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Nur noch fünf Minuten…: Wie viele Stunden Schlaf braucht der Körper wirklich?

Nur noch fünf Minuten…: Wie viele Stunden Schlaf braucht der Körper wirklich? Nur noch fünf Minuten…: Wie viele Stunden Schlaf braucht der Körper wirklich?
Während sich manche schon nach wenigen Stunden ausgeruht fühlen, können andere nicht genug Schönheitsschlaf bekommen. (Foto: Herbert Matter/Condé Nast via Getty Images)

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Beim Wecker klingeln denken viele: Nur noch ein paar Minuten…aber wie viel Schlaf braucht der Körper eigentlich wirklich?

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Während die einen nach fünf Stunden munter aufstehen, brauchen andere mindestens neun Stunden, um überhaupt einsatzfähig zu sein. Die Antwort auf die Frage nach der perfekten Nachtruhe ist so individuell wie unser Fingerabdruck. Sie hängt nicht nur von unserem Alter und unserer Genetik ab, sondern auch von biologischen Rhythmen und der Qualität der einzelnen Schlafphasen. Doch wie unterscheidet man zwischen bloßer Gewohnheit und tatsächlichem biologischem Bedarf – und woran erkennt man, ob die eigene Erholung ausreicht? Ein Blick auf die Wissenschaft des Schlafs verrät, wie unser Körper nachts regeneriert und wie Sie Ihr persönliches Schlafoptimum finden.

Der Schlafbedarf ist individuell

Studien zeigen, dass Neugeborene mit rund 14 bis 17 Stunden am meisten Schlaf benötigen. Mit zunehmendem Alter nimmt unser Schlafbedarf dann ab. Ein Vorschulkind braucht etwa 10 bis 13 Stunden Schlaf, ein Schulkind etwa neun bis elf Stunden und ein Teenager acht bis zehn Stunden. Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren kommen mit etwa sieben bis neun Stunden Schlaf aus, und ab dem 65. Lebensjahr gelten sieben bis acht Stunden als optimal.

Außerdem variiert die ideale Schlafdauer je nach genetischer Veranlagung, Lebensstil, Aktivitätsniveau und körperlicher Verfassung. Sogenannte Kurzschläfer, die von Natur aus weniger Schlaf benötigen – etwa vier bis 6,5 Stunden –, weisen ein besonderes Schlafmuster auf. Bei ihnen scheint unter anderem der Schlaf-Wach-Rhythmus anders reguliert zu werden: Studien zeigen, dass Kurzschläfer das Schlafhormon Melatonin über einen kürzeren Zeitraum ausschütten und offenbar eine höhere Toleranz gegenüber dem natürlichen Schlafdruck haben. Dadurch können sie trotz der kurzen Schlafdauer tagsüber wach und leistungsfähig bleiben.
Umgekehrt gibt es auch natürliche Langschläfer, die genetisch bedingt einen höheren Schlafbedarf haben, und sich erst nach 9,5 bis elf Stunden ausgeruht fühlen. Auch hier spielen verschiedene biologische Faktoren, wie die Melaninausschüttung eine Rolle. Beide Formen sind aber sehr selten und betreffen jeweils nur etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung.

Zusätzlich wird auch zwischen verschiedenen Chronotypen unterschieden. Der Chronotyp beschreibt die individuelle innere Uhr einer Person – also die Tageszeit, zu der sie von Natur aus am wachsten und produktivsten ist, unabhängig davon, wie viel Schlaf sie insgesamt benötigt. Die bekanntesten Typen sind die „Lerche“ (steht früh auf, wird früh müde und ist morgens am produktivsten) und die „Eule“ (kommt erst am Abend richtig in Schwung und ist meist am Nachmittag oder Abend am produktivsten).
Nicht zuletzt kommt es auch auf die Schlafqualität an. So kann es vorkommen, dass man sich morgens nicht ausgeruht fühlt, obwohl man die erforderliche Anzahl an Stunden geschlafen hat.

Die Schlafphasen

Der Schlaf in der Nacht ist in die Einschlafphase und drei weitere Schlafphasen unterteilt. Nach der kurzen Anfangsphase des Einschlafens folgt der Leichtschlaf: Herzfrequenz und Atmung verlangsamen sich und werden ruhiger. Darauf folgt der Tiefschlaf, die entscheidende Phase für die körperliche Erholung und Regeneration. Sie ist in der ersten Hälfte der Nacht am längsten und intensivsten. Die dritte Schlafphase ist der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), in dem man besonders lebhaft träumt. Dieser ist wichtig für die emotionale Verarbeitung und die geistige Erholung. Diese drei Phasen bilden einen Zyklus, der etwa 90 bis 110 Minuten dauert und sich pro Nacht etwa vier- bis sechsmal wiederholt. Dabei nimmt der Anteil des Tiefschlafs im Laufe der Nacht zugunsten des REM-Schlafs ab und die Traumphasen werden in Richtung Morgen länger.

Bekommt man nicht genug Schlaf oder wird der Schlaf durch Stress oder Krankheit unterbrochen, werden möglicherweise nicht alle Phasen durchlaufen – das beeinträchtigt die Erholung. Auch mit zunehmendem Alter kann die Schlafqualität leiden. Nicht nur die Gesamtschlafdauer nimmt ab, auch die Zeit bis zum Einschlafen verlängert sich und die Tiefschlafphasen werden kürzer und der wird Schlaf insgesamt leichter.

Wie viel Schlaf brauche ich persönlich?

Um herauszufinden, wie hoch Ihr Schlafbedarf ist, sollten Sie am besten ein bis zwei Wochen lang Ihr Schlafverhalten beobachten und dabei notieren, wie Sie sich fühlen und wie Ihre Abend- und Morgenroutinen aussehen. Wenn Sie insgesamt morgens leicht aufstehen können und sich den Tag über wach und konzentriert fühlen, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie genug Schlaf bekommen. Fühlen Sie sich hingegen tagsüber müde oder gereizt, können sich schwer konzentrieren oder leiden häufig unter Kopfschmerzen, bekommen Sie wahrscheinlich nicht genug Schlaf oder die Schlafqualität ist nicht gut.

Bei der Ursachenforschung hilft dann das Schlaftagebuch: Alkoholkonsum, Bildschirmzeit unmittelbar vor oder nach dem Schlafengehen sowie eine üppige Mahlzeit vor dem Schlafengehen können beispielsweise Ihren Schlaf stören, oder Sie gehen regelmäßig zu spät ins Bett.

Gelegentlicher Schlafmangel ist in der Regel kein Problem – er kann zum Beispiel durch Stress, ungewohnte Tagesabläufe oder Krankheit verursacht werden. Wer jedoch dauerhaft zu wenig schläft, ist anfälliger für gesundheitliche Probleme. Zudem können Reaktionszeiten, Lernfähigkeit und soziale Interaktionen beeinträchtigt werden, da sich die Gehirnfunktion in der Nacht nicht ausreichend regeneriert. In diesem Fall sollte man ärztlichen Rat einholen.

Übrigens: Schlaf am Wochenende nachzuholen, wenn man unter der Woche chronisch zu wenig schläft, funktioniert nur bedingt. Längeres Ausschlafen hilft zwar gegen die akute Müdigkeit, aber Konzentrations- und Stoffwechselprobleme können anhalten.

Schlaf lässt sich weder starr standardisieren noch nach Belieben nachholen. So individuell wie unsere Lebensgewohnheiten ist auch unser biologischer Bedarf an nächtlicher Erholung. Entscheidend ist letztlich nicht das Erreichen einer bestimmten Stundenzahl, sondern das persönliche Wohlbefinden am Tag. Wer auf die Signale seines Körpers hört, Störfaktoren gezielt minimiert und bei anhaltender Müdigkeit professionellen Rat sucht, schafft die besten Voraussetzungen für einen gesunden, regenerativen Schlaf – und damit für mehr Lebensqualität im Alltag.

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