Das MAISON MADAME Jahreshoroskop

Ein Artikel von Petra Harms

Auf das was da noch kommt (Foto: Zeb Daemen)

Schlechte Nachrichten braucht niemand mehr. Deswegen kommt hier eine richtig gute: Das neue Jahr steht im Zeichen der Sonne. Und das bringt für alle Sternzeichen jede Menge Chancen zur Weiterentwicklung und Entfaltung der persönlichen Stärken. Time to shine!

WIDDER (21.3. – 20.4.)

Als echte Gipfelstürmerin lieben Sie Herausforderungen. Aber für Weitblick braucht es genug Pausen

Kein Platz für Langeweile

Auf der Holzterrasse eines Chalets im Engadin auf der Terrasse sitzen, eine heiße Graupensuppe löffeln und danach auf dem Schlitten durch die Schneelandschaft gleiten: Das genießen Sie durchaus. Aber eigentlich sind Sie lieber spontaner, um nicht zu sagen halsbrecherischer. Ihre Rastlosigkeit ist Antrieb und Bremse zugleich. Wo andere verharren und lamentieren, verlassen Sie das Jammertal, riskieren halsbrecherische Klettersteige, passieren Schluchten und anstrengende Anstiege und suchen den Weitblick, um sich besser entscheiden zu können. Andererseits kommen Sie nie richtig an – es muss immer ein neues Gipfelbuch geben, in das Sie Ihren Namen eintragen können. Da kommen Ihnen die Anforderungen des Jahres sehr entgegen: Der Satz, der Sie begleiten wird, ist die japanische Weisheit „Fürchte dich nicht vor langsamen Veränderungen, sondern vor dem Stillstand.“ 2024 wird vieles, nur nicht langweilig.

Gelassener Perspektivwechsel

Mit von der Partie ist ab Ende Mai Jupiter, ein Sherpa mit jeder Menge Glück im Gepäck. Er würde auch Sie auf Händen tragen, aber dazu sind Sie zu emanzipiert – oder motiviert. Ihnen wurde in den vergangenen Jahren manchmal Ihr übersteigertes Selbstbewusstsein angekreidet, aber damit ist jetzt Schluss. Sie werden ruhiger, gelassener und können so manche Dinge und Menschen jetzt leichter akzeptieren, wie sie sind. Das spart Kräfte und Luft auf dem Weg und sichert außerdem Harmonie in Ihrer Seilschaft. Wichtig ist nur, dass andere, seien es Partner, Freunde oder Kollegen, Ihren Freiraum respektieren. Am besten arbeiten und lieben Sie nämlich, wenn Sie keine Karabinerhaken spüren und ausgetretene Pfade verlassen. Das könnte Ihnen allerdings manchmal zum Verhängnis werden. Saturn schickt ab März kleine Steinschläge. Da hilft nur, einen Moment innezuhalten und nachzudenken. Perspektivwechsel wirken Wunder, um neue kreative Lösungen zu entdecken.

Neue Chancen

Vielleicht erkennen Sie, während Sie auf der Bank sitzen und die Beine baumeln lassen, wo Ihre wahre Bestimmung liegt. Ein großes Thema des neuen Jahres, besonders ab dem zweiten Quartal, ist das Lernen. Bilden Sie sich weiter und nutzen Sie Chancen, sich noch einmal neu zu erfinden oder schlummernde Ambitionen umzusetzen. Erinnern Sie sich an die Worte von Gipfelstürmer Reinhold Messner: „Die Berge, die es zu versetzen gilt, sind in unserem Bewusstsein.“ Mischen Sie das Alphabet durch, machen Sie Plan B zu A oder reihen Sie Buchstaben so lange aneinander, bis ein Begriff erscheint, bei dem sich ein Lächeln auf Ihrem Gesicht ausbreitet. Kleiner kosmischer Downer: Verzetteln Sie sich trotz Ihrer Begeisterungsfähigkeit nicht, sondern wählen Sie mit Bedacht und Feingefühl. Mars und Uranus, die beiden Nebelkerzenzünder, versuchen nämlich, mit immer neuen Ideen zu verführen. Diesen Ratschlag sollten Sie übrigens 2024 grundsätzlich berücksichtigen: Mit einer Portion Reflexion gelingt alles besser. Dann gibt es keine bösen Überraschungen, und das Neue, Unerwartete leuchtet magisch wie ein Sonnenaufgang über den Gipfeln der Bergwelt.


STIER (21.4. – 20.5.)

Sie werden im neuen Jahr aus dem Vollen schöpfen – vorausgesetzt, die Workout-Life-Balance stimmt

Glückssträhne 

Kennen Sie Kairos, den Jüngling mit Flügeln und Stirnlocke? Er ist keine Gestalt aus dem Berliner Nachtleben, sondern der jüngste Sohn von Zeus. In der griechischen Mythologie gilt er als Gott des günstigen Augenblicks. Packte man den überraschend am Himmel auftauchenden Kairos schnell genug an seiner Locke und zog ihn zu sich heran, erfüllte sich ein Wunsch. Weil er allerdings recht schnell am Firmament entlangjettete, erwischte man oft nur noch seinen kahlen Hinterkopf, und er entglitt. Nun mögen Sie zu Recht einwenden, dass Sie gar keinen Kerl mit Halbglatze einfangen wollen. Wichtiger ist aber die Einsicht, dass man eine Gelegenheit normalerweise schnell beim Schopfe packen müsste. Sie dagegen haben im kommenden Jahr ganze zwölf Monate Zeit, um aus dem Vollen zu schöpfen – und etwas Außergewöhnliches mit dieser Glückssträhne anzufangen. (Wie Sie merken, ist der fabelhafte Kairos weit in den deutschen Sprachgebrauch vorgedrungen.)

Adieu Ungeduld

Stieren liegt es ohnehin, das Dolce im Vita zu finden und zu zelebrieren. Sie sind in den letzten herausfordernden Jahren aber merklich gereift und haben ein anderes, tieferes Verständnis von Glück gewonnen. Eines, das über Rosé am Meer und pudrigweißen Palmenstrand hinausgeht – was nicht heißt, dass Sie das nicht mehr genießen können, im Gegenteil! Sie haben an Ihrer Ungeduld gearbeitet und erkennen, dass nicht jeder Affront etwas mit Ihnen zu tun hat, sondern oft nur nach außen getragene Unzufriedenheit ist. Sie hören Zwischentöne, sind zugewandt statt egoistisch, reflektiert statt laut. Bevor Sie jetzt über eine Wiedergeburt als Mutter Teresa nachdenken, werfen Sie aber lieber noch einen kurzen Blick auf die To-do-Liste für das kommende Jahr. Denn auch, wenn Sie zu den Kairos-Catcherinnen gehören, wartet dennoch ein wenig Arbeit auf Sie.

Disziplin ist Ihre Disziplin

Neptun heißt der kleine Spielverderber, der Ihnen mahnend auf die Schulter tippt, wenn Sie gerade dem Kellner winken, um doch noch ein Glas Rosé zu bestellen. Bei aller Euphorie, die Sie zu Recht empfinden, sollten Sie nicht übermütig werden, sondern auf Ihre Gesundheit achten, also möglichst nicht gleichzeitig bei körperlichen Aktivitäten underperformen und im Restaurant über die Stränge schlagen. Work­out-Life-Balance ist angesagt, sonst tappen Sie schnell in die Falle aller Überflieger seit Ikarus: Sie stürzen vom Himmel, statt zu schweben. Disziplin ist Ihre Disziplin, erinnern Sie sich gelegentlich daran. Gehen Sie mit Neptun also lieber ein paar flotte Bahnen im Mittelmeer schwimmen. Wenn Sie gut auf sich achtgeben, können Sie auch schnell einen Haken hinter die zweite Aufgabe des Jahres machen, die Uranus Ihnen stellt: Träume wahr werden lassen. Das gilt nicht nur für die eigenen, sondern auch für die der anderen. Nutzen Sie die Ausläufer des Planeten in Ihrem Zeichen, um Werte zu hinterfragen und Ziele zu definieren. Mit feinem Gespür und einem außerordentlich guten Netzwerk treiben Sie Dinge voran, die die Welt ein bisschen besser und schöner machen. Für wen und was Sie sich auch engagieren – besonders gut läuft es übrigens im Team mit einem Skorpion – es wird Sie bereichern, nicht nur finanziell.


ZWILLINGE (21.5. – 21.6.)

Wenn es Ihnen gelingt, sich nur einwenig zu bremsen, tanzen Sie imharmonischen Walzertakt durchs Jahr

Öffnen Sie Spotify oder Ihren CD-Schrank, suchen Sie nach Gioacchino Rossini und lauschen Sie einer seiner Opern, etwa „Wilhelm Tell“. Alternativ eignen sich auch andre Genres und Künstler von Parov Stelar bis Dua Lipa. Es geht nämlich nicht um Musikstil und -geschmack, sondern ums Crescendo, diesen allmählich lauter, intensiver, voller werdenden Klang. So können Sie sich nämlich 2024 vorstellen, das schön beginnt und furios endet.

Was wünschen Sie sich?

Die Sonne gibt ab Januar den Ton an und stimmt das Planetenorchester ein. Sie dagegen komponieren Entwürfe für die Zukunft und gewinnen Klarheit, wohin der Weg führen soll. Wie in einer gelungenen Sinfonie wird dieses Thema in den kommenden zwölf Monaten immer wieder aufgegriffen – deshalb nehmen Sie sich ruhig Zeit, Entscheidungen zu treffen und überstürzen Sie nichts. Das fällt dauerhaft unter Strom stehenden Zwillingen, die mit mindestens 180 Beats per minute unterwegs sind, nicht leicht. Saturn verordnet jedoch einen mentalen Walzer und führt Sie im ersten Quartal zunächst durch ein Libretto voller Fragen: Was wünsche ich mir von mir, von zwischenmenschlichen Beziehungen, vom Alltag? Welches Leben will ich leben? Wie sieht eine ideale Partnerschaft für mich aus? Wenn Sie Klarheit darüber haben, was Ihnen wichtig ist, was bleiben darf, wo Bedarf nach Veränderung ist, dann können Sie im langsamen Wiegeschritt das Parkett erobern. Der Schwung kommt Ende Mai von selbst dazu, wenn Jupiter Sie auffordert, den Taktstock des Glücks zu ergreifen. Im Beruf ist es dann an der Zeit, die erste Geige zu spielen. Wer in den vergangenen zwei Jahren damit beschäftigt war, eine neue Karriere aufzubauen und dafür diverse Mentoren und Lehrer beschäftigt hat, kann sich jetzt auf Erfolg als Solistin freuen. Nichts gegen Ihre Anpassungsfähigkeit – aber auch eine kleine Portion Egoismus, Achtsamkeit sich selbst gegenüber, ist für Glück und Zufriedenheit wichtig. Das Umfeld, egal ob im privaten oder beruflichen Kontext, profitiert von Ihrer Zufriedenheit. Sie lernen vor allem während der Sommer-Spielpause, Ihre Bedürfnisse zu kommunizieren und öffnen damit die Möglichkeit, eine neue, tiefere Ebene in zwischenmenschlichen Beziehungen zu erreichen.

Mit Leichtigkeit 

Über allen Transformationen und Reflexionen liegt dabei eine Melodie in Dur. Mit großer Leichtigkeit erleben Sie den Sommer und genießen Orte, an denen Kunst, Ästhetik und ein Hauch von alter Welt aufeinandertreffen. Das „Colombe d’or“ in Saint-Paul-de-Vence wäre so ein Ort, oder das „Passalacqua“ am Comer See mit einem Ausblick, der italienische Sommerfrische für Körper und Geist verspricht. Wenn das Jahr voranschreitet und der Herbst ins Land zieht, erinnern Sie sich an die Schönheit der kleinen Momente. Das – und der Einfluss von Mond und Uranus – wird Sie im November und Dezember kreativer machen, die Gefühle intensiver, die Gelassenheit und Selbstsicherheit größer. Dabei bleiben Sie liebenswert und humorvoll, sodass die Zeit mit Ihnen sich anfühlt wie eine heitere Oper.


KREBS (22.6. – 22.7.)

Auf und Ab muss nichts Schlimmes heißen, wenn Sie lernen, die Wellen guten Mutes zu durchsegeln

Auf und Ab

So oder so ist das Leben, so oder so ist es gut. So wie das Meer ist das Leben, ewige Ebbe und Flut“, heißt es in einem Song von Hildegard Knef. Und so wird auch dieses Jahr, in dem Sie die Gezeiten zwar als ein Auf und Ab erleben, aber nicht als Sturmflut. Das liegt an den Energien der Sonne, dem herrschenden Planeten 2024, und dem Mond, der die Krebse lenkt. Ein Widerspruch, der zum Glück ungeahnte Fähigkeiten in Ihnen weckt. Eine davon: Akzeptanz. Die zweite ist Leichtigkeit. Gehen Sie an Bord einer Yacht – eine Luftmatratze reicht theoretisch auch – lassen sich von den Wellen wiegen und blinzeln Sie der Sonne fröhlich zu.

Innere Unabhängigkeit

Bis Ende Mai herrscht Ferienstimmung. Jupiter erlöst Sie vom „Ich muss“-Mantra und dem „Ja, mach ich“-Automatismus und lenkt den Fokus gezielt auf die schönen Dinge. Das kann eine flüchtige Begegnung sein, ein freundliches Gesicht in der Menge, das etwas in Ihnen bewegt. Das kann ein Schmetterling sein, der früh im Jahr über die noch fast kahlen Blumenbeete tanzt. Das kann ein Lob, ein spontaner, ausgelassener Abend, eine hauchdünne Porzellantasse sein, aus der der Tee so viel besser schmeckt. Sie haben ohnehin ein feines Gespür und eine sagenhafte Intuition, jetzt aber wenden Sie Ihre Sensoren vor allem dem „Und“ zu, statt nach dem „Aber“ zu suchen. Sie dürfen den Erfolg genießen, für den Sie so lange hart gearbeitet haben und denken dabei nicht sofort an den nächsten, konsequenten Karriereschritt. Die innere Unabhängigkeit macht Sie frei, sodass Sie alte Freundinnen anrufen, um wieder dort anzuknüpfen, wo Sie vor 20 Jahren aufgehört haben. Neid und Knatsch von damals? Vergessen, irrelevant. Das Energielevel ist hoch, aber Sie können sich endlich davon lösen, noch mehr, noch besser performen zu wollen. Manchmal ist gut eben auch gut genug.

Pausen einhalten

Bei Menschen gilt das nicht. Hier bleiben nur die Besten in Ihrem inneren Zirkel, Energieparasiten und Pessimisten sortieren Sie mithilfe Saturns endgültig aus. Der Planet ist so etwas wie das kosmische Nebelhorn, erkennt Hindernisse und lässt das ganze Jahr radikale Ehrlichkeit in Beziehungen walten. Das kann dazu führen, dass Sie vielleicht weniger echte Kontakte haben als das LinkedIn-Netzwerk vorgaukelt, dafür begeben sich ausschließlich loyale Mitsegler mit auf die Fahrt, die vor Ihnen liegt. Während allerorten schlechte Nachrichten und düstere Zukunftsprognosen „Titanic“-Stimmung verbreiten, haben Sie nicht nur eine Vi­sion von einem positiven Übermorgen, sondern auch einen Plan. Sie sind der Kapitän und geben den Kurs an, heuern die richtigen Partner und Mitdenker an. Was erst als kleine Jolle ablegt, wird schnell eine Arche Noah für andere, die etwas bewegen wollen. Im August kann es sein, dass Sie größer denken müssen und eine ganze Flotte von Positivismus-Tankern in See stechen lassen, so mitreißend ist Ihr Esprit, so klar Ihre Botschaft. Achten Sie nur immer wieder darauf, Auszeiten einzuhalten, sich Pausen zu gönnen. Dann können Sie im Dezember der Sonne verschwörerisch zublinzeln, weil Sie wissen: Wir haben gemeinsam einen Stein ins Meer geworfen, der weite Kreise zieht. Auch über 2024 hinaus.


LÖWE (23.7. – 23.8.)

Genug gebrüllt – im neuen Jahr sollten Sie lieber zuhören. So öffnen sich neue, sehr spannende Perspektiven

Im Mittelpunkt

Wofür stehen Sie morgens auf? Was können Sie geben? Worin sind Sie wirklich gut? Und was brauchen Sie zum Leben? Das sind die Fragen, die der japanischen Philosophie Ikigai zugrunde liegen. „Iki“ steht für Leben und „gai“ für Wert; es geht darum, das Sein mit einem Gefühl von Fülle, Erfüllung und Glück zu genießen, was immer das individuell bedeuten mag. 2024 ist Ihr Ikigai-Jahr. Die Sonne unterstützt und sorgt für erhellende Momente auf dem Weg, und Sie kommen dem oft diffusen Streben nach Glück ein ganzes Stück näher. Als Löwe wird Ihnen astrologisch ein Sonderstatus eingeräumt, Sie gelten als das ultimative Feuerzeichen. Mit diesem Nimbus halten Sie es für selbstverständlich, im Mittelpunkt des Universums zu stehen und als Vorbild zu agieren. Ihre Währung: Aufmerksamkeit.

Hinterfragen 

Aber 2024 sieht eine Finanzreform vor. Ihr Thema für dieses Jahr ist es, eine neue Vision zu entwickeln, statt in Nostalgie zu schwelgen. Jupiter unterstützt ab der zweiten Jahreshälfte dabei, die entscheidenden Weichen zu stellen, das Leben einmal neu zu denken. Passt der Job noch, in dem Sie so viel Anerkennung bekommen haben und für den Sie einiges an Privatleben, vielleicht sogar Träume aufgegeben haben? Vielleicht haben Sie schon längst etwas anderes entdeckt, in dem Sie völlig aufgehen? Denken Sie nach, ob Ihr Gespür für Gestaltung und Stil, für Kommunikation und Ihr außergewöhnliches Gastgebertalent nicht Optionen bieten, den Alltag neu zu gestalten. Der Weg dahin kann über eine längere Auszeit führen, die passenden kuratierten Unterkünfte für einen Haustausch mit gleichgesinnten Ästheten in Palm Springs, Oaxaca oder Tokio finden Sie auf Webseiten wie „Kindred“ oder „Behomm“. Denn eine neue Umgebung trägt dazu bei, den Horizont zu erweitern und Perspektiven zu entwickeln. Bleiben Sie offen und haben Sie keine Angst vor Feedback. Vor allem seien Sie geduldig. Sie sind am Anfang von etwas, nicht am Ende. Echter Fortschritt braucht Zeit, Japaner gehen davon aus, dass Meister ihres Handwerks, die „Takumi“, 60 000 Stunden bis zur Perfektion brauchen.

Mal wieder melden 

Ein wichtiger Teil des Ikigai sind aber auch andere Menschen. Freunde, Partner, die Gemeinschaft spielen eine große Rolle in der Lebenszufriedenheit. Haben Sie da eventuell etwas Nachholbedarf? Sie neigen dazu, wie eine Sonnenkönigin ein kleines Glöckchen zu läuten: Man möge mir huldigen! Damit kommen Sie nicht länger durch, wenn Venus und Mars ab Juli miteinander rivalisieren. Die einen wollen endlich selbst gesehen und gehört werden, die anderen rufen nach flachen Hierarchien. Arbeiten Sie an Kommunikation und Einfühlungsvermögen, dann lösen sich Streit und Konflikte. Um den japanischen Weg Hand in Hand mit Jupiter zu Ende zu gehen, achten Sie auf die Gesundheit. Der Glücksplanet bringt eine robuste Konstitution, braucht aber dabei Ihre Unterstützung: Machen Sie Pausen und Atemübungen. Die „Japan“- oder „Long-Breath“-Methode wird als Fitness- und Anti-Aging-Wunder gehandelt. Schalten Sie öfter ab. Auch darin liegt Glück.


JUNGFRAU (24.8. – 23.9.)

Genug geschafft: 2024 gibt Ihnen die Gelegenheit abzutauchen. Und mit der Langsamkeit kommt auch Kreativität

Langsamkeit

Eine griechische Insel zur Mittagszeit, die Füße im heißen Sand, das Blau des Meeres vor Augen, von links schiebt sich am Horizont ein Segelschiff ins Bild. Szenenwechsel: Die bunte Unterwasserwelt an der Küste Ostafrikas, eine Meeresschildkröte zieht majestätisch vor der Taucherbrille vorbei, an Land duftet es nach gebratenen Bananen und Chapati. Oder: acht Jahrhunderte zurück, nach Florenz, wo in den Gärten eines Palazzo die Zitronenbäume blühen, Bienen und Libellen durch die Luft zirren. Was das alles miteinander zu tun hat? Es geht um die Entdeckung der Langsamkeit, ob es nun das griechische „sigá sigá“, die afrikanische Variante „pole pole“ oder das „festina lente“ der Medici ist. Zur Ruhe kommen in einer rastlosen Zeit, das ist auch die Botschaft, die Ihnen die Sonne 2024 mitgibt.

Umwege nehmen 

Bislang haben Sie am liebsten die Autobahn genommen, um ans Ziel zu rauschen. Wären Sie bei „Was bin ich?“ zu Gast, die typische Handbewegung wäre ein Haken in der Luft gewesen: Check, erledigt! Jetzt aber sorgen nicht nur Planeten wie Saturn und Jupiter, sondern auch der Wandel der Zeit dafür, dass Sie lernen, auch mal Umwege zu nehmen, Hindernissen mit Kreativität statt Disziplin zu begegnen, zu improvisieren. Sie stolpern nicht wie einst Cosimo de’ Medici über eine Schildkröte, sondern über den Alltag und Ihre Ungeduld. Bremsen bedeutet aber nicht ausgebremst werden, ganz im Gegenteil. Natürlich dürfen Sie nach Griechenland verreisen oder auf Safari gehen, aber heben Sie sich das für die zweite Jahreshälfte auf und nutzen Sie die ersten fünf Monate, um Chancen zu ergreifen, die Ihnen Jupiter vor die Füße legt. Mehr Verantwortung, mehr Einfluss sind die eine Option; eine Aufgabe, die Ihren Talenten entspricht, die andere. Was Sie sich auf diesem Weg von den Medici abgucken können? Fördern Sie andere, statt überall Konkurrenz zu wittern. Sie werden sehen, dass man gemeinsam nicht nur mehr erreicht, sondern auch mehr Freude hat.

Weg von der Rationalität

Diese Erkenntnis überträgt sich auch auf das Privat­leben. Wenn Sie sich auf neues Terrain wagen und vielleicht bei der nächsten Party, dem nächsten Dinner nicht nur Small Talk machen, sondern sich auf Deep Talk einlassen, bekommen Sie Unterstützung von Menschen, die neue Möglichkeiten und Denkweisen eröffnen. Sie müssen sich nicht neu erfinden, sondern Inspirationen sammeln und so zusammensetzen, wie es für Sie richtig erscheint. Verlassen Sie – bitte nur ein Stück – die rationale Welt, in der Sie zu Hause sind, und betreten einen Raum mit mehr Herz, mehr Emotion und, auch wenn es esoterisch klingt, mehr Seele. Das weitet das Hirn und macht Ihre Welt so viel größer. Nicht alles ist schwarz-weiß, nicht alles Absurde unnütz, nicht jedes Problem nur ein Hindernis, sondern vielleicht sogar interessant. Das Neue ist nun Ihre Sauerstoffflasche auf dem Tauchgang namens 2024. Und wenn Sie im Dezember wieder auftauchen, dann schön langsam. Ein Boot zieht vorbei, Libellen flirren, und wenn Sie eine Schildkröte sehen, stolpern Sie nicht darüber, sondern gehen Sie ein Stück des Weges gemeinsam mit ihr. Langsam, sigá sigá.


WAAGE (24.9. – 23.10.)

Ein Ende ist immer auch ein neuer Anfang: Ihr Jahr ist von Dualität geprägt und verspricht, spannend zu werden

Anfang und Ende

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ Und: „Ich kann warten, ja.“ Sie wundern sich zu Recht, denn diese zwei Sätze haben nichts miteinander zu tun und beschreiben dennoch das kommende Jahr. Beim Pferde-Salat-Unsinn handelt es sich um den allerersten Satz, der je durch ein Telefon gesprochen wurde (1861, am Apparat der Erfinder J. P. Reis). Der zweite Satz ist der letzte in Zsuzs­na Bánks Roman „Der Schwimmer“ und ein Beispiel für die Kunst, Dinge abzuschließen. Anfang und Ende bekommen für Waagen 2024 eine außerordentliche Bedeutung. Die Sonne als Jahresregent bringt Ihnen neue Menschen und Inspiration; Pluto hilft dagegen, Dinge aus der Vergangenheit erst aufzuarbeiten und dann ad acta zu legen. Es gibt viel zu tun, dazwischen bleibt – wie in jedem guten Gespräch oder Buch – viel Raum für Fantasie und Freude.

Häuslicher Frieden

Gemeinhin wird in der Literatur und im Leben viel Wert auf den ersten Eindruck gelegt. Ein guter erster Satz entscheidet, ob wir uns in einen Menschen oder in ein Buch verlieben, ob wir berührt werden. Mars macht zwar zu Beginn des Jahres etwas lethargisch, aber so bleibt genug Zeit, sich dem häuslichen Frieden zu widmen. Es geht zu wie bei den Buddenbrooks, Streit und Zerwürfnis drohen an mehreren Fronten. Da hilft es, dass Sie als geborene Diplomatin vermitteln und mit Ihrem empathischen Wesen die wahren Ursachen hinter den Konflikten erkennen. Diese Gabe auch bei sich selbst anzuwenden, ist eine größere Herausforderung. Woher kommen die Selbstzweifel, die Sie immer mal wieder quälen? Woher die tiefe Traurigkeit, die ab und zu aufwallt? Gehen Sie auf Spurensuche und lösen Sie sich von alten Glaubenssätzen und vererbtem Leid. Ist die Vergangenheit bereinigt, warten nämlich in den nächsten Kapiteln des Jahres Schatzinseln des Glücks.

Chance für das Alte 

Zur Sonne gesellt sich ab Juni noch Jupiter, und Ihre Sehnsucht nach Liebe und Abenteuern wächst. Sie können sich jetzt entscheiden, ob der Fokus auf Drama oder Romanze gelegt werden soll. Je zugewandter, interessierter und unterstützender Sie und Ihr Partner miteinander umgehen, desto stärker wächst das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Egal, wie lang der gemeinsame Weg bis dato war, wie oft Sie schon daran dachten, dieses Buch für immer zu schließen, der Sommer 2024 kann zu einem neuen Anfang werden. Wo Beziehungen jedoch zwischen Routine und Gefühlskälte stagnieren, kann ein Ende auch befreiend wirken und ein neuer Anfang sein. Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken über überraschende Plots des Lebens, sondern blättern Sie mutig weiter zur nächsten Seite beziehungsweise Chance. Ab November bereitet der Kosmos ein märchenhaftes Finale vor. „Und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende“, heißt es bei den Gebrüdern Grimm meistens. Bei Ihnen bedeutet es, dass Sie zufrieden, erfolgreich, im Einklang mit Ihrem Leben die Geschichte 2024 zuklappen und sich auf die nächste Ausgabe freuen. 2025 wird, so viel vorweg, ein Venusjahr, im Mittelpunkt steht die Liebe.


SKORPION (24.10. – 22.11.)

Wenn Sie sich auf Ihren Mut – auch den zur Schwäche – verlassen, gewinnen Sie 2024 alle Herzen

Wer auf dem Centre Court in Wimbledon Tennis spielt, muss diesen eleganten Sport zum einen perfekt beherrschen, zum anderen selbst­bewusst genug sein, um sich nicht von der Inschrift einschüchtern zu lassen: „If you can meet with triumph and disaster and treat those two impostors just the same.“ Der Vers stammt aus dem Gedicht „If“ von Rudyard Kipling und bedeutet so viel wie: „Wenn du Triumph und Niederlage hinnimmst und beide Blender gleich behandelst.“ Ziehen Sie das weiße Tennisdress an, vergessen Sie das Schweißband nicht und holen Sie die innere Venus Williams hervor: Sie schlagen 2024 mit der Sonne im Doppel zu einem Match auf, das spannend, überraschend und unterhaltsam sein wird. Das Ergebnis? Zeigt sich am Ende des dritten (Ab-)Satzes.

Sich treu bleiben

Das Jahr geht direkt ohne Aufwärmtraining mit einem Ass los. Sie müssen sich nicht einmal anstrengen, um Erfolg zu haben. Aber bitte nicht leichtsinnig werden, denn Ihre Entscheidungen haben für die nächsten Jahre Gültigkeit. Überlegen Sie sich eine Strategie, mit der Sie dauerhaft zufrieden sind, werden Sie sich über Prioritäten klar und fragen Sie sich, wo Sie Ihre Stärken einsetzen wollen. Obwohl heute viele Menschen Sinnhaftigkeit im Job suchen, muss es nicht bedeuten, dass Sie zu einer NGO wechseln. Sinn bedeutet, etwas bewegen zu können – das Was ist dabei weniger wichtiger als das Wie. Bleiben Sie sich treu und gehen Sie Ihren Weg, dann gewinnen Sie nicht nur einen Punkt, sondern das Spiel. Das Gras ist selbst in Wimbledon auf dem Nachbar-Court nicht grüner.

Klartext

Ihr Trainer Jupiter sorgt mit seinem Glücksprogramm dafür, dass Sie bis Ende Mai kaum ins Schwitzen kommen. Trotzdem: Irritiert vom ungewohnten Applaus verstecken Sie sich beim Seitenwechsel unter dem Handtuch. Unsicherheit zugeben? Nicht Ihr Ding. Damit Sie das Publikum (alias Freunde und Familie) weiter anfeuert, öffnen Sie sich! Wer Freude zeigt und seine Sorgen und Ängste verbalisiert, den trägt eine Welle der Empathie durch die zweite Hälfte. Mit Ihrer Intuition und der Gabe, den Dingen auf den Grund zu gehen, werden Sie zu einem beliebten Hitpartner und können Ihre soziale Seite ausleben.

Auf Kurs bleiben

Auf dem kosmischen Court verlieren Sie nach dem guten Start im Herbst dann ein paar Punkte an Uranus. Er taktiert mit Lobs und Slices, damit Sie kämpfen und nicht an der Grundlinie kleben. Mut und Urvertrauen brauchen Sie, damit Störenfriede nicht Ihr Spiel kaputt machen. Ende September, wenn Venus in Ihrem Zeichen steht, sind Sie anfällig, sich von Zwischenrufen aus dem Konzept bringen zu lassen. Ignorieren Sie Menschen, die zu heftig das Fan-Fähnchen schwenken, dahinter steckt oft mehr Kalkül als Ehrlichkeit. Das bringt uns noch mal zu Kipling, denn auch dort ist in der vierten Strophe von Wortverdrehern und Saboteuren die Rede. Das Gedicht endet aber mit den Worten: „Wenn du erfüllst jede unerbittliche Minute mit tiefstem Sinn, empfange deinen Lohn: Dein ist die Welt …“ Sie gewinnen das Turnier des Jahres deutlich – mit Reife, Klarheit und Leichtigkeit. Großes Tennis.


SCHÜTZE (23.11. – 21.12.)

Genauigkeit und eine Prise Geduld verhelfen Ihnen zu einem Jahr mit Zuckerguss und neuen Zielen

Sie entscheiden

Man nehme einen Becher Joghurt und messe damit weitere Zutaten ab – 2 Becher Zucker, 3 mit Mehl etc. Heraus kommt mit ein bisschen Rühren und Hitze ein französischer Gâteau au yaourt. Man kann aber auch eine armlange Zu­tatenliste des Weltklasse-Patissiers Cedric Grolet nutzen, Crèmes, Brioche-Teig und mehrere Ganaches anrühren und einen ganzen Tag damit zubringen, um eine Tarte Tropézienne auf den Tisch zu stellen. Die gilt als Lieblingssüßigkeit von Brigitte Bardot und ist eine luftige, aber aufwendige Verführung. Beides ist schlussendlich … Kuchen. Wie Sie dieses Jahr an Dinge herangehen, ob Sie es sich einfach machen oder auf Showeffekte setzen, kleine Brötchen backen oder fünfstöckige Torten, bleibt Ihnen überlassen. Die kosmischen Zutaten Sonne und Jupiter machen 2024 ohnehin zu einem Jahr mit Zuckerguss.

Langweilige Perfektion?

Überhaupt: Warum selbst in der Küche stehen und nicht nach Paris fahren zum Schlemmen? Nicht nur, um in Yuzu Meringue oder Croissant-Torten zu schwelgen, sondern auch, um von der Liebe zu kosten. Da haben Sie vor allem ab Mai dank Sonne und Jupiter so etwas wie eine Gelinggarantie – selbst langjährige Partnerschaften erreichen eine neue Stufe. Wünsche werden wahr, weil beide Lust haben, den anderen zu verwöhnen und dabei neue Seiten entdecken. Vielschichtig wie ein Millefeuille kommt einem das Gegenüber plötzlich vor, und Sie selbst fühlen sich verstanden und gesehen. Das tut gut, denn mehr als jedes andere Sternzeichen brauchen Schützen Anerkennung. Die Erkenntnis: Leben ist wie Backen. Genauigkeit, Geduld und eine Prise Glück bringen die besten Ergebnisse. Das können Sie sich handschriftlich neben das Jahres-Rezept kritzeln, damit Sie nicht der alten Sehnsucht nach Wandel nachgeben. Auf Dauer langweilt Sie nämlich Perfektion, und die Neugier will übernehmen. Das mag im Beruf zu Erfolg führen, im Privatleben können Sie Versuchungen durchaus auch mal anbrennen lassen.

Jetzt!

Zum Glück sind Sie in den letzten Jahren gewachsen und gereift, sodass Sie sich nicht mehr permanent vergleichen müssen. Sie agieren besonnener, lassen sich für Wesentliches mehr Zeit, beweisen Rückgrat – und konnten Ballast abwerfen. Diese innere Ruhe gibt Kraft. Falls Sie sich bislang nicht getraut haben, auf die innere Stimme zu hören – jetzt ist der ideale Zeitpunkt. Das Team aus galaktischen Spitzenköchen gibt Ihnen das Selbstvertrauen, Dinge zu wagen und nicht länger hinter Ausreden oder schwarzmalerischen Prognosen zu verstecken. Devise: lieber fehlerhaft starten als zögern. Falls Sie schon länger mit einem Plan B liebäugeln, sei es, ein Riad zu renovieren, ein Buch zu schreiben oder eine Konditorei zu eröffnen, dann ebnen sich nun die Wege. Es kann aber auch Plan A bleiben, dann bekommen Sie mehr Einfluss, mehr Verantwortung, mehr Mitspracherecht. Das können Sie so dezent und unaufgeregt wie einen Joghurt­kuchen machen. Oder Sie geben Ihrer inneren Tarte Tropézienne freie Hand und stellen sich ins Rampenlicht. Ein Glückskeks sind Sie in jedem Fall.


STEINBOCK (22.12. – 20.1.)

Die zähen Zeiten sind vorbei, jetzt zieht endlich wieder innere Unbeschwertheit bei Ihnen ein

Nicht zurücklehnen

Ein Dutzend Kamele im Vorgarten, Schneeflocken-Zauber im Wohnzimmer, ein Rendezvous mit König Charles III. bei Espresso Martini – was davon wünschen Sie sich? 2024 wäre tatsächlich alles drin! Wie Konfetti regnen Optionen herab, und Regen bedeutet in Ihrem Fall ein warmer Wellness-Duschstrahl. Während sich jetzt jedes andere Sternzeichen selig zurücklehnen würde, löst diese Aussicht bei Ihnen aber eher Unruhe aus, nicht wahr? Sie sind lieber der Sex als die Zigarette danach, das Rennen anstatt der Zieleinlauf.

Das Gute kommt zurück

Die vergangenen Jahre waren für niemanden einfach, das haben weltweite Krisen und Transformations­prozesse so an sich. Bei Ihnen lungert zudem Pluto seit 2008 fast ununterbrochen in der Ecke herum, so dass jede Menge Gewissheiten auf den Kopf gestellt wurden. Und Sie? Sie haben sich an das Problematische gewöhnt. Jetzt aber kommt mit Jupiter und der Sonne das Glück zurück. Zunächst blinzeln Sie irritiert, geblendet wie das Reh vom Scheinwerferlicht. Das Gute: Die Starre hält nicht lange an, schließlich sind Sie eine Macherin. Wo Zweifel waren, tun sich jetzt jede Menge Optionen auf. Das Können war schon immer da, Sie haben sich nur nicht getraut, etwa Ihr Hobby zum Beruf zu machen und Sonaten nicht nur für den Mond zu spielen oder Abendessen nicht ausschließlich nur für gute Freunde zu geben. Jetzt begeistern Sie als Pianistin Zuschauer oder kochen für eine ganze Gesellschaft sechs Gänge. Vergessen Sie dabei nur nicht, dass die schönste Party diejenige ist, auf der sich auch die Gastgeberin amüsiert. Die Balance aus Arbeit und Vergnügen zu finden, wird Ihre Aufgabe, denn Sie neigen dazu, es mit Ihrem Perfektionismus zu übertreiben. Neptun unterstützt zum Glück dabei, mehr Leichtigkeit zuzulassen. Wann sind Sie das letzte Mal unbeschwert durch den Garten getanzt oder haben dem kindlichen Bedürfnis nachgegeben, einen Hügel hinunterzukullern? Fahren Sie am besten nach Arcachon und nehmen Sie direkt die größte Wanderdüne in Angriff. Sie werden sehen: Unten angekommen haben Sie jeden Ballast der letzten Jahre vergessen (dafür werden Sie noch Wochen Sand in den Taschen finden).

Leinen los!

Mit der Unbeschwertheit kommt auch die Abenteuerlust zurück. Venus lässt sich gleich am Anfang des Jahres blicken und werkelt zunächst an der Selbstliebe, dann an der Beziehung zu anderen. Sie, die lieber im Alleingang agieren, werden mit Unterstützung überhäuft; nun müssen Sie all diese wohlwollenden Menschen um sich herum nur noch akzeptieren. Die selbst gewählte Abschottung ist passé, und Gemeinschaft stärkt. Nicht zuletzt, weil Sie nun Liebe und Angst, Wut und Trotz, Einsamkeit und Langeweile unterscheiden und einordnen können. Wenn Sie die alten, verknoteten Leinen kappen, die Sie sich im Leiden an der Welt auferlegt haben, dann entfesselt sich Ihr Heißluftballon im Januar und fliegt bis Dezember über magische Orte und Landschaften. Im Laufe des Jahres werden Sie alle kosmischen Gaben annehmen können und sich, wenn der Sinn wirklich danach stehen sollte, auch Kamele im Vorgarten erlauben. Nicht fragen, einfach genießen.


WASSERMANN (21.1. – 19.2.)

Eine unabhängige Visionärin wie Sie braucht die Welt, aber Sie brauchen dafür zwingend Rückzugsräume

Widerstand

Belfast sei das Paris des Nordens, Kyoto das Venedig des Ostens und Faro das Palm Springs Portugals. Oder nehmen Sie Mozart, Kurt Cobain oder Amy Winehouse: Alle sind angeblich schon zig Male in anderer Gestalt auferstanden. Vergleiche hinken nicht nur, sie werden auch nichts und niemandem gerecht. Wenn die Sonne im Januar die Regentschaft übernimmt, zählt Authentizität mehr denn je. Als One-Woman-Zukunftsinstitut wissen Sie natürlich schon längst, welche Perspektiven auf lange Sicht relevant werden und wie Sie Ihre Stärken dabei einsetzen können. Diese Qualitäten auch gegen Widerstände und ewige Nostalgiker durchzusetzen, wird die Aufgabe des Jahres 2024 sein. Visionäre Außenseiter brauchen vor allem eins: Courage.

Geduld mit Beharrlichkeit

Um Unbekanntes zu entdecken, muss man nicht verreisen. Man muss nicht einmal das Sofa verlassen. Neues liegt oft näher, als man denkt, man muss sich nur trauen. Den einen Schritt gehen, oder besser: den einen Gedanken denken. Dass Sie das können, haben Sie in den letzten Jahren oft genug bewiesen, scheiterten aber immer mal wieder am mangelnden Enthusiasmus, dem eigenen und dem der anderen. Im Januar schiebt sich Pluto in Ihr Sternzeichen und ebnet den Weg für Veränderungen. Endlich! Allerdings geriert sich dieser Planet wie ein Teenager. Nichts geht sofort, alles braucht mindestens drei Aufforderungen. Ähnlich wie bei „Jemand müsste mal den Müll runterbringen“ kann es bei Anregungen wie „Wir müssten mal unsere Beziehung neu denken“ oder „Wir müssten mal einen anderen Ansatz im Unternehmen versuchen“ zu genervtem Stöhnen kommen. 20 Jahre braucht Pluto für eine Runde um die Sonne, haben Sie also Geduld. Auch Rom – weder das Original noch die litauische Version (Vilnius, das Rom des Nordens) – wurde nicht an einem Tag erbaut.

Gesunde Selbsteinschätzung

Eine Tugend, die jetzt weiterhilft, heißt Flexibilität. Funktioniert es auf einem Weg nicht, Ideen durchzusetzen, gehen Sie einen anderen. Keine Sorge, Sie werden dieses Spiel nicht etwa 20 Jahre spielen müssen. Vor allem aber sind Sie nicht allein am Werk, sondern bekommen kosmische Mitstreiter. Im ersten Quartal mischt Mars als Energieversorger mit und sorgt für die nötige Durchhaltekraft. Ende Mai verstärkt der erfolgsverwöhnte Jupiter das Team Wassermann und bringt das nötige Quäntchen Glück, das man für ehrgeizige Projekte braucht. Er trainiert mit Ihnen aber auch die gesunde Selbsteinschätzung. Daraus resultiert die Erkenntnis: Sie halten die Rolle als Visionärin und Impulsgeberin nur mit der nötigen Ruhe durch. Gerade in unserer lauten Zeit ist Stille nicht leicht zu finden, immer murmeln irgendwo Stimmen, surrt ein Kühlschrank, hupt ein Auto. Suchen Sie sich Orte und Gelegenheiten, um den Geräuschpegel zu reduzieren. Das muss keine Robinsonade auf einer einsamen Insel sein, obwohl Sie das Alleinsein durchaus schätzen. Interessant ist die innere Stille. Wo Sie die finden, ob im nördlichen Paris oder in Kyoto selbst, das verrät die Astro-Kartografie. Probieren Sie es aus, neugierig genug sind Sie ja!


FISCHE (20.2. – 20.3.)

Wenn Sie den Bauch entscheiden lassen statt den Kopf, fahren Sie dieses Jahr um Klassen besser

Der eine Weg

Das Leben ist wie eine Bahnfahrt: mit ungeplanten Zwischenstopps, Umwegen und mehr oder minder bereichernden Wegbegleitern – dazu gibt es entweder einen Hauch von Abenteuer, Nostalgie oder sogar Luxus on top. Wenn der Zug Nr. 2024 also am Bahnsteig steht, steigen Sie ein und genießen Sie die Fahrt, unabhängig davon, welche realen Verspätungs- und Klimaanlage-Ausfall-Traumata Sie schon erlebt haben. Bei der Fahrt durch das Sonnenjahr können Sie sich an die Weisheit aus dem Wes-Anderson-Film „Darjeeling limited“ halten: Ein Zug kann sich nicht verirren, er fährt auf Schienen. Sie werden zwar nicht durchgehend erster Klasse unterwegs sein, es wird Unterbrechungen und unbequeme kosmische Mitreisende geben. Dafür gewinnen Sie laut Kursbuch Erfahrungen und Selbstbewusstsein. Endstation: Erfüllung statt Sehnsucht.

Die richtigen Antworten

Wenn die Sonne als Zugchef im Januar in die Trillerpfeife pustet, setzen Sie sich in Fahrtrichtung und verstauen erst einmal das Gepäck mit den Unannehmlichkeiten vergangener Jahre. Vielleicht haben Sie es auch auf dem Bahnsteig vergessen und sind jetzt ohne schweren Rucksack unterwegs. In Ihrem Abteil lässt sich gleich zu Beginn Jupiter nieder, ein äußerst angenehmer Reisebegleiter. Er weist auf reizvolle Optionen im Fahrplan hin. Ob Sie – besonders beruflich – nur einen Seitenblick wagen oder gar aussteigen, das entscheiden Sie allein. Lassen Sie dabei weniger Ratio walten als den Bauch, damit fahren Sie dieses Jahr besser. Sehen Sie Angebote vor allem als eine Möglichkeit, sich aus einer festgefahrenen Position zu befreien. Auch wenn nicht alles hundert Prozent gefällt, ist es vielleicht doch ein Schritt in die richtige Richtung. Solange Jupiter bis Ende Mai galant unterhält, bemerken Sie die anderen kosmischen Mitreisenden kaum. Saturn etwa, der ein Image hat wie Hamburger essende Dauertelefonierer. Dabei ist der Planet eine wichtige Reisebekanntschaft, die eine Taschenlampe für Tunnelstrecken dabeihat. Er sorgt dafür, dass Sie Antworten zu großen Fragen sehen, die Sie schon länger umtreiben. Wo wollen Sie leben? Wie? Mit wem? Ist Sicherheit wichtiger oder Freiheit? Saturn ist etwas ruppig mit seinem Realitätscheck, aber macht wie ein Schaffner nur seinen Job. Wer einen Fahrschein vorweisen kann, darf weiter mitfahren. Sie werden sich von Lebenslügen trennen und neue Wahrheiten entdecken. Mit jeder Antwort erkennen Sie vor allem, dass Sie eigentlich der Kontrolleur sind und fühlen sich in Zukunft sicherer in Ihren Entscheidungen.

Kritik ist willkommen

Mut und Demut liegen auf jeder Reise dicht beieinander. Während Sie an einigen Stationen beherzt Alternativen aussortieren, gilt es auf der zwölfmonatigen Reise auch Resilienz an den Tag zu legen. Lernen Sie, besser mit Kritik umzugehen, statt das „Bitte nicht stören“-Schild an die Abteiltür zu hängen. Geben Sie anderen eine Chance, aufrichtig mit Ihnen zu kommunizieren. Dann wird der Rest des Jahres, vor allem wenn Ihnen Jupiter im September wieder freundlich auf die Schulter tippt und die Sonne durch das Zugfenster scheint, eine Fahrt in der Schwebebahn.