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Wir lieben Society-Geschichten – besonders, wenn die Stars sie selbst erzählen. Welch Glück, dass es unter den Buch-Neuveröffentlichungen gerade viele Autobiografien hochkarätiger Prominenter gibt. Wir haben den Überblick.
Lisa Marie Presley & Riley Keough: "Von hier ins Ungewisse"
Das Buch gibt tiefe Einblicke in Lisa Marie Presleys Kindheit als Tochter des King of Rock ’n’ Roll – eine Kindheit voller Glamour, aber auch geprägt von Einsamkeit. Presley beschreibt, wie es war, in der ikonischen Graceland-Villa aufzuwachsen und immer unter dem Druck zu stehen, dem Erbe ihres Vaters gerecht zu werden. Ihre Erfahrungen im Rampenlicht reichen von gefeierten Auftritten als Sängerin bis hin zu gnadenloser medialer Aufmerksamkeit, insbesondere während ihrer Ehen mit Michael Jackson und Nicolas Cage. Der Kampf, eine eigene Identität jenseits des Presley-Namens zu finden, zog sich durch ihr gesamtes Leben.
Schon als Kind wusste Lisa Marie mit dem Ruhm ihres Vaters auf ihre eigene Weise umzugehen. Während sich Fans vor den Toren von Graceland versammelten, um einen Blick auf Elvis zu erhaschen, spielte sie ihnen oft Streiche: Sie nahm ihren Fotoapparat, rannte damit weg und ließ sie ohne Erinnerung an ihr Idol zurück. Diese Anekdote zeigt nicht nur ihren rebellischen Geist, sondern auch, wie surreal es gewesen sein muss, in einer Welt aufzuwachsen, in der Fremde ständig ein Stück ihres Lebens für sich beanspruchen wollten.
Nach Lisa Marie Presleys Tod im Januar 2023 vollendete dessen Tochter Riley Keough die Memoiren. Dadurch entsteht ein rührender, posthumer Dialog zwischen Tochter und Mutter. Keough, deren Vater der Musiker Danny Keough ist, ist selbst als Schauspielerin bekannt und machte sich unter anderem mit Rollen in "Mad Max: Fury Road" und der Musik-Serie "Daisy Jones & The Six" einen Namen. Ihr Verhältnis zu Lisa Marie war von tiefer Liebe, aber auch Konflikten geprägt: In Interviews sprach Keough darüber, dass ihre Mutter oft zwischen Nähe und Distanz schwankte, insbesondere während ihrer eigenen Kämpfe mit Sucht und Trauer. Trotz dieser Schwierigkeiten standen sie sich bis zum Ende nahe – Riley war es, die nach Lisa Maries plötzlichem Tod Graceland übernahm und das Vermächtnis ihrer Familie weiterführt.
Cher: "Die Autobiografie, Teil Eins"
„Das Wichtigste ist, sich selbst treu zu bleiben – auch wenn man dafür kämpfen muss.“ Mit diesen Worten stellt Cher klar, dass ihre Memoiren keine gewöhnliche Prominentengeschichte sind. Sie gehen weit über die übliche Erzählung von Ruhm und Erfolg hinaus und gibt tiefen Einblick in ihre persönliche Entwicklung und die Herausforderungen, sich in der Welt des Showbusiness eine eigene, authentische Stimme zu erkämpfen – auch und vor allem gegen ihren gewalttätigen Ehemann Sonny, der sie und ihr Geld lange kontrollierte.
In "Die Autobiografie, Teil Eins" nimmt Cher ihre Leser*innen auf 500 Seiten mit auf eine Reise durch ihre von Armut geprägte Kindheit bis zu ihrem Aufstieg zum Superstar. Das Buch steckt voller Anekdoten und persönlicher Erinnerungen, die zeigen, wie facettenreich ihr Leben ist. Eine der wohl bizarrsten Geschichten dreht sich um den Maler Salvador Dalí: Cher und Sonny wurden in den 1960er-Jahren zu einem Abendessen in sein Studio eingeladen, das offenbar direkt nach einer Orgie stattfand. Als Cher sich setzte, zog sie unter sich einen bemalten Gummifisch hervor, den sie für ein Kinderspielzeug hielt – bis Dalí lachend erklärte, dass es sich in Wahrheit um ein vibrierendes Sexspielzeug handelte.
Trotz drei Ghostwritern, die am Buch beteiligt waren, bleibt Chers unverwechselbarer Charakter größtenteils spürbar: voller Witz, Charisma und Offenheit erzählt sie von den Höhen und Tiefen ihres außergewöhnlichen Lebens. Der zweite Teil der Memoiren, der im nächsten Jahr erscheint, wird diese faszinierende Geschichte weiterführen.
Barbra Streisand: „Mein Name ist Barbra“
Wenn Barbra Streisand über ihr Leben spricht, wird aus einer Biografie ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der Musik- und Filmwelt. Mit scharfem Verstand und trockenem Humor nimmt sie die Leser*innen mit in die Momente, die sie prägten: vom Lampenfieber vor ihrem ersten Auftritt bis zu den schillernden Nächten in Hollywood.
Unvergesslich bleibt ihr Abendessen mit Marlon Brando in den 1970ern. Die beiden sprachen stundenlang über Politik, Spiritualität und das Showgeschäft, bis Brando plötzlich meinte, er wolle sie singen hören. Streisand, gewohnt schlagfertig, lehnte mit einem „Ich singe nicht für mein Essen“ ab – am Ende konnte sie ihm den Wunsch doch nicht ganz verwehren. Brando war hingerissen.
Doch neben all den glamourösen Begegnungen spart sie nicht aus, welchen Preis sie für ihren Erfolg zahlen musste. Der Druck, immer perfekt zu sein, die Kritik an ihrem Aussehen, die sie seit ihren Anfängen begleitete, und die Einsamkeit, die mit Ruhm einhergeht – all das zieht sich durch ihre Erzählung. Gleichzeitig beschreibt sie ihre ständige Suche nach Authentizität, den Wunsch, nicht nur als Sängerin oder Schauspielerin, sondern als Mensch gesehen zu werden.
Solche Erlebnisse machen ihr Buch zu mehr als einer Autobiografie – es ist eine Zeitreise durch die goldene Ära von Musik und Film, erzählt von einer Frau, die sie mitgestaltet hat.
Moon Unit Zappa: „Earth to Moon“
Moon Unit Zappa nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie über ihre Kindheit an der Seite des exzentrischen Musikers Frank Zappa schreibt. Ihr Zuhause in den Hollywood Hills war kein normales Familienhaus, sondern ein kreatives Chaos aus endlosen Jam-Sessions, absurden Wortspielen und einem ständigen Kommen und Gehen von Künstlern, Musikern und schrägen Gestalten. Regeln gab es kaum – stattdessen eine Atmosphäre völliger Freiheit, die auf den ersten Blick faszinierend wirkt, aber auch Unsicherheit mit sich brachte.
Während andere Kinder in geordneten Verhältnissen aufwuchsen, musste Moon in einem Umfeld bestehen, in dem Fremde nackt im Garten herumliefen und Kerzen herstellten, während ihr Vater im Studio Musik aufnahm oder mit Groupies schlief. Kunst und Exzess waren untrennbar miteinander verbunden, und was für Außenstehende nach einer radikal freien Künstlerwelt klang, fühlte sich für Moon oft wie ein surrealer, kaum greifbarer Alltag an.
Das Buch ist nicht nur eine intime Familiengeschichte, sondern auch ein eindringlicher Bericht über Selbstfindung und den Versuch, sich aus dem Schatten eines übermächtigen Vaters zu lösen. Mit scharfem Humor und schonungsloser Ehrlichkeit erzählt Zappa von den Herausforderungen, in einer solch außergewöhnlichen Familie aufzuwachsen – und dennoch einen eigenen Platz in der Welt zu finden.
Iris Apfel: „Colorful. Welche Farbe hat das Glück?“
102 Jahre war die Mode-Ikone Iris Apfel alt, als sie im März 2024 starb. Ihre Autobiografie mit vielen Bildern "Colorful" setzt ihr ein wunderschönes Denkmal. Iris Apfel hat Mode immer als Ausdruck purer Lebensfreude verstanden – und genau das spiegelt sich in ihrem Buch wider. Die Stil-Ikone reflektiert ihre Erfahrungen als Unternehmerin, Designerin und Kunstsammlerin und gewährt einen Blick auf ihren Werdegang sowie ihre Beziehung zu Mode und Kunst.
Das Buch ist genauso bunt und humorvoll wie Apfel selbst und lädt dazu ein, über die eigene Beziehung zu Kreativität und Lebensfreude nachzudenken. „Colorful“ ist sowohl visuell ansprechend als auch unterhaltsam, ohne sich dabei zu ernst zu nehmen. Eine Liebeserklärung an Individualität und Kreativität, gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten.
Eine dieser Anekdoten stammt aus den späten 1930er und frühen 1940er Jahren, als es für Frauen noch unüblich war, Jeans zu tragen. Während eines Aufenthalts in Wisconsin besuchte Apfel ein Army-Navy-Geschäft und fragte nach einer Jeans. Der Verkäufer reagierte verwundert: „Wissen Sie nicht, junge Damen tragen keine Jeans. Was stimmt nicht mit Ihnen?“ Doch Apfel ließ sich nicht beirren. Woche für Woche kehrte sie in den Laden zurück, bis der Verkäufer schließlich ein Paar Jungenjeans für sie bestellte. Als sie sie endlich trug, wusste sie: „Das Outfit war genauso umwerfend, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich trage immer noch Männerjeans; sie passen mir besser. Sie wurden zu meinem Markenzeichen.“
Diese Geschichte ist typisch für Iris Apfel – mutig, unkonventionell und stets ihrer eigenen Ästhetik folgend.