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Magazin-Artikel

Reise-Guide Korfu: Die schönsten Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten

Venezianische Architektur, griechische Traditionen und eine mit Leidenschaft gelebte Liebe zur Musik: MADAME.de präsentiert Ihnen die schönsten Locations auf Korfu

Ausblick von Kordu übers Meer
Türkisfrabenes Wasser, so weit das Auge reicht - Korfu iStock

Reise-Guide Korfu: Verliebt in die griechische Insel

Zur schönsten Zeit des Jahres, wenn überall auf den griechischen Inseln der Frühling erwacht und unzählige Wildblumen auf den Wiesen ihren betörenden Duft verströmen, laufen auf Korfu die Ostervorbereitungen auf Hochtouren. Auf der zweitgrößten und bekanntesten der Ionischen Inseln geht es dabei nicht nur um ein religiöses Fest, sondern darüber hinaus um einen einzigartigen musikalischen Hochgenuss.

Während die Kirchen mit Blumen und Osterkerzen geschmückt werden und in der Hauptstadt an den pastellfarbenen Fassaden der überwiegend neoklassizistischen Häuser immer mehr rote Fahnen in der Sonne leuchten, herrscht überall reger Betrieb. Schüler und Studenten sind mit dem Verkauf von kleinen und großen roten Tonkrügen beschäftigt, die, der Tradition entsprechend, am Ostersamstag mit Wasser gefüllt aus den Fenstern auf die Straße geworfen werden. Junge und alte Korfioten drängen mit Instrumenten auf dem Rücken in Richtung des Philharmonischen Clubs, wo sie sich in der Zeit vor Ostern täglich zu Orchesterproben versammeln.

Malerisches Korfu
Malerisches Korfu iStock

Korfu - eine musikalische Insel

Unglaublich, aber wahr: Auf einer Insel, die nicht größer ist als Mallorca, gibt es 18 symphonische Orchester und kaum eine Familie, in der nicht ein oder zwei Mitglieder ein Instrument spielen.

Vor dem schönen alten Gebäude in der Nikiforou Theotoki wartet schon eine Menschenmenge, um die Musik zu genießen, die durch die offenen Fenster auf die Straße dringt. Hier in diesem Haus wurde im September 1840 die Corfu Philharmonic Society gegründet. Davor war es den Korfioten verboten, ein Instrument zu spielen. Eine von vielen Erinnerungen an die turbulente Vergangenheit der Insel, deren Spuren man vor allem in der Hauptstadt Kerkyra begegnet. Nach 400 Jahren venezianischer Vormundschaft, von der bis heute prachtvolle Paläste, elegante Arkaden und Rundbögen zeugen, folgte im Jahre 1797 die Besetzung durch Napoleon und später durch die britische Krone, deren Vertreter nicht nur ein funktionierendes Straßennetz hinterließen, sondern durch ihre Militärmusik auch die Liebe der Einheimischen zur Musik schürten.

Die Festung Angelokastro
Von den Engländern zerstört: Die Festung Angelokastro iStock

In den ersten Jahren nach Gründung der Philharmonic Society war Musik Männersache, Frauen reihten sich erst Ende der 1970er-Jahre in die bis zu 80 Mann starken Orchester. Unter ihnen auch Elsa Karydi, die seit 2010 das Museum im ersten Stock des Clubs leitet. Hier dokumentieren Instrumente, Notenblätter und alte Opernplakate die Musikbegeisterung der Insulaner. „Unser prachtvolles Opernhaus ist leider im Krieg zerstört worden“, erzählt Elsa. „Wir haben jetzt eine moderne Konzerthalle, mit der wir allerdings nicht sehr glücklich sind.“ Männliche wie weibliche Mitglieder der Society sind heute weltweit begehrt und unter anderem bei den Berliner Philharmonikern unter Vertrag.

Festliche Prozessionsumzüge zu Ostern

Nach den traditionellen Eröffnungskonzerten am Palmsonntag treten die Orchester und Chöre täglich in Kirchen, Konzerthalle und Stadttheater auf. Dabei spielen sie mit Vorliebe klassische Werke wie Albinonis „Adagio“, Verdis „Marcia Funebre“ oder Chopins „Trauermarsch“. Insgesamt, auch am Karfreitag und Ostersamstag, wenn endlose Prozessionen durch die Straßen ziehen, konzentriert sich das musikalische Repertoire auf eine eher schwere und melancholische, vor allem aus der Zeit der Venezianer stammende Trauermusik.

Am Samstagmorgen mischt sich unter die kobaltblau und leuchtend rot uniformierten Musikbands eine Gruppe festlich gekleideter Popen. Sie begleiten den Schrein, in dem die Relikte des Heiligen Spiridon ruhen. Der Inselheilige, von dem man erzählt, er habe die Korfioten im 16. Jahrhundert vor dem Hungertod gerettet, indem er kornbeladene Schiffe in ihre Richtung dirigierte, ist allgegenwärtig – unter anderem wird die Hälfte der neugeborenen Jungen in Erinnerung an ihn Spiron genannt.

Ostertradition auf den Straßen Korfus
Ostertradition auf den Straßen Korfus iStock

Am Ende der Prozession leeren sich die Straßen, Familien und Freunde drängen sich an den Fenstern, um dabei zu sein, wenn Hunderte wassergefüllte Tonkrüge durch die Luft fliegen und in tausend Scherben auf den Straßen zerplatzen. Im Anschluss daran werden in der Agia-Paraskevi-Kirche während des Gottesdienstes die Osterkerzen angezündet und von Hand zu Hand gereicht. Gegen Mittag strömt alles zu den Café-Terrassen der Liston-Arkaden, auf einen Frappé oder ein Ginger-Bier. Andere drängen sich um die Tische der Tavernen, wo an diesem Tag alles an Köstlichkeiten auf den Tisch kommt, was die griechische Küche hergibt.

Historisches Korfu

Der Ostersonntag gehört den Familien. Hier sind es meist die Großmütter, die für drei Generationen aufkochen. Zum Beispiel eine Pastitsada, ein in Zwiebeln, Tomaten, Rotwein und Zimt geschmortes und mit Nudeln serviertes Huhn. Zu den traditionellen korfiotischen Gerichten zählen auch das Sofrito, in Knoblauch und Essig oder Weißwein geschmortes Kalbfleisch, und, als wichtigstes Gericht von allen, Bourdeto, eine Art Fischeintopf mit Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und Knoblauch. Wer nicht zu Hause bleiben will, macht bei schönem Wetter Ausflüge zu den Bergdörfern im Inselinnern.

Die Touristen zieht es eher an die Küsten. Während im Norden viele wohlhabende Engländer ihre festen Wohnsitze haben – jeder zehnte Korfiote ist inzwischen ein Expat –, konzentriert sich der Tourismus hauptsächlich auf die Strände im Süden. Die Ostküste hingegen war von jeher bei Kulturschaffenden und Königshäusern beliebt. Da wäre an der Nordostküste „The White House“, wo der britische Schriftsteller Lawrence Durrell in den 1930er-Jahren mit seiner Familie lebte, oder das Schloss Mon Repos, wo der Duke of Edinburgh einst das Licht der Welt erblickte.

Im Palmengarten des Achilleion-Palasts spazierte Kaiserin Elisabeth, kurz Sisi, wenn sie aus dem kalten Wiener Winter in das mildere Mittelmeerklima flüchtete. Und schließlich war hier jahrelang der Sommersitz der Onassis-Familie, der im letzten Jahr in das 5-Sterne-Hotel „Domes Miramare“ verwandelt wurde.

Vor allem während der Osterfeierlichkeiten herrscht ein reger Shuttle-Verkehr zwischen den Beach Resorts und der Hauptstadt. Doch auch zu anderen Zeiten des Jahres empfehlen die Concierges der Luxusresorts ihren Gästen Ausflüge nach Kerkyra. Speziell in den verkehrsfreien Gassen des Campiello-Viertels gibt es viel zu bewundern. Oder aber auf der zentralen, von Festungsbauten und Regierungspalästen flankierten Esplanade sowie am alten Hafen, wo man auf den zum Meer gewandten Terrassen Platz nimmt, vorbeifahrende Schiffe beobachtet und von Musik und Ostergelagen träumt.

Kerkyra, Korfu
Die alte Festung von Kerkyra und die Saint Georg Kirche gehören zu den beliebtesten Ausflugszielen iStock

Das sind die besten Insel-Adressen

Auch Strandtouristen zieht es in Korfus Hauptstadt und die unberührte Bergwelt. Wir haben für Sie die besten Tipss für Hotels, Restaurants und Sehenswertem zusammengestellt:

Hotels

Siora Vittoria: Eine ruhige Oase am Rand der Altstadt. Das schönste der neun Zimmer liegt unter dem Dach des nach der Großmutter benannten himbeerfarbenen Herrenhauses aus dem 19. Jahrhundert. Gefrühstückt, gechillt und geplaudert wird im Garten. Bis zu den Cafés der Liston-Arkaden sind es nur fünf Minuten zu Fuß. DZ ab 105 Euro, sioravittoria.com

Domes Miramare: Der Geist des Onassis-Clans, der hier über Jahre seine Sommerferien verbrachte, ist noch spürbar, obwohl viel umgebaut und erweitert wurde. Dass man alles getan hat, dabei die jahrhundertealten Olivenbäume zu schonen, beweist eine Baumkrone, die aus dem Dach der Lobby ragt. Nur ein schmaler Grünstreifen trennt einige der Pavillon- Suiten und Villen sowie die weitläufige Terrasse des Fine-Dining-Restaurants vom Meer, das hier an der Ostküste eher ruhige Wellen schlägt. DZ ab 229 Euro, attika.de

Ikos Dassia: Ein halber Kilometer feinster Sandstrand an Korfus Nordostküste bietet die ideale Kulisse für das nach den Stichworten „Mare“ und „Terra“ in zwei Gebäude getrennte moderne Beach Resort. „Ultra all inclusive“ bedeutet unter anderem kulinarische Höhenflüge in sechs, zum Teil von Sterneköchen geleiteten À-la-carte-Restaurants und zehn Bars, eine große Auswahl an Weinen und Cocktails, freie Minibar und 24-Stunden-Roomservice. Plus kostenloses Dineout in diversen Insel-Restaurants. Ebenfalls ohne Aufpreis: Fahrräder oder ein BMW-Mini für Ausflüge. DZ ab 365 Euro, attika.de

Angsana Corfu: Das erste Resort der fernöstlich orientierten Banyan-Tree-Gruppe in Europa reihte sich erst kürzlich in die Riege der 5-Sterne-Hotels. Alles ist modern und großzügig: die 199 Zimmer, Suiten und Pool-Villen, der Infinity-Pool, das Spa mit Yoga-Pavillon. Das Spitzenrestaurant „Botrini’s“ wird von Sternekoch Ettore Botrini geleitet. DZ ab 225 Euro, angsana.com

Restaurants

In der Stadt

Rex: Nicht nur während der Ostertage ist die Terrasse des Traditionslokals heiß begehrt. An kühlen Tagen schmeckt das Kaninchen mit Zimt und karamellisierten Zwiebeln besonders gut, im Sommer sind die Spaghetti mit Hummer der Renner. 66, Kapodistriou Street, Tel. 026610/396 49

Venetian Well: In dem venezianischen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert serviert Yiannis Vlachos bei Kerzenlicht so köstliche Kombinationen wie Lammschulter mit Auberginen-Püree und Feigenchutney. Plateria Kremasti, Tel. 026615/509 55

Auf der Insel

Nikolas Taverna: Die beliebte Taverne in der Bucht von Kalami erreicht man am besten mit dem Boot. Jeden Donnerstag: beste griechische Küche mit Live-Musik. Agni Bay, Tel. 026630/91243

The White House: Wo der britische Schriftsteller Lawrence Durrell („Alexandria- Quartett“) in den 1930er- Jahren mit seiner Familie residierte, ist heute im Parterre eine typisch griechische Taverne untergebracht. Man kann hier auch Ferienwohnungen mieten. Kalami, Tel. 026630/910 40

Etrusco: Seine Familie lebt in dritter Generation auf Korfu und stammt ursprünglich aus der Toskana. Küchenchef Ettore Botrini konzentriert sich auf moderne Interpretationen mediterraner Klassiker wie Bourdeto, Sofrito und Pastitsada. Kato Korakiana, Tel. 026610/933 42

Außerdem sehenswert

Corfu Philharmonic Society: Das schöne Altstadthaus beherbergt seit 1840 die Gesellschaftsräume des Orchesters sowie ein Museum zu seiner Geschichte. 10, Nikiforou Theotoki Street, museum.fek.gr

Asian Art Museum: Seit 1927 ist in den Räumen des ehemaligen britischen Gouverneurspalasts eine Sammlung mit japanischer, chinesischer und indischer Kunst zu sehen. matk.gr

Dieser Artikel ist erstmalig in der MADAME-Ausgabe 03/20 erschienen.

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