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Erste Echtschmuck-Kollektion: Ina Beissner

Deutsches Schmuckdesign hat einen Namen: Ina Beissner. Wir schwärmen schon lange für die Designs der 35-Jährigen und haben sie im Interview zu ihrem Erfolgsgeheimnis, Stilgefühl und ihrer ersten Echtschmuck-Kollektion befragt.

Schmuckdesignerin Ina Beissner
Schmuckdesignerin Ina Beissner Sie wuchs in Deutschland und Südamerika auf: Schmuckdesignerin Ina Beissner Sandra Semburg

Puristisches Stilgefühl made in Germany

Will man über zeitgemäßes deutsches Schmuckdesign sprechen, stößt man immer wieder auf ihren Namen: Ina Beissner. Obwohl die Gründung des gleichnamigen Schmucklabels erst fünf Jahre zurückliegt, hat sich die Berlinerin mit ihren Designs einen internationalen Liebhaber-Kreis geschaffen. Ihr Markenzeichen: zurückhaltendes Design, clean und doch feminin, zeitgenössisch mit melancholischen Details.

Ihr nächster Schachzug: Mit ihrer Herbst-Winter-Linie avanciert Ina Beissner erstmals zur Echtschmuckdesignerin. Ins Zentrum ihrer Inspiration rückt in dieser Saison der Tribal Schmuck, mit Fokus auf Ohrverzierungen in edler Ausführung. Ein bekanntes It-Piece aus den vergangenen Saisons: der "In Ear Hoop“ erscheint nun in zwei Luxus-Ausführungen.

Schmuckdesignerin Ina Beissner im Interview

Für welche Art von Frauen kreieren Sie Ihre Schmuckstücke?

Für moderne, selbständige, cosmopolitische, neugierige Frauen mit einem Sinn für Ästhetik und Anspruch an Individualität und Qualität.

New Designs à la Manchette F/W 2015
New Designs à la Manchette F/W 2015 Designs à la Manchette F/W 2015 David Bornscheuer

Ihr Label feierte in kürzester Zeit große Erfolge. Wie treffen Sie den Geschmack so vieler Menschen so punktgenau?

Vielen Dank für das Kompliment! Beim Entwurf der Schmuckstücke versuche ich nicht nur an meine Zielgruppe zu denken, sondern öffne mich für weitere potentielle Kunden, indem ich versuche zu erkennen, wie ihre Bedürfnisse, Wünsche und ihr Geschmack sein könnten. Ich recherchiere viel, aber lasse mich nicht durch Trends und andere Schmucklabels beeinflussen, sondern gehe meinen eigenen Weg und folge meinem Instinkt.

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?

Leger, feminin, minimal, aber dennoch oft mit einem verspielten Touch - in der Regel mit einem goldenen Highlight aus Metall.

Sie haben in Mailand studiert und auch gearbeitet. Wie unterscheidet sich der Umgang mit Schmuck von Deutschen und Italienerinnen?

In Deutschland gilt das Motto: Weniger ist Mehr. Deutsche Frauen empfinde ich als zurückhaltend im Umgang mit Schmuck. Der Schmuckkauf ist sehr überlegt. Sie tendieren zu sehr dezenten Schmuckstücken, wobei ich das Gefühl habe, dass Deutsche sich in den letzten Jahren in dieser Hinsicht immer mehr trauen. Italienerinnen hingegen setzen auf auffälligere Schmuckstücke und Statement Pieces. Es wird viel am Ohr und besonders am Arm kombiniert. Tendenziell wagen sie mehr und sind verspielter im Geschmack.

Für Ihre Herbst/Winter-Linie 2015 veredeln Sie Ihre Designs erstmalig mit 18-karätigem Gold und Brillanten. Wie kam es zu dem Entschluss?

Es war schon immer mein Traum, mit Edelsteinen zu arbeiten und insbesondere Diamanten in meinen Kollektionen einzusetzen.
 Hinzu kam, dass die Nachfrage von Kunden nach Echtschmuck immer mehr anstieg. Sie schätzen das Nachhaltige und investieren auch gerne in Qualität. 
So kam es, dass ich mich der Herausforderung gerne stellen wollte, mein Label ein Niveau weiter zu bringen, nachdem ich bisher mit Silber und Messing gearbeitet hatte.

Wird es in Zukunft noch mehr Kollektionen mit Edelsteinen geben?

Definitiv! Die ersten Stücke sind fantastisch angekommen mit einer großen und schnellen Resonanz, sodass ich die Kollektion auf alle Fälle aufbauen möchte. Außerdem liebe ich es, Diamanten in die Entwürfe zu integrieren, und freue mich, in Zukunft auch andere Edelsteine für meine Schmuckstücke zu verwenden, um mich intensiver mit der spannenden Welt der Edelsteinkunde zu befassen.

Most wanted: Kaeli Frontal Diamonds In-Ear Hoop
Most wanted: Kaeli Frontal Diamonds In-Ear Hoop Most wanted: Kaeli Frontal Diamonds In-Ear Hoop

Neben den "Glöckchen“-Modellen hat sich der "In Ear Hoop“ aus vergangenen Kollektionen binnen kürzester Zeit zum It-Piece entwickelt. Ist es schwer, an solch einen Erfolg mit neuen Designs anzuknüpfen?

Es ist sicher nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Ich versuche, mein Bestes zu geben, um den Geschmack der bestehenden und auch meiner potentiellen Kunden zu treffen und freue mich dann, wenn ein solches Stück mit dem Zeitgeist übereinstimmt und eine große Resonanz findet.

Die wertvollsten Schmuckstücke sind meist die mit einem emotionalen Wert. Welche Schmuckstücke sind Ihnen die wertvollsten?

Ich habe eine Kette mit einer Goldmedaille von meiner Großmutter geerbt, die mir sehr am Herzen liegt. Außerdem kann ich mich nicht von einer Uhr trennen, die meine Mutter von meinem Vater zu meiner Geburt erhalten hat. Diese habe ich an meinem 30. Geburtstag von meiner Mutter geschenkt bekommen. Dann gibt es einige Stücke aus meiner ersten Kollektion, wie die Mini Bell Studs, den Peony Ring oder den Bay Cuff, die mir sehr wichtig sind. Diese führe ich auch weiterhin nach fast zehn Saisons.

Was wollen Sie mit Ihrem Label in den kommenden Jahren noch erreichen? Auf was arbeiten Sie hin?

Ich möchte meine Echtschmuck-Linie weiterentwickeln und etablieren und generell geografisch expandieren.

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