Die Risiken von Ibuprofen, die Sie wissen sollten

Viele Medikamente bekommt man problemlos ohne Rezept in der Apotheke, da sie als sicher und ungefährlich gelten. Neue Studien zeigen jedoch, dass einfache Schmerzmittel gar nicht so harmlos sind, wie viele vermuten.

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Rezeptfreie Medikamente helfen zuverlässig - sind aber schädlicher als zunächst angenommen

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Ob bei Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen nach dem Sport oder bei Menstruationsbeschwerden: Die sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmer (NSAID) besitzen schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Eigenschaften und sind ohne Rezept vom Arzt in der Apotheke erhältlich. Dazu gehört auch der Arzneistoff Ibuprofen, das beliebteste Schmerzmittel der Deutschen. Dass man nicht zu häufig auf schmerzstillende Medikamenten zurückgreifen soll, ist vielen bewusst, allerdings offenbaren aktuelle Studien, wie gefährlich eine regelmäßige Einnahme tatsächlich sein kann.

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Eine häufige Einnahme kann zu erheblichen Herzschäden führen und sich negativ auf die Nieren, die Knochen und sogar auf unser Hörorgan auswirken. Eine hohe Dosis der sogenannten NSAIDs kann das Risiko eines Herzinfarktes um ein Drittel erhöhen, Ibuprofen kann das Risiko sogar mehr als verdoppeln. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei 10 Millionen Menschen das Risiko, wegen eines Herzinfarktes ins Krankenhaus eingeliefert werden zu müssen, um ganze 19 Prozent erhöht war. 

Das Ergebnis einer weiteren Studie ist ebenso erschreckend: Frauen, die über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren regelmäßig NSAIDs zu sich genommen haben, hatten ein erhöhtes Risiko (10 Prozent), ein Hörversagen zu erleiden. Untersucht wurden mehr als 55.000 Frauen. Die eindeutige Ursache für den Hörverlust ist nicht geklärt, allerdings vermuten die Forscher, dass die Schmerzmittel die kleinen Schutzhärchen in der Ohrmuschel zerstören und dafür sorgen, dass die Blutversorgung im Innenohr abgeschnitten wird.

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Ibuprofen bei Muskelschmerzen
Aufgrund der freien Verfügbarkeit dieser Medikamente besteht die weit verbreitete Annahme, dass keine schwerwiegenden, gesundheitlichen Nebenwirkungen zu erwarten sind. Das sei der Grund, wieso auch bei kleineren Beschwerden nach dem Sport häufig zu schmerzstillenden Medikamenten gegriffen wird. Saija Kontulaninen, Professor der Bewegungswissenschaften an der University of Saskatchewan, in Kanada fand heraus, dass eine regelmäßige Einnahme von NSAIDs nach dem Sport erhöht zum Knochenschwund führen kann. Der Grund hierfür ist, dass sich im Körper sogenannte Gewebshormone (Prostaglandine) befinden, dessen Mechanismus durch die Wirkung von NSAIDs gehemmt wird, sodass der favorisierte Mechanismus nicht stattfinden kann. 
Die Folge: Man hat nach dem Training quasi keinen Erfolg erzielt!

Wie oft darf man Ibuprofen einnehmen?
Wer ab und zu eine Tablette bei Kopf- oder Gelenkschmerzen einnimmt, hat in der Regel mit keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen zu rechnen. Eine Dosis von 2-3 Tabletten im Monat (400 mg) sei nach Aussagen von Ärzten in Ordnung. In vielen Fällen ist eine Einnahme allerdings gar nicht notwendig, sodass man wirklich nur bei nicht-auszuhaltenden Schmerzen auf Ibuprofen & Co. zurückgreifen sollte. 

Man sollte sich auf jeden Fall bewusst sein: Ob rezeptfrei oder nicht, es handelt sich trotz allem noch um Schmerzmittel - und die haben so oder so ihre Nebenwirkungen.