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Was macht Christian Lacroix heute?

Christian Lacroix gehört zu den Deisgnern schlechthin in der Haute Couture Szene - die Theater- und Modewelt liebt seine Entwürfe. Doch was macht der Modeschöpfer heute?

Christian Lacroix
Was macht eigentlich Christian Lacroix heute? Foto: Getty Images

Christian Lacroix: Aufstieg zum etablierten Designer

Christian Lacroix wird am 16. Mai 1951 in Arles, Frankreich, geboren. Dass er jemals seinen Weg in die Modewelt finden würde, hätte er wohl nie gedacht. Obwohl seine Großeltern in Arles ihm viel über Stil und Eleganz beibringen, will er nach dem Abitur nämlich zunächst Museumskurator werden. Hierfür besucht er die Universität Sorbonne und studiert dort Kunstgeschichte. Ende der 70er Jahre schreibt er seine Doktorarbeit über Kleidung in Gemälden.

In der Stadt der Liebe verliebt sich auch Christian - und zwar nicht nur in seine zukünftige Frau, sondern auch in seine Arbeit. Die Kontakte seiner Frau Françoise Rosenthiel zu Hermès öffnen ihm die Türen. Kurze Zeit arbeitet er für das Label als Zeichenassistent und übernimmt dann in den 80er Jahren die Haute Couture Kollektionen für die Marke Jean Patou.

Seine Outfits kommen an: Designerpreise und internationale Anfragen, unter anderem vom japanischen Kaiser, flattern bei dem französischen Zeichner ins Haus.

1987 gründet Christian Lacroix sein eigenes, gleichnamiges Label, mit dem Fokus auf - wie könnte es anders sein - Couture. Seine Ballonrock-Kreationen sind bei den Pariser Damen beliebt und sein Salon in der schönsten Straße der Metropole gut besucht. Stella McCartney wird mit 16 Jahren seine Praktikantin, eine Prêt-à-porter-Linie eröffnet unter Lacroix und Mitte der 90er Jahre schließt sich eine Interior-Kollektion an - Christian Lacroix ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Und nicht nur die Modewelt liegt ihm zu Füßen: Auch am Theater schätzt man seine Arbeit sehr. Opulente Roben, raffinierte Details und außergewöhnliche Stoffe - Sämtliche Opern- und Theaterhäuser reißen sich um seine Designs. In Wien, Paris und Brüssel wird Christian mit Preisen und neuen Aufträgen nur so überschüttet.

Der tiefe Fall: Lacroix ohne Lacroix

2002 wird Christian Lacroix Chefdesigner bei Pucci und soll der Marke neues Leben einhauchen.

Sein eigenes Label gehört von Anfang an zur LVMH-Gruppe, die 1993 alle Anteile übernehemen. 2005 wird die Marke an den amerikanischen Duty Free Hersteller Falic Group verkauft - ohne Einverständnis des Designers. Die Stimmung ist angespannt und wird nicht besser, als das Label vier Jahre später Insolvenz anmelden muss, weil neue Investoren ausbleiben. Als Grund wird vor allem die Finanz- und Wirtschaftskrise aufgeführt. Lacroix verlässt sein eigenes Label und konzentriert sich fortan auf seine Designfirma XCLX.

Nach dem Weggang Christians bleibt dem Label lediglich die Lizenz zur Kleiderherstellung. Bis auf wenige Mitarbeiter, werden alle Angestellten entlassen, Sacha Walckhoff designt ab sofort die Herren-Linie des Hauses und statt opulenter Runway-Shows zeigt das Team neue Looks fortan im Showroom.

Das Privatleben von Christian Lacroix

So dramatisch er auch seine Kleider entwirft, so bodenständig ist der Designer privat. Seine große Liebe lernt er in Paris kennen und heiratet sie: 1974 sagt er "Ja" zu Françoise Rosenthiel. Das Paar bleibt kinderlos.

Zu anderen Designern, wie Alexander McQueen, hegt er eine innige Freundschaft und hat für sie so etwas wie eine Vorbildfunktion inne. Sie bewundern ihn, weil er nicht der typische Designer mit kreativen Ausbrüchen und einer schweren Kindheit ist, sondern der gradlinige Kunst-Experte mit dem Auge für schöne Dinge.

Was macht Christian Lacroix heute?

Um den Star am Haute-Couture-Himmel ist es leise geworden - bis zur Paris Fashion Week Frühjahr/Sommer 2020: Bei der Show von Dries van Noten läuft kein anderer als der Designer selbst zum Finale über den Runway. Die Outfits tragen den typischen Schriftzug Lacroix und fügen sich bestens in das Bild von van Noten ein - eine Kooperation mit vollem Erfolg. Ob weitere folgen, bleibt abzuwarten.

Lacroix fixiert sich nie auf die Mode allein und das kommt ihm nach der Insolvenz zugute. Mittlerweile ist er im Interior-Geschäft angekommen, designt die Uniformen für Air France und beschäftigt sich mit dem neuen Look der Pariser Zuglinie TGV.