dein Filmcharakter Felix steckt zu Beginn in einer Phase, in der er mit seinem Leben hadert. Woher nimmst du persönlich Kraft und Motivation, wenn es einmal nicht nach Plan läuft?

Matthias Schweighöfer: Ich finde solche Phasen immer interessant, weil sie mich dazu bringen, zu fragen: „Warum sind diese Zweifel gerade da? Warum soll ich genau da hinschauen?“ Dann nehme ich mir wirklich Zeit, um die Situation zu verstehen, anstatt sie zu ignorieren. Ich frage mich, was der Ursprung ist – es gibt immer einen Grund, warum man sich in einer bestimmten Lage befindet. Früher habe ich mich zum Beispiel geärgert, wenn ich im Stau stand. Heute frage ich mich, wie ich diese Zeit sinnvoll nutzen kann. Ich sehe solche Momente inzwischen mit anderen Augen und nutze meine Zeit immer sinnvoll.

Du warst bei Deinem neuen Film „Das Leben der Wünsche“ nicht nur der Hauptdarsteller, sondern hast den Film mit Deiner Firma „Pantaleon Films“ auch mitproduziert. Hat sich deine Sicht auf die Schauspielerei verändert, seit Du auch in dieser Funktion an Filmen beteiligt bist?

Matthias Schweighöfer: Ja, natürlich. Wenn man Filme selbst produziert, sieht man das Gesamtwerk viel klarer. Als Schauspieler ist es wichtig, die Geschichte im Blick zu behalten, aber über Dinge wie Setdesign, Kostüme, Maske oder Locations denkt man dabei weniger. Du spielst deine Rolle und sorgst dafür, dass du mit dem Ensemble zusammen funktionierst, um die Geschichte zum Leben zu erwecken. Als Produzent musst du hingegen alles im Griff haben – auch hinter der Kamera, die Teams. Das ist viel Arbeit und verändert natürlich den Blick auf den Film.

Für alle, die es kaum abwarten können, ins Kino zu gehen: Wie würdest du „Das Leben der Wünsche“ in drei Worten beschreiben?

Matthias Schweighöfer: Humorvoll, nachdenklich und: „Was würdest du tun, wenn du drei Wünsche frei hättest?“

Wenn du heute einen Wunsch frei hättest, der nichts mit deiner Karriere zu tun hat – welcher wäre das?

Matthias Schweighöfer: Heute Abend eine gute Spaghetti Carbonara.

Wie würdest du deinen persönlichen Stil beschreiben?

Matthias Schweighöfer: Einfach lässig.

Hast du ein Signature-Piece – etwas, das du immer trägst?

Matthias Schweighöfer: Meine Chrome-Hearts-Brille.

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