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Leben

Homeschooling: Nützliche Tipps für mehr Familienglück

Seit Corona hat sich einiges verändert – für die Erwachsenen wie auch für die Kinder. Vor allem weil Schule nicht mehr wie gewohnt stattfindet, sondern zeitweise (oder gar über Wochen hinweg) ins Homeoffice verlegt wird. Kein Toben über die Flure, kein gemeinsames Spielen oder Chillen in den Pausen und schon gar kein normaler Unterricht in den Klassen. Im einst unbeschwerten Alltag der Kinder und Jugendlichen stehen nun Disziplin und Verzicht an erster Stelle, vom Maskentragen und Einbahnstraße-Laufen im Schulgebäude bis hin zu technischen Skills am Bildschirm zuhause. 

Hüttenkollaps und Coronablues? Was laut Experten pro Altersstufe hilft und die mentale Gesundheit stärkt!

Homeschooling
Homeschooling kann auf Dauer belastend werden Foto: Plainpicture

Psychologen sehen in der momentanen Situation eine große mentale Belastung, für die Kinder wie auch für die Eltern. Dabei meistern die Familien das Homeschooling bewundernswert gut! Dennoch schwinden Motivation und Geduld zusehends oder der Familiensegen hängt schief. Weil auch die Eltern unter beruflichen (und mentalem) Druck stehen und zudem bei schulischen Problemen nicht immer helfen können – Begriffe wie Physik, Latein und Mathe lösen bei vielen ja eher beklemmende Erinnerungen als Geistesblitze aus! Mal ganz abgesehen von all den anderen Alltagsaufgaben, die es ja auch noch zu erledigen gibt. Denn wenn immer alle zu Hause sind, muss auch mehr eingekauft, gekocht und geputzt werden! Umso wichtiger, dass weder Ihre Partnerschaft noch Ihr Familienleben darunter leidet. Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, wieder mehr Gelassenheit und positive Vibes ins Homeschooling zu bringen.

1. Die Arbeitsatmosphäre

Um konzentriert arbeiten zu können, ist die Arbeitsatmosphäre, sprich der Arbeitsplatz, wichtig. Merke: Tisch und Stuhl sind besser als Bett, Teppich oder Couch! Zudem sollte der Arbeitsbereich aufgeräumt, gut gelüftet und ruhig sein.

MADAME.de-Tipp: Jüngere Kinder genießen die Nähe zu ihren Eltern, können am Esstisch arbeiten oder eine eigene Sitzecke im Arbeitszimmer haben. Teenager brauchen ihr Refugium, versinken allerdings gern in Unordnung! Jeden Abend ans Aufräumen erinnern, also Arbeitsblätter abheften und leere Tassen und Teller zurück in die Küche bringen, dann klappt der Start am nächsten Morgen deutlich besser.

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Vor allem jüngere Kinder brauchen Nähe und Bewegung Foto: Plainpicture

2. Struktur und Pausen

Wichtig! Ein fester Zeitplan bringt Struktur in den Tagesablauf und beugt Chaos und Streit vor. Frühstück und Mittagessen rahmen den Schultag; die Kernzeit von 8 Uhr bis etwa 13 Uhr sollte zwei Pausen von etwa 20 Minuten beinhalten. Erst nach den Hausaufgaben beginnt die Freizeit. Sorgt für eine gesunde Balance zwischen Pflicht und Vergnügen und deutlich mehr Gelassenheit im Alltag.

MADAME.de-Tipp: Jüngere Kinder in den Pausen an die frische Luft jagen und so richtig austoben lassen, Bewegung tut gut! Bei Teenagern und Jugendlichen zumindest mal das Fenster öffnen und für frischen Sauerstoff sorgen – und bei dieser Gelegenheit gleich mal checken, ob im Display wirklich ein Videocall oder Netflix läuft! Essen und Trinken nicht vergessen, ideal sind Vollkorn-Snacks, Joghurt oder Obst sowie Wasser und Tee.

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Teenager ziehen sich gern zurück Foto: Plainpicture

3. Mehr Gelassenheit

Seien Sie mit sich und ihren Kindern nicht so streng! Nur weil ein Vokabelabschnitt mal nicht sitzt oder die Schlafenszeit bedenklich nach hinten gerutscht ist, geht die Welt ja nicht unter. Immer abwägen, ob Strenge nötig ist oder nur für noch mehr Stress sorgt. Solange im Großen und Ganzen alles klappt, besteht kein Grund zur Sorge. Leben Sie Ihren Kindern diese Gelassenheit und Fröhlichkeit vor und bemühen Sie sich auch in stressigen Situationen um einen liebevollen, respektvollen Umgang miteinander. Wichtig: Das Kind und Ihr Familienglück stehen immer an erster Stelle! Alles andere wird untergeordnet.

4. Aufmerksamkeit, Anerkennung und Kommunikation

Egal in welchem Alter Ihr Kind ist, das A und O sind Aufmerksamkeit, Kommunikation und Anerkennung. Auch wenn Sie grad selbst in einer Phasen hoher Anspannung stecken! Wie lief die Abfrage, war der Lehrer/die Lehrerin wieder so streng, was hat dir heute Spaß gemacht? Loben Sie auch kleinere Verdienste, vor allem aber wie gut das Homeschooling doch klappt! Und überraschen Sie Ihr Kind ab und zu mit einem Geschenk. Hilft gegen den Corona-Blues, motiviert und sorgt für positive Vibes. Auch bei einem selbst übrigens…

MADAME.de-Tipp: Jüngere Kinder lieben es, wenn man mit ihnen spielt, malt und tobt. Besser man nimmt sich täglich etwas Zeit dafür als dass man das Kind immer wieder abwimmelt. Teenager und Jugendliche ziehen sich zwar gern zurück, brauchen die liebevolle Zuwendung aber ebenso! Zeigen Sie Interesse für die neueste Pinterest-Sammlung oder das angesagte Handy-Spiel. Sollte der Nachwuchs in Lethargie und Antriebslosigkeit feststecken, stellen Sie Fragen und überreden Sie ihn zu einem Spaziergang oder einer Joggingrunde. Hormonschwankungen, Selbstzweifel, Streit und Liebeskummer können auf die Seele drücken. Dranbleiben!

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Gemeinsam toben, spielen, kuscheln und lachen tut so gut! Foto: Plainpicture

5. Quality Time

Ja, so langsam wird es eintönig und der Hüttenkollaps droht – auch weil man die Familie ja seit Monaten 24/7 um sich herum hat. Neben der Me-Time (abgesprochene Zeiten, in denen jeder mal ganz für sich alleine sein darf) trägt die gemeinsam erlebte Quality Time viel zur Familienharmonie bei. Das kann ein Rad-Ausflug oder Filmabend sein, bei dem man zusammen das Ziel/den Film ausgesucht hat. Oder ein ganz unkomplizierter und spontaner Moment: Einfach mal das Radio laut aufdrehen und mitsingen, ausgelassen tanzen und albern sein, zusammen lachen, eine Kissenschlacht machen und sich fest in den Arm nehmen. Stärkt den Zusammenhalt und macht glücklich! Und hilft über so manch einen Konflikt hinweg.

6. Beratung suchen

Wer trotz aller Bemühungen in einer Konfliktsituation feststeckt oder Besorgnis erregende Veränderungen an seinem Kind feststellt, sollte nicht zögern, sich professionelle Hilfe zu suchen! 

MADAME.de-Tipp: Auf neuen Portalen wie Familienservice.de, Psychologische-Coronahilfe.de und Corona-und-du.info haben Psychologen und Pädagogen wertvolle Tipps für Eltern, Jugendliche und Kinder zusammengestellt. Schnelle Hilfe bieten auch der Krisendienst, die Telefonseelsorge, das Jugendamt sowie der bundesweite Kinder- und Jugend-Notruf 116 111 sowie die Eltern-Hotline 0800 1110550.

Quelle: Kriseninterventions- und Bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen (KIBBS)