madame wird geladen...
Liebe

Frühlingsgefühle: Woher sie kommen und was sie bedeuten

Frühlingsgefühle hängen mit verrückt spielenden Sexhormonen zusammen? Nicht ganz. Wir sagen Ihnen, woher das positive Gefühlschaos kommt

Das bedeuten Frühlinsgefühle
Frühlinsgefühle: Liebe liegt in der Luft Getty Images

Frühling ist eine Zeit voller Sinnlichkeit. Die Krokusse schießen aus dem Boden, die Vögel zwitschern schon früh morgens, wir legen den Wollmantel ab und greifen zur Jeansjacke, die Plätze vor den Cafés füllen sich langsam, die Tiere paaren sich, die Menschen wirken fröhlicher - und wir finden plötzlich jeden zweiten Mann hot

Da liegt doch was in der Luft - die riecht schließlich irgendwie anders. Das müssen ganz klar Frühlingsgefühle sein! Oder ist das nur eine poetische Idee, die wissenschaftlich betrachtet, völliger Quatsch ist? 

Was sind Frühlingsgefühle?

Goethe, Fontane, Hesse - die großen Dichter schrieben über die erblühende Jahreszeit, in der sich die Sonne öfter zeigt, die Luft milder wird und wir aus unserem Winterschlaf kriechen. Dann spüren die meisten von uns Frühlingsgefühle. Und der Typ an der Supermarktkasse erinnert uns, sagen wir mal, an Ryan Gosling, die eingeschlafene Beziehung bekommt neuen erotischen Auftrieb

Verlieben war noch nie so leicht: Was nach einem Hormoncocktail klingt, ist in Wahrheit ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Komponenten - und kein Hirngespinst hoffnungsloser Träumer und Romantiker. Allerdings: Mit unseren Sexualhormonen haben Frühlingsgefühle nichts zu tun.

Frühlingsgefühle: Gibt es sie wirklich?

Frühlingsgefühle gibt es wirklich: "Das Frühlingsgefühl existiert. Man spürt ein Gefühl der Aufbruchsstimmung, ein Gefühl, Ballast abzuwerfen von der kalten, dunklen Winterzeit", erklärt Matthias Weber von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) auf Welt.de. "Die Tage werden wieder länger, die Dunkelheit verschwindet, und das führt dazu, dass man mehr Tatendrang bekommt."

Der Grund für unsere Glücksgefühle hängt mit der gesteigerten natürlichen Lichtmenge zusammen. "Es gibt im Auge spezielle Rezeptoren, die nur für das Licht zuständig sind, und die die Lichtmenge an das Gehirn melden. Das Licht synchronisiert die innere Uhr - unter anderem über die Melatoninproduktion - das Schläfrigkeitshormon", erklärt Psychotherapeutin Walburga Maria Schacht im Gespräch mit Süddeutsche.de. Je mehr Licht wir abbekommen, desto fitter fühlen wir uns und desto eher steigt unsere Laune. "Das hängt mit der gesteigerten Produktion von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin zusammen." 

Frühlingsgefühle: Verlieben wir uns im Frühling öfter?

Unsere Hormone spielen also schon eine Rolle - aber verlieben wir uns deshalb auch vor allem im Frühling? "Viele sind der Meinung, dass die Sexualhormone im Frühling verrückt spielen und deswegen verliebe man sich. Das ist ein Ammenmärchen. Die Hormone sind seit Millionen von Jahren reguliert", erklärt der Endokrinologe Helmut Schatz im Interview mit Spiegel Online. "Sie spielen nicht verrückt - auch nicht im Frühling. Die Geschlechtshormone haben nichts mit Verliebtsein und Turteln zu tun." Fakt ist allerdings: Männer produzieren in den warmen Jahreszeiten mehr Testosteron.

Uns kommt es also aufgrund der optischen Reize (nackte Haut zum Beispiel) und der milden Luft nur so vor, als würden wir uns schneller verlieben und der Kassierer wie ein Hollywood-Star wirkt, wir auf unseren Neustartknopf drücken und alles so wahnsinnig leicht erscheint.

Frühling, du wunderbare Jahreszeit. 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Cosmopolitan.de.

var premium1Fallback = mobile_premium1Fallback = '
';var premium2Fallback = mobile_premium2Fallback = '
';var premium3Fallback = mobile_premium3Fallback = '
';
var basic1Fallback = mobile_basic1Fallback = '
';var basic2Fallback = mobile_basic2Fallback = '
';var basic3Fallback = mobile_basic3Fallback = '
';