Wir beschäftigen uns jetzt nicht mit „Le Sexe qui parle“, auch bekannt als „Pussy Talk“, einem international erfolgreichen Porno-Film der 1970er-Jahre, in dem die Protagonistin über eine sprechende Vulva verfügt, die den Ehemann beschimpft und sich Luft macht über ihre sexuelle Unzufriedenheit. In dieser Kolumne geht es dennoch im wahrsten Sinne des Wortes um Luft, und zwar um die, die unwillkürlich aus der Vagina entweicht. Da dies meist von einem Pups-ähnlichen Geräusch begleitet wird, kann das – je nachdem wann es passiert – wahnsinnig peinlich sein. Dieses Phänomen wird auch als Scheidenwind, vaginaler Flatus oder vaginales Geräusch bezeichnet.
Wenn Luft ihren Weg nach draußen findet
Unter körperlicher Aktivität kann Luft in die Vagina gelangen und dann durch die natürlichen Kontraktionen der Vaginalwandmuskeln oder Pressen und Spannungsänderungen der Beckenbodenmuskulatur wieder ausgestoßen werden. Die Vaginalwand vibriert am Scheideneingang, wenn die eingeschlossene Luft freigegeben wird, was das entsprechende Geräusch verursacht. Es ist also medizinisch gesehen harmlos und vor allem geruchslos und hat nichts mit Blähungen aus dem Darm zu tun. Der häufigste Auslöser ist der Koitus. Vor allem bei einem schnellen Rhythmus, tiefem Eindringen und beim „Doggy Style“ kann Luft in die Vagina gepumpt werden. Kommt es dann zu einem Positionswechsel, kann die Luft wieder entweichen. Aber auch beim Sport, wie zum Beispiel bei tiefen Kniebeugen, Yoga, Pilates, extremen Turnbewegungen und Joggen, kann Luft in die Vagina angesogen werden und bei Änderungen der Muskelspannung wieder entweichen. Insbesondere Frauen mit einer Schwäche oder Funktionsstörung ihrer Beckenbodenmuskulatur sind betroffen. Dazu führen beispielsweise vaginale Geburten, Operationen, ein hohes Gewicht oder eine entsprechende Veranlagung.
Was Abhilfe schafft
Wie kann man vaginale Flatulenzen vermeiden? Es liegt auf der Hand: Beckenbodentraining wirkt sich günstig aus und hilft, dieses teilweise lästige und peinliche Geräusch abzustellen. Wenn es nach dem Sport dazu kommt, hilft auch kurzes Hinhocken, sanftes Pressen und wieder Entspannen, damit die Luft kontrolliert entweichen kann. Beim Sex sollte man es vielleicht mal etwas ruhiger angehen lassen, günstig ist zudem die Verwendung von Gleitmitteln, und bei Stellungen wie „Löffelchen“, „Brezel“ und „Missionar“ kommt es weniger häufig zu Luftansammlungen in der Vagina.