Fashion

Germany's Next Topmodel: anschauen oder nicht?

Es ist wieder soweit, Heidi Klum sucht Germany's Next Topmodel. Doch die einstige Casting-Show für talentierte Nachwuchsmodels wandelt sich langsam aber sicher zu einem durchschnittlichen Unterhaltungsformat, bei dem Schicksalsschläge und die persönliche Story scheinbar mehr zählen als das eigentliche Talent zum Modeln. Eindrücke zur ersten Sendung von Staffel 16. Das Motto: High Fashion in Berlin.

Nachdem wir Netflix so gut wie leergeschaut haben und selbst die Instagram-Stories der Bridgerton-Darsteller langsam an Reiz verlieren, erwartete man gespannt den Start der neuen GNTM-Staffel als eine der wohl am meisten polarisierenden Castingsendungen des deutschen Fernsehens. Schon die Trailer stimmten auf einige Neuerungen ein, besonders die Diversität der Teilnehmerinnen soll im Vordergrund stehen, was ja grundsätzlich nur zu begrüßen ist. Da man nach mehr als 60 Minuten der Sendung sich allerdings immernoch durch die verschiedenen privaten Schicksale, familiären Situationen und Liebesleben der Kandidatinnen arbeiten musste und von professionellen Model-Themen wie Laufsteg-Training, Styling oder Shooting weit und breit nichts zu sehen war, kippte die Stimmung langsam aber sicher von neugierig auf irritiert bis genervt. Und ja, spätestens da erinnerte man sich: Schon bei den letzten Staffeln hatte man öfters das Gefühl, versehentlich beim "Dschungelcamp" oder auf "Love Island" gelandet zu sein. Das also scheint sich nicht geändert zu haben, sondern (ganz im Gegenteil) der neue Schwerpunkt der Sendung zu sein. Ist aus dem ehemals glamourösen Fashion-Casting nun also wirklich eine mittelmäßige, in Teilen sogar befremdlich trashige Unterhaltungs-Show geworden?

Nachdem man Heidis "irrtümlichen" Besuch der Oben-ohne-Tänzer von "Magic Mike" durchgestanden hatte, ging es im zweiten Teil der Sendung nun um Mode. Die noch ungeübten Kandidatinnen durften in den Roben von Irene Luft und vor den Augen von Modeikone Thierry Mugler eine Runde über den Laufsteg drehen, was sie im großen und ganzen gut bewältigten – dass so ein Drehtag anstrengend und kräftezehrend ist und die Mädchen weder die Kameraobservation noch den Tumult um ihre Person gewohnt sind, darf bei aller Kritik nicht außer Acht gelassen werden. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Macher der Sendung den Fokus (endlich!) wieder auf das richten würden, was ursprünglich den Reiz von GNTM ausmachte: den Einblick in die Fashion- und Modelwelt.

Vielleicht trauen wir uns ja nächste Woche nochmal einen Blick... wait and see.