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Gesundheit

Faszien-Training: Barbara Beckers neues Workout für Zuhause

Von Yoga bis Langlauf – Body-Expertin Barbara Becker hat schon etliche Sportprogramme entwickelt. Mit ihrer neuen App und DVD "Be Free - Fasziale Schwungbewegungen gegen Verspannungen und Schmerzen" liefert sie ein Workout, das die Beweglichkeit steigert, Muskeln kräftigt und Verspannungen lockert – also alles, was wir jetzt im Lockdown gerade ganz gut gebrauchen können. MADAME.de verrät sie wie's funktioniert...

Warum ist das Faszien-Training gerade so angesagt?

Barbara Becker: „Dass Faszientraining irgendwie gut für den Körper ist, das hat sich mittlerweile schon herumgesprochen. Aber trotzdem wissen die wenigsten Menschen über die enorme Bedeutung der Faszien Bescheid. Fünf Kilo Faszien tragen wir mit uns herum. Wie wichtig sie für jeden von uns sind – für das Altern, für die Spannkraft und die Gelenkigkeit – wissen die wenigsten. Es ist kein neuer Fitnesstrend, sondern es geht darum, seinen Körper zu unterstützen. Schon zehn Minuten Training am Tag reichen dafür aus. Wir machen Schwungbewegungen, denn das stärkt die Elastizität. Ich fühle mich danach nicht nur beweglicher, sondern ich gehe auch aufrechter und der ganze Körper ist besser durchblutet. Faszientraining ist genauso wichtig wie Muskeltraining.“ 

Welche Aufgabe haben die Faszien in unserem Körper?

Barbara Becker: „Faszien sind überall. Sie sind in unserem Körper sozusagen das Verbindungsgewebe. Ohne Faszien würde man auseinanderfallen, denn sie stützen und formen den Körper. Wenn diese verklebt sind, kann unser Körper nicht richtig arbeiten und Schmerzen oder andere Symptome können entstehen. Ich bin durch meine Freundin Christiane Reller und den Physiotherapeuten Stefan Wegener auf dieses Thema gestoßen und habe mich dann näher damit befasst. Ich bin zwar sehr beweglich und arbeite auch ständig daran. Aber ich habe durch den Faszien-Test mit denzehn Übungen des Programms gemerkt, dass auch ich fasziale Verspannungen habe, und das obwohl ich sehr viel in Bewegung bin. Als Kind kann man sich um den Kopf fassen und sich am Rücken kratzen. Wir Erwachsene können das oft nicht mehr. Je älter man wird, desto schwieriger wird es zum Beispiel, sich die Schuhe zusammenzubinden oder sich eine Schürze umzubinden.“

Was bewirkt das Faszien-Workout Ihrer neuen App?

Barbara Becker: „Wenn man diese zehn Übungen durchführt lockert man alle Faszien. Dadurch bin ich viel schwungvoller und beweglicher. Es ist nicht wahnsinnig anstrengend, aber man kommt durchaus ins Schwitzen. Ich vergleiche es mit dem Sonnengruß beim Yoga, bei dem man den ganzen Körper durchflutet. Es ist Hilfe zur Selbsthilfe: Durch die Schwungbewegungen kann man sich selbst helfen, wenn man zum Beispiel Schmerzen hat oder viel sitzt.“

Sie sind eine Sportskanone. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass auch Sie Bewegungseinschränkungen haben...

Barbara Becker: „Als ich damals mit dem Tanztraining angefangen habe, ist mir aufgefallen, wie unbeweglich ich doch bin. Es sah zwar alles gut aus, aber es war nicht funktional. Ich habe meine Beweglichkeit durch das Programm um ein Vielfaches erhöht, aber auch meine Sprungkraft. Ich springe jeden Tag mit dem Seil, das habe ich im ersten Lockdown für mich entdeckt. Ich fühle mich dadurch viel leichter und beweglicher.“ 

Warum liegen Sport-Apps derzeit so im Trend? Und sind sie ein Ersatz zum Gym?

Barbara Becker: „Das Gute an Apps ist, dass man von zu Hause trainieren kann, wann immer man möchte. Meine Yogalehrerin hat schon vor vielen Jahren zu mir gesagt: ‚Wenn du alleine trainierst, zählt es doppelt‘. Und immer, wenn ich mich jetzt direkt vom Bett auf meine Matte rolle, habe ich das Gefühl, mir etwas doppelt Gutes getan zu haben. Es geht darum, den Blick nur auf sich selbst zu lenken. Das ist ein ganz anderer Fokus. Wenn man dies regelmäßig macht, ist es genauso wie morgens duschen oder Zähneputzen. Außerdem spart eine App Zeit. Wenn man ins Gym geht, möchte man natürlich ein schönes Bild von sich abgeben und muss mindestens 15 Minuten investieren, um sich herauszuputzen. Diese Zeit kann man auch auf der Matte verbringen oder in Bewegung. Das Schöne am Sport mit einer App ist, dass der Applaus von innen kommt. Und die Ausreden fallen weg: Es ist mir zu kalt draußen, zu dunkel. Zehn bis 20 Minuten Zeit am Tag hat jeder. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Faszientest kostenfrei ist. Wer mehr für seine Faszien tun möchte, kann darüber hinaus kostenpflichtig über die App weitere faszialen Schwungbewegungen dazu buchen.“

Selbst für zehn Minuten Bewegung am Tag fehlt vielen - meinen sie zumindest -  die Zeit. Haben Sie einen Tipp zum Zeit-Management?

Barbara Becker: „Mütter können das Faszientraining auch zusammen mit den Kids machen. Das Ganze ist sehr spielerisch. Und die Kinder müssen sich auch einmal weg vom Bildschirm bewegen. Ich habe es schon früher mit meinen Kindern erlebt: Sie finden es lustig, wenn Mama sich bewegt. Es ist doch schön, was man in diesem Bereich etwas zusammen machen kann. Weg vom abends zusammen essen gehen oder fernsehen und dafür hin zu Spaziergängen oder eben gemeinsamen Sport. Ich zum Beispiel meditiere auch oft mit meinem Sohn Elias.“

Welche neuen Projekte gibt es bei Ihnen?

Barbara Becker: „Einige. Zum Beispiel meine neuen Tageslichtlampen. Ich habe sie schon an Weihnachten an alle meine Lieben verschenkt und alle waren begeistert, vor allem meine Mutter. Vitamin D ist jetzt besonders wichtig. Das Licht ist aber auch perfekt zum Zoomen. Man hat bei meinen Produkten immer einen Mehrwert. Außerdem gibt es bald neue Textilien und ein neues Buch. Mehr darf ich noch nicht verraten.“ 

Sport-Expertin Barbara Becker
Foto: privat