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Wie Dopamin-Fasten zu einem entspannten Alltag beitragen kann

Wie Dopamin-Fasten zu einem entspannten Alltag beitragen kann Wie Dopamin-Fasten zu einem entspannten Alltag beitragen kann
Weg vom Bildschirm und einfach mal in den Himmel gucken. (Foto: Adriano Russo)

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Handy, Computer, Musik, Gespräche – der Alltag heutzutage ist schnell, laut, bunt und oft gibt es von allem viel zu viel. Dopamin-Fasten soll dafür die Lösung sein.

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Ist das Gehirn auf Dauer mit Reizen überflutet, so hat das Auswirkungen auf die Gesundheit. In der schnelllebigen Welt, in der man stets erreichbar ist, und ständig wechselnden Bildern, Nachrichten, und Geräuschen ausgesetzt ist, bleibt kaum Zeit für Entspannung. Was für einen kurzen Moment für einen Dopamin-Ausstoß sorgt, also ein Gefühl von Freude, wechselt bei dauerhafter Aktivierung zu Gereiztheit, Anspannung und Konzentrationsverlust. Wir erklären hier, wie ein „Fasten“ dem entgegenwirkt und helfen kann, dem Gehirn wieder Ruhe zu verschaffen.

Was ist Dopamin überhaupt?

Dopamin ist ein sogenanntes Glückshormon, das bei der Ausschüttung wie ein Belohnungssystem funktioniert. Genauer gesagt ist es der Botenstoff zwischen Nervenzellen, die miteinander kommunizieren.
Nicht Dopamin selbst macht jedoch glücklich, sondern es hat eine belohnungsankündigende Wirkung in Regionen des Gehirns, die an der Entstehung von Sucht beteiligt sind. Ein positives Ereignis wird dabei im Suchtgedächtnis abgespeichert und sorgt für ein Gefühl von Glück, Zufriedenheit und Freude.

Dopamin im Alltag und bei Social Media

Im Alltag entsteht Dopamin inzwischen leider viel zu oft. Nicht nur bei der Arbeit, in Beziehungen und Freundschaften kommt es dazu. Auch jeder Griff zum Handy, jedes Video auf TikTok, Reels und Co. verursachen einen schnellen Kick. Likes und neue Follower sorgen ebenfalls für einen kleinen Dopaminausschuss. Gerade wer immer in das Handy oder auf den Bildschirm schaut, immer Musik oder einen Podcast hört und immer im Gespräch sein will, ist betroffen.
Das Schlimme daran: Social Media setzt gezielt darauf, Dopamin freizusetzen. TikTok und Instagram beispielsweise sind extra so konzipiert, dass sie den Dopaminausschuss begünstigen. Auch für Kinder sind Spielzeug, Serien und Filme mit viel zu vielen Reizen verbunden, weil alles sehr bunt, laut, schnell und gleichzeitig passiert.

Das Problem mit zu viel Dopamin

Denn auch wenn es erstmal so klingt, ist Dopamin nicht nur etwas Positives. Zu viel Dopamin ist anstrengend für den Körper und überlastet ihn. Auch werden auf lange Zeit alle anderen, alltäglichen Dinge für das Gehirn langweilig, und damit sogar anstrengend. Die Konzentration und die Lust sinken und wir entwickeln eine Resilienz gegen „normale“ Dinge.
Der Mensch hat nämlich nur begrenzte kognitive Ressourcen, um Entscheidungen zu treffen. Wenn dem Gehirn nicht genug Zeit oder Ruhe bleibt, kann es nicht alles gut verarbeiten. Langeweile an „normalen“ Dingen entsteht, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und sogar Angstzustände und Entzugserscheinungen können die Folge sein. Gerade Kinder und Jugendliche, die bereits früh viel Social Media ausgesetzt sind, können dabei großen Schaden in der Entwicklung nehmen. Auch eine echte Sucht kann folgen, die meist jedoch nicht ernst genommen wird, weil es in der Gesellschaft nicht als echtes Problem gilt. Das alltägliche Leben wird somit negativ beeinflusst, oft auch ohne, dass man es als Betroffene*r bemerkt. So kann ein hoher Medienkonsum oder eine dauernde Reizüberflutung dem Gehirn und der allgemeinen Gesundheit schaden.

Suchtanzeichen

Normalerweise schützt eine selektive Aufmerksamkeit das Gehirn davor, von einer Vielzahl an Reizen und Informationen überfordert zu werden. Ist es dazu nicht mehr in der Lage, kann eine Sucht ähnlich einer klassischen Abhängigkeit entstehen.
Typische Symptome dabei sind Cravings, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung von anderen Lebensbereichen, Entzugserscheinungen und Kontrollverlust. Im Extremfall kann auch der soziale Kontakt eingeschränkt werden, indem das meiste nur noch online passiert und die Außenwelt als nicht mehr interessant eingestuft wird. Geht man einen Kaffee trinken, zählt dabei nicht mehr das Gespräch mit der Freundin, die man lange nicht gesehen hat – sondern das Bild, das danach auf Instagram gepostet wird.
Besonders gefährlich ist dies bei anhaltendem Konsum trotz bereits eingetretener Schäden. Entstehen depressive Symptome, sollte ärztliche oder psychologische Hilfe aufgesucht werden.

Wie Dopamin-Fasten helfen kann

Diesen negativen Auswirkungen soll Dopamin-Fasten entgegenwirken, um wieder ein gesünderes Verhältnis zu Social Media und anderen Medien zu entwickeln. Es funktioniert ähnlich wie eine Diät: Indem auf bestimmte Impulse verzichtet wird und Pausen von bestimmten Verhaltensweisen eingelegt werden, entfällt die übermäßige Stimulation.

Handy-Pausen sind ein erster Schritt. Dabei geht es nicht darum, das Handy nicht mehr zu benutzen oder alle Social-Media-Kanäle zu löschen, sondern, einfach Pausen einzulegen, bestimmte Uhrzeiten für die Nutzung festzulegen, oder die auf Smartphones vorinstallierten Bildschirmzeiten zu nutzen. Ein gelegentlicher Ruhetag von Handy und Social Media ist auch ratsam.

Generell ist es wichtig, sich immer wieder Ruhe zu gönnen. Kein Radio, keine Musik oder ein Podcast im Hintergrund, wenn man putzt oder spazieren geht. Kein Handy auf dem Tisch, wenn man mit jemandem zusammen isst. Nicht immerzu chatten oder telefonieren, nicht immer erreichbar zu sein. Keine Bildschirmnutzung vor dem Schlafengehen. Kurz gesagt: Schritt für Schritt sensibler für das eigene Verhalten werden und versuchen, die Reize langsam zu reduzieren.

Was das Fasten bewirkt

Als erstes sollte Dopamin-Fasten dazu beitragen, das Gehirn und somit den Körper zu entspannen. Gedanken werden stärker wahrgenommen, kleine Dinge werden wieder mehr geschätzt, wenn das Gehirn mehr Zeit zum Arbeiten und Verarbeiten hat. Soziale Kontakte verbessern sich. Gerüche, Geräusche und Gefühle werden intensiver. Die Aufmerksamkeitsspanne wird wieder länger und damit auch die Konzentrations- und Lernfähigkeit. Die wichtigste Erkenntnis: Langeweile tut manchmal richtig gut.

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