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Acht Frauen, die die Welt veränderten

Zum Weltfrauentag am 8. März möchten wir den Frauen huldigen, deren einschneidender Beitrag zur Weltgeschichte nicht genug gewürdigt wird. Acht Frauen, von denen Sie vermutlich noch nichts gehört haben.

Fatima al-Fihri gründete die älteste Universität der Welt
Fatima al-Fihri gründete die älteste Universität der Welt (1/8) Thinkstock

Fatima al-Fihri gründete die älteste Universität der Welt

Man möchte es allen Menschen, die Bildung für Frauen als wertlos und unerwünscht erachten, unter die Nase halten: Die älteste Universität der Welt wurde von einer Frau gegründet.

Fatima Muhammad al-Fihri, die gebildete Tochter eines tunesischen Kaufmanns, gründete 859 die Madrasa al-Qarawiyin im marokkanischen Fès mit ihrem Anteil am Erbe ihres Vaters. Die Karaouine entwickelte sich durch die Schirmherrschaft mächtiger Sultane zu einem der wichtigsten Gelehrtenzentren der islamischen Welt. Laut UNESCO und dem Guinnessbuch der Rekorde ist al-Qarawiyin die älteste in Betrieb stehende Universität der Welt und die erste Einrichtung überhaupt, die Abschlüsse vergab. Der Titel der ersten Universität der Welt wird hingegen von der Koranschule der Ez-Zitouna-Moschee angefochten, die 703 in Tunis gegründet wurde.

Auch wenn von Fatima al-Fihris Leben sonst nichts überliefert wurde, bleibt der Beitrag der Muslima zur Weltgeschichte unbestritten.

Murasaki Shikibu schrieb den ersten Roman der Welt
Murasaki Shikibu schrieb den ersten Roman der Welt (2/8) Getty Images

Murasaki Shikibu schrieb den ersten Roman der Welt

Eine Geschichte von Liebe und Tragik: "Genji Monogatari - Die Geschichte vom Prinzen Genji", oft als der erste Roman der Welt bezeichnet, ist der erste psychologische Roman der japanischen Literaturgeschichte.

Während Dichter auf der ganzen Welt historische Ereignisse und Legenden verdichteten, schrieb eine japanische Hofdame am kaiserlichen Hof im heutigen Kyoto Anfang des 11. Jahrhunderts den ersten Fiktiv-Roman der Welt - und das, obwohl Frauen in der Heian-Zeit in der Regel nicht die Amtssprache Chinesisch lesen und schreiben lernten. Murasaki Shikibu meisterte die Sprache trotzdem.

Der Entstehungszeitpunkt von Genji Monogatari ist unklar, Historiker grenzen den Zeitraum auf ihre Ehe oder kurz nachdem ihr Mann starb ein.

Nach dem Tod ihres Mannes wurde Murasaki Shikibu aufgrund ihrer dichterischen Fähigkeiten als Hofdame von Kaiserin Shoshi zum kaiserlichen Hof eingeladen, wo sie umgeben von höfischen Verpflichtungen und kaiserlicher Intrige ihr Epos über einen Prinzen und seine vielen Frauen weiter schrieb. Shikibu verließ den Hof im Gefolge von Kaiserin Shoshi, was genau aus ihr wurde und wann sie starb, ist unklar.

Genji Monogatari gilt auch heute noch als eines der herausragendsten Werke japanischer Literaturgeschichte.




Bertha Benz
Bertha Benz (3/8) Fronteras / Wikimedia Commons

Bertha Benz und das erste Automobil der Welt

Wie würden wir uns wohl heute fortbewegen, wenn nicht eines Tages Bertha Benz den Entschluss gefasst hätte, die Erfindung ihres Mannes auf Herz und Nieren zu prüfen? Im August 1888 setzte sich die damals 39-Jährige kurzerhand hinter das Steuer des von ihrem Mann Carl erschaffenen Fahrzeugs und legte gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Eugen und Richard einen dreitägigen Ausflug hin.

Eine Entscheidung, die die Welt verändern sollte, schließlich wollte damals kaum jemand das als Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 in die Geschichte eingegangene Vehikel kaufen. Erst als Bertha Benz - übrigens ohne das Wissen ihres Mannes - auf "Promo-Tour" ging, florierte das Geschäft der Familie. Dass die Unternehmerin ihrem Gatten auch noch ihre Aussteuer zusteckte, damit er überhaupt seine Erfindungen fortführen konnte, hat wohl das Übrige getan.

Noch heute findet in ihrem Gedenken die Bertha-Benz-Fahrt mit Oldtimern statt, und die Bertha-Benz-Memorial-Route führt entlang der historischen Strecke der Pionierfahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück.

Mileva Maric
Mileva Maric (4/8) Wikimedia Commons

Mileva Maric und die Relativitätstheorie

Wie heißt es so schön: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Eine Frau, von der man in den meisten Fällen allerdings kaum erfährt. Mileva Maric zum Beispiel war die Angetraute von Albert Einstein und soll seine herausragenden Arbeiten maßgeblich beeinflusst haben. Die in Österreich-Ungarn geborene Mileva, die mit dem Wissenschaftler zudem drei Kinder hatte, gilt darüber hinaus als eine der ersten Frauen überhaupt, die ein Mathematik- und Physikstudium absolvierten.

Während ihres Studiums am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich lernte Mileva Maric Albert Einstein kennen, die Verbindung der beiden wurde von ihren Familien jedoch gar nicht gern gesehen - und die Ehe scheiterte nach 16 Jahren aufgrund von "natürlicher Unverträglichkeit". Auch wenn Mileva Maric vermutlich keine eigenen wissenschaftlichen Arbeiten hinterlassen hat, spekulieren Experten bis heute über ihre Rolle bei Einsteins Entdeckungen. Erst 2005 wurde sie als "Mitentwicklerin der Relativitätstheorie" geehrt, knapp 60 Jahre nach ihrem einsamen Tod in einer Züricher Privatklinik.

Der berühmte Chirurg, der eigentlich eine Frau war
Der berühmte Chirurg, der eigentlich eine Frau war (5/8) Getty Images

Der berühmte Chirurg, der eigentlich eine Frau war

Wie im Film: Irische Krämertochter will entgegen viktorianischer Gepflogenheiten in Edinburgh Medizin studieren, wird abgewiesen und entschließt sich kurzerhand, sich als Mann auszugeben, macht eine steile Karriere als Militär-Chirurg, setzt sich für die bessere Versorgung von Gefangenen und Kranken ein, duelliert sich, wird der Homosexualität mit einem Lord und Gouverneur angeklagt und ist der erste britische Chirurg, der erfolgreich einen Kaiserschnitt durchführt. Erst sein Tod während einer Ruhr-Epidemie bringt das Geheimnis ans Licht und führt zu einem Vertuschungsskandal im viktorianisch-bigotten Militär.

Was sich anhört wie das Drehbuch eines Historiendramas der BBC ist die wahre Geschichte des berühmten Chirurgen James Barry (geboren zwischen 1789 und 1799, gestorben am 25. Juli 1865), dessen Leben als Margaret Ann Bulkley begann und dessen unglaubliche Geschichte britische Armee-Angehörige jahrelang aus Angst vor einem Skandal vertuschten.

Baronin Emma Orczy erfand das Superhelden-Genre
Baronin Emma Orczy erfand das Superhelden-Genre (6/8) Bassano / Wikimedia Commons

Baroness Emma Orczy erfand das Superhelden-Genre

Superhelden - traditionell ein von Männern dominierter Bereich, sowohl von Autorenseite, als auch in der adressierten Zielgruppe. Schließlich gilt der unscheinbare Normalo, der sich mit Hilfe einer Maske und ein paar cleveren Gadgets zum Rächer der Schwachen und Unterdrückten aufschwingt, als die Eskapismus-Fantasie des durchschnittlichen jungen Mannes, der sich mit Spider Man, Superman, Wolverine & Co. ein heldenhafteres Leben erträumt. Und wer hat den maskierten Helden und damit das Superhero-Genre erfunden? Eine Frau.

Die ungarische Adelstochter Emma Magdolna Rozália Mária Jozefa Borbála Orczy de Orci schrieb 1903 das Theaterstück "Die scharlachrote Blume" (The Scarlet Pimpernel) über einen oberflächlichen und verwöhnten Adeligen, der während der Schreckensherrschaft zu Beginn der Französischen Revolution bei Nacht mit Maske und Umhang Menschen vor der Guillotine rettet und als Signet eine rote Blume auf seinen Nachrichten hinterließ.

Die scharlachrote Blume wurde am 15. Oktober 1903 in London uraufgeführt und entwickelte sich wenige Jahre später zu einem Riesenerfolg. Der Roman zum Stück wurde ein weltweiter Renner und gilt als Inspirationsquelle für Johnston McCulleys Zorro und Bob Kanes Batman .

Schauspielerin Hedy Lamarr
Schauspielerin Hedy Lamarr (7/8) ddp Images

Hedy Lamarr und der Grundstein für Bluetooth

Ein Stern auf dem Walk of Fame und eine bahnbrechende Erfindung obendrauf: Hätten Sie gewusst, dass Schauspielerin Hedy Lamarr das so genannte "frequency-hopping“ entwickelte, das heute noch bei Bluetooth-Verbindungen zum Einsatz kommt?

Der Weg dorthin war allerdings steinig: Anfang der 30er-Jahre schaffte die als Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien geborene Hedy den Durchbruch als deutsche Schauspielerin und heiratete 1933 Fritz Mandl, einen Waffenfabrikanten, der mit dem nationalsozialistischen Deutschland Geschäfte machte. Im Jahr 1937 floh die Jüdin vor ihrem Mann, der ihr die Schauspielerei verboten hatte und von ihr verlangte, zum katholischen Glauben zu konvertieren, nach London. Dort nahm sie ihre Schauspielkarriere wieder auf und nannte sich fortan Hedy Lamarr.

Fünf Jahre später kam es für Lamarr, die sich als vehemente Gegnerin Deutschlands sah, zu ihrer einzigartigen Entdeckung: Sie entwickelte mit dem befreundeten Komponisten George Antheil eine patentierte Funkfernsteuerung für Torpedos. Die Besonderheit: Die Frequenzen wechselten selbständig, waren deshalb schwer anzupeilen und weitgehend störungssicher. Lamarr und Antheil hatten das System entwickelt, als sie versuchten, 16 Selbstspielapparaturen für ein Klavier (so genannte Pianolas), miteinander zu synchronisieren. Noch heute kommt es bei modernen Kommunikationssystemen, wie etwa Bluetooth-Verbindungen, zum Einsatz.

Ada Lovelace schrieb das erste Computerprogramm der Welt
Ada Lovelace schrieb das erste Computerprogramm der Welt (8/8) ddp Images

Ada Lovelace und das erste Computerprogramm der Welt

Nach ihr wurde eine ganze Sprache benannt: Augusta Ada Byron, die Tochter des Dichters Lord Byron, gilt als die erste Programmiererin der Welt. Auch wenn ihr berühmter Vater die Familie verließ als Ada einen Monat alt war, wurde ihr von der mathematisch interessierten Mutter eine umfangreiche naturwissenschaftliche Ausbildung ermöglicht.

Dadurch konnte Augusta, die nach ihrer Hochzeit zur Countess of Lovelace geadelt wurde, gemeinsam mit dem englischen Mathematiker Charles Babbage an der Rechenmaschine Analytical Engine arbeiten, die als Vorläufer des modernen Computers gilt. Babbages Maschine wurde zu seinen Lebzeiten zwar niemals gebaut. Dessen ungeachtet legte Ada Lovelace aber einen schriftlichen Plan vor, wie man Bernoulli-Zahlen mit der Maschine berechnen könnte. Dieser Algorithmus brachte ihr den Ruhm ein, das erste Computerprogramm geschrieben zu haben. Die Programmiersprache Ada wurde daher nach ihr benannt.

Romy Schneider, Gracia Patricia und Co.: Auch diese starken Frauen beeindrucken uns bis heute!

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