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Die geheimen Schätze von David Bowie gehen auf UK-Tour

Die geheimen Schätze von David Bowie gehen auf UK-Tour Die geheimen Schätze von David Bowie gehen auf UK-Tour
David Bowie bei den Dreharbeiten zu seinem Musikvideo „Jump They Say“ im März 1993 (Foto: Lester Cohen/Getty Images)

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Von abgelehnten Simpsons-Drehbüchern bis zu Berliner Wohnungsschlüsseln – das V&A bringt über 100 legendäre Kultobjekte des Pop-Genies zurück an die Orte seiner Karriere

Das Victoria and Albert Museum (V&A) schickt einen der faszinierendsten Kulturschätze der modernen Musikgeschichte auf Reisen. Unter dem Titel „David Bowie: On Tour“ verlässt das persönliche Archiv des Künstlers im November 2026 zum ersten Mal seine dauerhafte Heimat in London und zieht für eine mehrjährige Wanderausstellung durch Großbritannien. Mehr als 100 ausgewählte Exponate werden quer durch das Land transportiert. Das Besondere an diesem Konzept ist die Geografie der Tournee, denn die Ausstellung steuert ganz gezielt Orte an, die in Bowies Leben und Karriere eine tiefe emotionale oder historische Rolle gespielt haben.

Insgesamt umfasst das David Bowie Centre im V&A East Storehouse über 90.000 Objekte, die durch die Unterstützung des David Bowie Estates und der Warner Music Group für das Museum gesichert wurden. Für die Wanderausstellung haben die Kurator*innen unter der Leitung von Harriet Reed ein Best-of zusammengestellt, das weit über die Musik hinausreicht und Bowies unermüdlichen, zukunftsorientierten Geist greifbar macht. Die Schau ist dabei in vier große Themenbereiche gegliedert, die den Besucher:innen einen Blick hinter die Kulissen seiner visuellen und musikalischen Verwandlungskunst gewähren.

Der erste Teil, Bowie Through a Lens, untersucht seine visuelle Identität durch die Kameralinsen von Fotolegenden wie Mick Rock, Masayoshi Sukita oder Terry O'Neill. Danach wechselt der Fokus in All the Somebody People auf seine Arbeit im Studio und auf der Bühne, aufgeteilt in vier prägende Epochen. Neben handgeschriebenen Notizen und einer legendären Akustikgitarre aus der Ziggy Stardust-Ära, die hier zum allerersten Mal öffentlich gezeigt wird, beleuchtet dieser Bereich auch seine Berliner Jahre. Besucher*innen können die originalen Wohnungsschlüssel seiner Epoche in der Schöneberger Hauptstraße sowie eine traditionelle japanische Koto-Zither bewundern, die er gemeinsam mit Brian Eno und Tony Visconti für das Album „Heroes“ einspielte. Die jüngere Musikgeschichte wird durch die Stadionshows der Let’s Dance-Ära und intime Einblicke in seine finalen Meisterwerke The Next Day und Blackstar repräsentiert. Zu den absoluten Höhepunkten gehören hier die originalen, handgeschriebenen Texte zum Song Blackstar und das handbemalte Originalkostüm aus dem Musikvideo zu Lazarus.

Polaroid-Aufnahme von den Kostümproben für Jareth für den Film „Labyrinth“ aus dem Jahr 1986 (Foto: © Victoria and Albert Museum, London)
David Bowies handgeschriebene Songtexte zu Blackstar (Nipple Music (BMI)/WARNER CHAPPELL MUSIC LTD./Foto: Victoria and Albert Museum, London)

Ein weiterer Bereich namens Hooked to the Silver Screen widmet sich seiner Filmkarriere und zeigt Skripte, Storyboards und Polaroids von Sets wie Merry Christmas, Mr. Lawrence oder Labyrinth, darunter auch originale Make-up-Tests für seine Rolle als Koboldkönig Jareth. Auch das berühmte Clown-Kostüm aus dem Musikvideo zu Ashes to Ashes ist hier ausgestellt. Ein echtes Kuriosum bleibt ein abgelehntes Drehbuch für die Serie Die Simpsons, in der Bowie eine Gastrolle ausschlug. Schließlich dokumentiert der letzte Teil, I Can't Give Everything Away, Bowies eigenen, fast schon prophetischen Ordnungssinn. Er hob von seinem ersten Grafton-Alto-Saxophon aus dem Jahr 1961 über seinen Reisepass von 1988 bis hin zu seiner persönlichen Stoppuhr fürs Songwriting einfach alles auf. Sogar handschriftliche To-Do-Listen, Konzepte für unveröffentlichte Projekte wie der Film The Catastrophe Cabinet und Post-its für zukünftige Archivare wandern in die Vitrinen.

Kostümentwurf von Natasha Korniloff für das Musikvideo „Ashes to Ashes“ von David Bowie, 1980 (Foto: © David Parry)

Die Reiseroute verbindet diese Meilensteine direkt mit der Biografie des Musikers. Die Tour startet im schottischen V&A Dundee, wo Bowie 1973 im Zuge seiner Ziggy Stardust-Tour die Caird Hall zum Beben brachte. Im Sommer 2027 zieht die Schau weiter nach Blackpool, was exakt mit dem 60. Jahrestag seines dortigen Auftritts mit seiner frühen Band The Buzz im Jahr 1966 zusammenfällt. Nach einer Station im Bowes Museum im County Durham im Herbst folgt im Frühjahr 2028 ein besonders emotionaler Halt in der Ferens Art Gallery in Hull, der Heimatstadt seiner legendären Begleitband The Spiders from Mars. Den vorläufigen Abschluss bildet im Sommer 2028 das Bristol Museum, bevor möglicherweise noch weitere Stationen verkündet werden.

Zehn Jahre nach seinem Tod beweist diese Tournee einmal mehr, dass der Einfluss des Künstlers auf Popkultur, Mode und Musik ungebrochen ist. Für Fans bietet sich hier die seltene Gelegenheit, der privaten und kreativen Welt eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts so nah wie nie zuvor zu kommen.

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