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Haute Couture

Haute Couture Week Paris 2020/2021: Die schönsten Highlights

2020 ist alles anders - auch in der Modewelt. Statt glamouröser Fashion Shows in Paris, findet die Modewoche nun trotzdem statt - digital; an Charme und Eleganz verliert sie dadurch nicht. Die schönsten Highlights

Model in Chanel
Chanel Haute Couture Herbst/Winter 2020/2021 Mikael Jannson

Ein Juli in Paris, die „Capitale de la mode“, ohne seine legendären Haute Couture Schauen - eigentlich undenkbar! Aber in Covid19- Zeiten ist eben alles anders. Die Präsentationen wurden bereits Ende März abgesagt - es war einfach zu riskant Säle mit bis zu 1500 Kundinnen,  Journalisten, Influencern und Fotografen zu füllen. Ein neues Konzept musste gefunden werden. Die Idee der „Fédération de la Haute Couture et de la mode (fhcm), der Verband, der allein entscheidet, wann ein Modehaus zur Haute Couture gehört und die Organisiation der Fashion Week verantwortet: Die Designer wurden eingeladen ihre Herbst-Winter Kollektionen in kurzen Videos auf der fhcm-Plattform online zu zeigen.

Also keine Verkehrsstaus in Paris, kein dichtes Gedränge der Streetstyle-Fotogafen vor den jeweiligen Locations. Stattdessen sitzen wir vor dem Computer und schauen uns im Stundentakt auf dem Computer an, was sich die Designer während des Lockdowns einfallen ließen, um ihre Haute Couture Modelle und ihr Corporate-Image außerhalb des üblichen Schauenspektakels in die Welt zu transportieren. Eine Premiere!

Die Highlights der Paris Haute Couture Week 2020/2021

Märchenstunde bei DIOR

Nymphen, Faune, Nixen in einem geheimnisvollen Märchenwald: Dior-Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri verlegte ihre Herbst-Winter 20-21 Haute Couture Kollektion in eine mystisch aufgeladene Traumwelt. Das knapp 15 minütige surrealistische Video „Le Mythe Dior“ wurde von dem italienischen Regisseur Matteo Garrone („Pinocchio“ 2019) im Bosco Del Sassetto in Italien  gedreht.

Vorbilder waren die Arbeiten von prägenden Figuren des Surrealismus wie Lee Miller, Dora Maar oder Jacqueline Lamba. Chiuri ließ Miniaturmodelle ihrer Haute-Couture Kollektion von zwei Pagen in einem überdimensionalen Koffer, der mit dem Dior-Gebäude in der 30, Avenue Montaigne bemalt war, wie eine Sänfte durch den Dickicht des Waldes zu den „Kundinnen“ tragen: Nymphen, eine Muschelfrau, eine weiße Nixe oder gar eine steinerne Venusstatue wählten aus den Abendroben der Miniaturen aus, die Pagen nahmen Maß und wie von Zauberhand wurden die Fantasia-Protagonisten zu DIOR-Stilikonen in Tüll, Chiffon oder Spitze.

Chiuris Inspiration war das „Théâtre de la mode“ 1945, direkt nach dem 2. Weltkrieg, als Ressourcen noch knapp waren und die Couture-Kundinnen noch nicht nach Paris reisten. Für kleine Puppen wurden damals von den Couturiers die edlen, teuren Roben geschneidert. Puppenspieler hauchten ihnen Leben ein und das Theater zog mit der Botschaft um die Welt: Die hohe Schneiderkunst in Frankreich lebt!

Dass die Dior's "petites mains" (dt.: kleine Hände), wie die Schneiderinnen in den Ateliers liebevoll genannt werden, die hohe Kunst des Schneiderns noch heute beherrschen, stand außer Frage. Mit den bis ins Detail perfekt gefertigten 37 Miniaturmodellen jedoch, bekamen sie tatsächlich eine reale Bedeutung.  

Chanels „ultra-rock“ - Romantik

Bei Chanel standen allein die Haute Couture Kleider im Mittelpunkt. „Opulenz und Sophistication“ lautete das Motto. Aber Kreativdirektorin Virginie Viard verzichtete völlig auf schmückendes Beiwerk. In schnellen Cuts – von Farbe zu Schwarz/Weiß wechselnd -  präsentierten die Models in dem Video von Mikael Jansson fünf Keylooks der insgesamt 30 Couture-Silhouetten in absolut cleanem grau-weißen Ambiente.

„Ich dachte an eine Punk-Prinzessin, die bei Morgendämmerung  Le Palace (ein Pariser Nightclub, der in den 1990-er besonders beliebt war / Anm. EMM) verlässt“, erklärt Virginie Viard. „Mit einem Kleid aus Taffetas, hochtoupierten Haaren, Federn und viel Schmuck. Karl hätte sie sicher gerne begleitet.“

Während die Präsentation im Januar noch von dem klösterlichen, minimalistischen Ambiente der Abtei von Aubazine geprägt war, in der Gabrielle Chanel erzogen wurde, setzte Virginie Viard diese Saison auf  Komplexität und Exzentrik. Ihre Referenz an Karl Lagerfeld. „Ich hatte ganz klar Karls Welt im Kopf.“ Inspiration waren die Heroinen in der Malerei des 19. Jahrhunderts. Die beiden Models im Video und den Fotos, Adut Akech und Rianne van Rompaey, trugen lange Kleider aus Samt, Chiffon oder Taffeta und schienen alten Ölgemälden entsprungen zu sein. Chanels legendäre Tweedkostüme fehlten selbstverständlich nicht. Eine kurze dunkelrosa Tweedjacke, in der Taille gesmokt und wie ein Minikleid über schwarze weit-über-das Knie-hohe-Wildlederstiefel getragen, war ein Statement: Virginie Viard´s ultimatives Zeichen ihrer „ultra-rock“ Romantik.

Die Zusammenfassung der Haute Couture Shows 2020/2021 wurde von Paris-Korrespondentin Eva Müller-May erstellt.

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