madame wird geladen...
Kultur

Black Lives Matter: Rassismus geht uns alle an

Rassismus ist nicht erst seit dem tragischen Tod von George Floyd in Minneapolis ein lebensbedrohliches Problem, sondern schon länger - und weltweit

Hände in unterschiedlichen Hautfarben ragen in die Luft
Black Lives Matter: Rassismus geht uns alle an Getty Images

Rassismus: Eine historische Einordnung

Die unterschiedliche Beurteilung von Menschen anhand tatsächlicher oder vermeintlicher Merkmale ist letztendlich so alt wie die Menschheit selbst. Doch systematischer Rassismus hat seinen Ursprung in Europa, ausgehend von der Rassentheorie des 19. Jahrhunderts und der Vision einer überlegenen weißen Rasse. Die anschließenden Kolonialisierungen Afrikas und Südamerikas gelten als rassistische Ur-Sünden.

Die Versklavung von Millionen Afrikanern verfestigte bei vielen Europäern das Gefühl einer moralischen und zivilisatorischen Überlegenheit. Diese vermeintlich erblich bedingte Hegemonie gipfelte unter anderem im 20. Jahrhundert in der grausamen Vernichtungspolitik der deutschen Nationalsozialisten um Adolf Hitler.    

Die rassistische Theorie ist mittlerweile auf allen seriös wissenschaftlichen Ebenen widerlegt, und doch lebt sie in den Gehirnen vieler Menschen weiter. Somit gehört Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Hautfarbe immer noch zum Alltag vieler Menschen.

Rassismus in Deutschland

Rassismus macht nicht vor Staatsgrenzen Halt und Deutschland ist in diesem Kontext kein Ort der Glückseligkeit, im Gegenteil, denn auch hierzulande ist Rassismus ein ständiger Begleiter im gesellschaftlichen Miteinander.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums (BMI) wurden für 2019 in Deutschland offiziell 7.909 rassistische Straftaten gezählt. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen. Damit wurden 2019 nach BMI-Angaben rund drei Prozent mehr rassistisch motivierte Straftaten verübt als im Vorjahr.

Beim BMI werden rassistische Straftaten zum Bereich der sogenannten "Hasskriminalität" gezählt – genauso wie antisemitische, islamfeindliche und antiziganistische Delikte.

Umfragen belegen, dass Rassismus in Deutschland weit verbreitet ist. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2019 vertreten rund sieben Prozent der Bevölkerung rassistische Auffassungen, sie werten also Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Abstammung ab.

Rund 19 Prozent sind fremdenfeindlich eingestellt und stimmen Aussagen zu, wie beispielsweise "Es leben zu viele Ausländer in Deutschland". Die feindliche Gesinnung ist dann nochmals deutlich stärker gegenüber Asylsuchenden verbreitet: 54 Prozent aller Befragten in Deutschland lehnen demnach Asylsuchende ab. Tendenz steigend.

Antiziganismus

Fachbegriff, der eine gesonderte Form des Rassismus beschreibt. Er geht auf den von Stereotypen, Abneigung und/oder Feindschaft geprägten Einstellungskomplex gegenüber Roma, Sinti, Fahrenden, Jenischen und anderen Personen und Gruppen, die von der Mehrheitsgesellschaft als "Zigeuner" stigmatisiert werden ein.

Der Fall George Floyd

Rassitisch motivierte Polizeigewalt ist in den USA ebenfalls nicht unbekannt. In der Vergangenheit kam es in regelmäßigen Abständen zu Vorfällen, bei denen zumeist weiße Polizisten unverhältnismäßig brutal gegen dunkelhäutige Tatverdächtige vorgingen. Der Tod von George Floyd ist also alles andere als ein Einzelfall, aber eventuell der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

Am 25. Mai 2020 kommt der 46-jährige George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben. Zwei unabhängig voneinander vorgenommene Autopsien kamen zum Ergebnis, dass das brutale Polizeivorgehen für Floyds Tod ursächlich war. Die Polizisten knieten, wie Videoaufnahmen mehrerer Augenzeugen dokumentieren, zu dritt auf Floyd, während der Polizeibeamte Derek Chauvin ihm sein Knie auf den Hals drückte.

Obwohl Floyd mehrmals unter dem verzweifelten Hinweis "I can't breathe" darauf hinwies, dass er keine Luft bekommen würde, ließen die Staatsdiener nicht von ihm ab. Insgesamt dauerte das Martyrium neun Minuten. Floyd verstarb noch vor Ort an der Chicago Avenue. Chauvin war bereits in der Vergangenheit wegen übermäßig angewandter Polizeigewalt auffällig geworden.

George Perry Floyd wurde am 3. März 1974 im US-Bundesstaat North Carolina geboren, wuchs allerdings im texanischen Houston auf. Der leidenschaftliche Basketballer machte sich in seiner Jugend eine Zeit lang berechtigte Hoffnungen auf eine NBA-Karriere, zudem war er als Rapmusiker unter dem Namen "Big Floyd" bekannt. Immer wieder jedoch kam Floyd auch mit dem Gesetz in Konflikt und verbüßte diverse Haftstrafen.

Bei der versuchten Festnahme am 25. Mai 2020 in Minneapolis soll es um "gefälschte Dokumente" gegangen sein, die der unbewaffnete Floyd zuvor in einem Laden an der Chicago Avenue gezeigt haben soll. Angeblich soll er dort versucht haben mit einem gefälschten 20-Dollar-Geldschein zu bezahlen.

Auf dem Video eines Augenzeugen ist zu sehen, wie sich Floyd anschließend von den Polizisten in seinem geparkten Auto widerstandslos verhaften lässt. Weshalb die Situation anschließend dermaßen eskalierte, werden die beteiligten Beamten aufklären müssen.

George Floyd hinterlässt zwei Töchter und einen dreijährigen Enkel.

MADAME.de positioniert sich klar gegen Rassismus und unterstützt die Gleichbehandlung aller Menschen.

Dieser Artikel ist erstmalig auf maennersache.de erschienen.

var premium1Fallback = mobile_premium1Fallback = '
';var premium2Fallback = mobile_premium2Fallback = '
';var premium3Fallback = mobile_premium3Fallback = '
';
var basic1Fallback = mobile_basic1Fallback = '
';var basic2Fallback = mobile_basic2Fallback = '
';var basic3Fallback = mobile_basic3Fallback = '
';