Beauty

Pflege-Guide: Die vergessenen Hautpartien Dekolleté, Rücken und Schultern

Die Frühjahrsmode rückt vergessene Partien wie Hals, Rücken, Schultern und Arme ohne Pardon zurück in den Fokus der Betrachtung. Kluge Beauties starten deshalb (latest) jetzt ein effektives Pflege-Programm.

Philosophy di Lorenzo Serafini Frühjahr/Sommer 2021
Look mit freien Schultern und Dekolleté bei Philosophy di Lorenzo Serafini für Frühjahr/Sommer 2021 Foto: Imaxtree

Wann haben Sie das letzte Mal Ihrem Dekolleté eine Feuchtigkeitspackung spendiert? Den Rücken eingecremt? Die Ellenbogen gepeelt? Nicht weiter grübeln, das sind rein rhetorische Fragen – die meisten Menschen vergessen dies nämlich. Pickelchen oder Pigmentflecken bemerken und behandeln wir meist nur im Gesicht, dabei treten sie auch an Dekolleté, Oberarmen und Rücken auf. Was zu tun ist, verrät Ute Braack, Kosmetikerin mit eigenem Institut an der Hamburger Hallerstraße.

Der Hals

„Um den Hals sollte man sich besonders gut kümmern – denn Alterungserscheinungen zeigen sich hier sehr deutlich“, sagt Kosmetikerin Ute Braack. Weil die Haut hier sehr dünn ist und wenig Talgdrüsen vorhanden sind, die sie mit Lipiden versorgen, sollte der Hals täglich eingecremt werden, tagsüber unbedingt mit UV-Schutz! „Oft treten am Hals auch Hyperpigmentirungen auf oder Verfärbungen, etwa durch das Auftragen von Parfüm verursacht,“ erzählt Ute Braack – in diesen Fällen empfiehlt sie eine Spezial-Pflege mit Retinol (z.B. „Tripeptide-R Neckrepair“ von Skinceuticals) und zwar jetzt in der sonnenarmen Jahreszeit, denn die Behandlung macht die Haut kurzfristig lichtempfindlicher. „Ganz entscheidend für einen schönen Hals - und eine feste Kinnpartie ist auch eine gute Haltung“, so Ute Braack, „und damit Muskeln und Haut nicht erschlaffen, kein Doppelkinn entsteht, sollten Sie unbedingt spezielle Gesichtsgymnastik machen. Gesichts-Yoga lässt sich zum Beispiel ganz wunderbar während der Autofahrt ausführen.“

Das Dekolleté

Wie im Gesicht sollte auch die Haut am Dekolleté regelmäßig von abgestorbenen Hautschüppchen befreit werden. „Ideal ist ein wöchentliches Öl/Salz-Peeling, das Salz löst die Hornschüppchen, das Öl pflegt.“ Ebenso empfehlenswert ist auch der „Gold Sugar Scrub“ von Omorovicza. Peelings regen gleichzeitig auch die Durchblutung der Haut an und fördern so den Abtransport von Talgablagerungen, beugen also Pickeln vor. Tägliches Eincremen des Dekolletés ist natürlich unerlässlich, etwa nach dem Baden oder Duschen. „Und vor allem abends“, ergänzt Ute Braack. „Bei Seitenschläfern bilden sich nachts die sogenannten V-Falten – damit die sich wieder gut „entknittern“ können, ist eine durchfeuchtete Haut extrem wichtig“. Gegen Pigmentflecken und Narben hilft die Microdermabrasion, ein Profi-Treatment, bei dem die oberste Hautschicht abgeschliffen wird. „Die Haut am Dekolleté und Busen neigt leider zu stärkerer Keloidbildung, bei Narben nach Brust-OPs ist die Microdermabrasion eine gute Möglichkeit die wulstigen Erhebungen zu minimieren.“

Der Rücken

Aus den Augen, aus dem Sinn? Fakt ist: Unsere Rückseite wird sehr, sehr stiefmütterlich behandelt. Bräuchte man dafür nicht auch Octopus-Arme?! „Ab und zu sollte man unbedingt zur Ausreinigung zum Profi“, rät die Kosmetikerin, „beim Rücken-Treatment wird die Haut zunächst mit einem Peeling vorbereitet, die Hautschüppchen werden gelöst, und nach der Ausreinigung kann eine tiefenreinigende, porenverfeinernde Maske aufgetragen werden“, etwa die „Perfect Balance Mask“ von A4. Wer unter sehr fettiger, unreiner oder gar pickliger Haut am Rücken leidet – „Bacne“ genannt – sollte regelmäßig in eine professionelle Ausreinigung investieren. Und: zur Hautpflege können die gleichen Produkte wie für die Problemhaut im Gesicht benutzt werden. „Grundsätzlich gilt: bei der Hautreinigung sowohl im Gesicht wie auch am Körper, immer auf Produkte setzen, die das Mikrobiom der Haut und den PH-Wert schützen und erhalten.“

Die Arme und Ellenbogen

Für zartere Haut an Schultern und Armen ist ein Scrub ideal – am besten schon während des Duschens. Das regelmäßige Eincremen danach lässt sich gut mit einer Massage verbinden. „Besondere Aufmerksamkeit haben die Ellenbogen verdient“, sagt Ute Braack, „da ist die Haut oft sehr trocken, rissig und sogar verhornt, denn sie ist einer größeren Belastung ausgesetzt.“ Man stützt sich darauf ab, die Kleidung reibt an der Haut des Ellenbogens, was den Austrocknungseffekt noch verstärkt. Regelmäßige Peelings helfen – „anschließend mit Hirschtalg pflegen,“ rät die Kosmetikerin.

Dieselbe Behandlung kann man übrigens auch gleich seinen Knien verpassen, die haben meist ähnliche Probleme. Ist die Hautpartie an den beiden Gelenkpartien etwas dunkler, kann Fruchtsäure helfen: Ellenbogen in etwas Zitronensaft „baden“, das weicht die Haut auf, befreit sie von Hautschüppchen – ähnlich wie ein Peeling, zusätzlich aber hellt die Zitronensäure auf. Eincremen nicht vergessen!

Autorin: Carla Mülhens