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SOS-Tipps bei Wassereinlagerungen: Das hilft wirklich

SOS-Tipps bei Wassereinlagerungen: Das hilft wirklich SOS-Tipps bei Wassereinlagerungen: Das hilft wirklich
Bewegung hilft am besten bei Wassereinlagerungen (Foto: Adriano Russo)

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Was wirklich hilft, wenn sich Wasser im Körper staut
 

Es ist dieses diffuse Spannungsgefühl: Die Ringe sitzen enger an den Fingern, die Beine fühlen sich schwer an, das Gesicht wirkt leicht aufgedunsen. Wassereinlagerungen – medizinisch Ödeme – sind ein häufiges, oft unterschätztes Phänomen. Gerade bei Hitze, hormonellen Schwankungen oder langem Sitzen kann der Körper plötzlich mehr Flüssigkeit im Gewebe speichern, als uns lieb ist.
Die gute Nachricht: In vielen Fällen lassen sich Wassereinlagerungen mit einfachen, gezielten Maßnahmen deutlich reduzieren – oft sogar innerhalb weniger Stunden.

Warum der Körper Wasser speichert

Wassereinlagerungen entstehen, wenn sich Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe verschiebt und dort sammelt. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von harmlos bis behandlungsbedürftig.
Häufig spielen hormonelle Veränderungen eine Rolle, etwa im Verlauf des Menstruationszyklus. Auch langes Sitzen oder Stehen, Hitze, salzreiche Ernährung oder Bewegungsmangel können dazu führen, dass der Flüssigkeitstransport im Körper aus dem Gleichgewicht gerät. Zu den ernsteren Auslösern zählen Herz-, Nieren- oder Venenerkrankungen sowie Thrombosen.

Ein zentraler Faktor dabei ist das Lymphsystem. Es funktioniert wie eine Art „Abflusssystem“ des Körpers: Während das Blut Nährstoffe zu den Zellen transportiert, sorgt die Lymphe dafür, überschüssige Flüssigkeit, Abfallstoffe und auch Immunzellen wieder abzutransportieren. Dieses Netzwerk aus feinen Gefäßen und Knoten arbeitet jedoch nicht mit einem eigenen Pumporgan wie das Herz, sondern ist auf Bewegung angewiesen. Wird es träge – etwa durch langes Sitzen oder Hitze – staut sich die Flüssigkeit im Gewebe. Gleichzeitig wird auch die Durchblutung langsamer, was den Effekt zusätzlich verstärkt.
Sind die Beschwerden mit starken Schmerzen verbunden, gehen mit Fieber einher oder halten mehrere Tage an, sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Die folgenden Tipps beziehen sich auf harmlose, alltägliche Wassereinlagerungen:

Bewegung – der schnellste Effekt

Wenn es einen echten Sofort-Tipp gibt, dann ist es Bewegung. Schon ein kleiner Spaziergang oder ein Paar Hampelmänner können Wunder wirken. Der Grund ist simpel: Muskelaktivität unterstützt den Rücktransport von Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Blutbahn. Besonders effektiv sind rhythmische Bewegungen wie Gehen, Radfahren oder leichtes Springen. Zu Hause oder am Arbeitsplatz reichen sogar Übungen wie Händekreisen, Arme und Beine anheben und senken oder Fußwippen von der Ferse auf die Zehenspitzen.
Vor allem, wer im Alltag viel sitzt, sollte immer wieder regelmäßig kleine Bewegungspausen einbauen – selbst wenige Sekunden machen einen Unterschied.

Wasser trinken – auch wenn es paradox klingt

Viele reduzieren bei Wassereinlagerungen intuitiv die Trinkmenge. Tatsächlich sollte man jedoch mehr trinken, da dies den Stoffwechsel anregt und den Nieren hilft, überschüssige Flüssigkeit loszuwerden. Ödeme können nämlich auch aufgrund von Dehydrierung entstehen, da der Körper in „Sparmodus“ umstellt und Wasser im Gewebe zurückhält. Wer hingegen ausreichend trinkt, signalisiert dem Organismus, dass keine „Notreserve“ nötig ist.
Ideal sind stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees. Sorten wie Brennnessel oder Löwenzahn gelten traditionell als leicht entwässernd und können zusätzlich unterstützen.

Ernährung: Weniger Salz, mehr Balance

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Ernährung. Vor allem Salz bindet Wasser im Körper – und kann Einlagerungen verstärken. Das bedeutet natürlich nicht, komplett auf Salz verzichten zu müssen, sondern bewusster damit umzugehen. Fertigprodukte, stark verarbeitete Lebensmittel und Snacks enthalten oft deutlich mehr Salz, als man denkt. Gleichzeitig helfen kaliumreiche Lebensmittel wie Gemüse, Bananen oder Avocado dabei, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Sie wirken wie ein natürlicher Gegenspieler zu Natrium.

Hochlagern und Kälte – kleine Tricks, große Wirkung

Gerade bei geschwollenen Beinen oder Füßen kann es helfen, die betroffenen Körperpartien regelmäßig hochzulagern. Dadurch wird der Rückfluss der Flüssigkeit unterstützt. Auch Kälteanwendungen – etwa eine kühle Dusche, Kältespray oder Kühlpacks – können die Gefäße zusammenziehen und so Schwellungen reduzieren. Diese Maßnahmen wirken besonders schnell und sind ideal, wenn es kurzfristig besser aussehen oder sich besser anfühlen soll.

Lymphdrainage und Massagen

Sanfte Massagen können den Lymphfluss gezielt anregen und dabei helfen, angestaute Flüssigkeit abzutransportieren. Professionelle Lymphdrainagen sind besonders wirksam, aber auch einfache Anwendungen zu Hause zeigen oft schon einen Effekt.
Wichtig ist dabei eine leichte, streichende Bewegung – eher sanft als fest. Bei geschwollenen Augen kann man zum Beispiel mit den Fingerspitzen oder einem gekühlten Tool (wie einem Löffel oder Gua Sha Stein) vorsichtig von innen nach außen unter dem Auge entlang streichen. Der Druck sollte minimal sein, die Bewegung langsam und wiederholend. So wird die Flüssigkeit in Richtung der Lymphbahnen abgeleitet. Ob im Gesicht oder an den Beinen gilt: lieber regelmäßig und sanft als einmal zu intensiv.

Kompression – moderner als ihr Ruf

Kompression klingt zunächst medizinisch, kann im Alltag aber überraschend unkompliziert sein. Durch leichten Druck von außen wird der Abtransport von Flüssigkeit unterstützt und das Gewebe entlastet.
Neben klassischen Varianten gibt es inzwischen viele moderne, unauffällige oder sogar stylische Kompressionsstrümpfe, die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen. Besonders auf (Flug-)Reisen, bei langem Sitzen oder an warmen Tagen können sie einen spürbaren Unterschied machen – ohne dabei an „Krankenhaus-Ästhetik“ zu erinnern. Wichtig ist, sie tagsüber zu tragen und dem Körper nachts wieder Ruhe zu gönnen.

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