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Gourmet

Die besten Champagner der Welt

Kein Getränk symbolisiert Lebensfreude und Feierlaune wie der edle Schaumwein. Top-Sommelière Bärbel Ring über die besten Champagner und lohnende Entdeckungen

Champagner im Glas
Die besten Champagner der Welt iStock

Die 10 besten Champagner

Champagner lässt sich natürlich auch dann genießen, wenn man keine profunden Kenntnisse über Cuvées, Assemblage (Zusammenstellung verschiedener Jahrgänge), Rüttelvorgänge der Flaschen und Dosage besitzt. Wer sich dieser Tage aber mit einem Glas Champagner in der Hand beim Small Talk wiederfindet, wird von Bärbel Rings Ansichten und Empfehlungen profitieren: Die Champagner-Expertin und „Sommelière des Jahres 2015“ verrät ihre 10 Lieblinge, Geheimtipps und Trends, auf die Liebhaber achten sollten:

Die Champagner-Klassiker

Große Klassiker Champagner
1 Krug Grande Cuvée, ca. 170 Euro 2 Perrier-Jouët Belle Epoque, ca. 140 Euro 3 Laurent-Perrier Blanc de Blancs Brut Nature, ca. 120 Euro 4 Taittinger Prélude, ca. 46 Euro PR

Winzerchampagner

Winzerchampagner
1 Garennes Extra Brut Georges Laval, ca. 55 Euro 2 Brut Rosé Egly-Ouriet, ca. 100 Euro 3 Benoît Marguet Shaman Rosé, ca. 45 Euro 4 Latitude Extra Brut Larmandier-Bernier, ca. 46 Euro PR

Ausgefallene Champagner

Champagner-Trends für Neugierige
1 Ca' del Bosco Annamaria Clementi Franciacorta Dosage Zéro 2010, ca. 85 Euro 2 Gusbourne Blanc de Blanc Brut 2014, ca. 59 Euro PR

Interview mit Bärbel Ring

MADAME: Frau Ring, im Hollywood-Klassiker „Ninotschka“ fällt Greta Garbo wegen Champagner in Paris vom Kommunismus ab, moderne Influencerinnen demonstrieren ihren Lifestyle mit Bildern von Rosé auf Instagram. Champagner steht wie kein anderes Getränk für Lebensfreude, Übermut, Luxus. Was sagen Sie als preisgekrönteSommelière: Woran liegt das?

Bärbel Ring: Die Geschichte sagt, das Image von Champagner als Partygetränk hat seinen Ursprung in der Regentschaft von Ludwig XIV., der bekanntlich gerne feierte, Rebflächen in der Champagne besaß und den französischen Hof mit deren Erzeugnissen großzügig beliefern ließ. Als Sommelière weiß ich: Champagner eignet sich schon deswegen ideal zum Feiern, weil der Alkohol wegen der Kohlensäure besonders schnell ins Blut gelangt.

Wenn es nur darum ginge, könnte man gleich zu Gin Tonic greifen.

Aber nur Champagner gibt sich so besonders. Wegen seiner Leichtigkeit, des feinen Geschmacks, wegen der eleganten Präsentation im Glas. Was auch wichtig ist: Champagner gilt als Frauengetränk. Es ist sowieso beeindruckend, wie viele Frauen Champagnerhäuser nach vorne gebracht haben, vor allem Witwen, ob die Witwe Clicquot oder die Witwe Bollinger.

Auch der Klassiker Champagner unterliegt Moden. Was meinen Sie: Ist die des Rosé-Champagners bald vorbei?

Nein, sie hält sich seit fünf Jahren stabil. Immer noch sehr im Trend ist Ruinart Rosé, und ich muss zugeben: Auch in Blindverkostungen kommt er bei Frauen bestens an. Seine dunkle Färbung ist chic, er ist gut komponiert und unkompliziert zu trinken.

Was meint der Profi mit dem Begriff „unkompliziert“? Süß?

Süßer, ja. Restzucker ist ein Gaumenschmeichler. Sogar bei namhaften Häusern gibt es derart süße Champagner, dass sie eher für Abipartys geeignet sind. Puristen schätzen es trocken. Ein sehr trockener Rosé-Champagner, den ich sensationell finde, ist etwa der Benoît Marguet Shaman. Zéro Dosage, also ein Restzuckergehalt von unter drei Gramm, ist ohnehin sehr im Kommen. Der Geschmack ist schlanker und eleganter, das passt zu jedem Gang eines Menüs, aber man muss ehrlich sagen: Das Ultratrockene gefällt erst mal nicht jedem. Der Gaumen will geschult werden.

Sie standen in Ihrer Jugend als Punk der Subkultur nahe und haben dann Pädagogik studiert, weil Sie ursprünglich Streetworker werden wollten. Wie haben Sie Ihren Gaumen geschult?

Ich habe als Pädagogikstudentin in Duisburg in der Gastronomie gejobbt, und nach der Arbeit haben wir im Lokal gefeiert. Dabei habe ich sämtliche berühmten Champagner kennengelernt. Einstiegschampagner für Anspruchsvolle ist etwa ein Krug Grande Cuvée, immer sensationell gut. Was ich auch liebe, ist Veuve Clicquot Grande Dame, eine Prestige Cuvée. Dann sollte man mal einen Perrier-Jouët gekostet haben, erst Grand Brut, danach die Prestige Cuvée Belle Epoque. Und Taittinger.

Welche Champagner-Trends finden Sie, außer dem angesagten zéro Dosage, derzeit interessant?

Die Nachhaltigkeit hat auch den Weinanbau erreicht. Früher waren biologische Weine etwas für Waldorfschullehrer, die im Körnerladen kauften. Das ist vorbei, das bietet heute jeder gut sortierte Weinhandel. Biodynamische Verfahren sind noch radikaler als der biologische Anbau. Sie arbeiten mit Mondkalender und mit Mist befüllten Kuhhörnern, die im Weinberg vergraben werden. Klingt spirituell, aber das Ergebnis ist oft toll, wie beim Latitude Extra Brut von Larmandier-Bernier.

Was sollte man sonst im Auge behalten?

Kleine Winzerchampagner. Da kann man großartige Entdeckungen machen, bei einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Geheimtipp ist der Garennes von Georges Laval, ein Extrabrut, im Holz ausgebaut, mit schöner Kokosnote. Davon gibt es nur 9000 Flaschen im Jahr, denn das Terroir umfasst sehr übersichtliche 2,5 Hektar – die kann man praktisch allein bewirtschaften. Das finde ich sympathisch.

Das Haus Taittinger hat 2016 in der Grafschaft Kent in Großbritannien ein Weingut gekauft. Schaumwein aus England – eine Schnapsidee?

Überhaupt nicht. Englischer Sparkling hat großes Potenzial. Die kalk- und kreidehaltigen Böden in Kent und Wales gleichen denen der Champagne, das Klima ist mild und wird wegen des Klimawandels noch milder. Von dort sind spannende Sparklings zu erwarten..

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Aus welchen Gläsern genießt man denn nun am besten?

Flöten sind immer noch beliebt, aber eine große Oberfl äche wie in einem Weinglas ist besser fürs Bouquet. Allerdings verflüchtigt sich die Kohlensäure dann schneller – dann muss man eben schneller trinken. Ich persönlich liebe klassische Schalen wie in alten Filmen. Die haben Stil.

Angenommen, man bekommt einen sehr guten Champagner als Gastgeschenk. Wann sollte man die Flasche öffnen?

Ab Auslieferung ist Champagner am besten. Wenn Sie nach mehr als zwei Jahren die Flasche entkorken und der Korken bleibt klein, ist der Zenit des Geschmacks überschritten. Champagner eignet sich nicht zum Lagern – Vintage, also Jahrgangschampagner, ist eine Ausnahme und zehn Jahre lagerfähig. Für alle anderen gilt: am besten bald genießen.

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