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Preppy-Style neu interpretiert: Country-Club-Core

Preppy-Style neu interpretiert: Country-Club-Core Preppy-Style neu interpretiert: Country-Club-Core
Country-Club-Core dominiert den Algorithmus in den sozialen Medien und die Luxusmode jetzt auch. Woher kommt das Phänomen? (Foto: Apple TV Plus)
Colour-Blocking, Bowlingshirts, Pennyloafer und schmale Anzüge: Die neuen alten Looks im Country-Club-Stil sind mehr als nur eine Referenz an den American Way of Life.

Obwohl man annehmen könnte, dass der Country Club eine amerikanische Erfindung ist, liegt man falsch. Wie so viele kulturelle US-amerikanische Institutionen hat auch diese Tradition ihren Ursprung in Europa – woher auch sonst, wenn wir mal ganz ehrlich sind? Sie geht auf die britischen Herrenclubs in London zurück, in denen wohlhabende Männer dinierten und netzwerkten. Es waren dann die betuchten Amerikaner und die einflussreichen Dynastien des Gilded Age, die diese Idee importierten und erweiterten: Als der erste seiner Art auf US-Terrain, „The Country Club“ in Brookline, Massachusetts, im Jahr 1882 seine Tore öffnete, ging es weniger um Business-Deals als vielmehr um den sozialen Status.

Wie Hollywood den Mythos prägte

Im Vergleich zum europäischen Modell wurde das Konzept dann radikal erweitert: Reiten, Tennis und später Golf (wobei auch dieser Sport auf schottische Golfgesellschaften wie die „Honourable Company of Edinburgh Golfers“ von 1744 zurückgeht), selbstverständlich neben Eiswürfeln in Kristallgläsern, Ice Tea und Mint Juleps auf der Terrasse. Die Eliten von Boston und New York sehnten sich eben nach idyllischem Landleben abseits ihrer Imperien mit in den Himmel schießenden Hochhäusern. Später wurde die Idee in Hollywood in Szene gesetzt und eine Mitgliedschaft im Country Club zum ultimativen Statussymbol für alle Generationen. The American Dream: Vom Tellerwäscher aus dem Country Club zum Millionär im Country Club. Filmklassiker wie „The Great Gatsby“ (1974 und in der Neuverfilmung 2013), „The Philadelphia Story“ (1940) und auch James Bonds „Goldfinger“ (1964) drehen sich um Macht und Eliten hinter „Gated Communities“. Aber auch Kultkomödien wie „Caddyshack“ (1980) und „Happy Gilmore“ (1996) trugen das soziale Konstrukt des Country Clubs in die Welt hinaus und wieder zurück nach Europa, jetzt mit einem neuen Spin!

Palm Royale

Jüngstes Phänomen: Die Hitserie „Palm Royale“ auf Apple TV. Sie folgt der Außenseiterin Maxine Simmons, die im sonnigen Florida der 1960er alles daransetzt, Zutritt zum exklusiven „Palm Royale“- Club und dessen skurril-snobistischer High Society zu erhalten. Es geht um soziale Barrieren, Identität, Klassenunterschiede, Ehrgeiz – und um die Frage, wie weit man für die Sehnsucht nach Status und Zugehörigkeit geht. Ricky Martin (Cover) alias Robert steht an Maxines Seite: in blitzweißen Tennislooks, Anzügen in Creme und Pastell und schmal geschnittenen Hosen zu Pennyloafern und gestreiften Strickpolos. Seine Lieblingsfarben Aqua, Sand, Mint und Hellblau harmonieren dabei perfekt zur Palm-Beach-Kulisse.

Preppy erobert den Runway

Die neue Preppy-Formel ist nun auch vielerorts auf dem Runway zu sehen. Bei Louis Vuitton hat Pharrell Williams Lederbomber im „Members Only“-Stil vorgestellt, kombiniert zu Baggy-Jeans und Schuhen im Snakeskin-Look. Jonathan Anderson stellt einen Double-Denim-Look vor, die US-Uniform par excellence – und garniert seine Debütkollektion mit Stilelementen aus dem Rokoko. The new aristocrats – so cool! Ansonsten zu entdecken: Kreativstrick bei Hermès und Dries Van Noten; der neue Kreativchef Julian Klausner zeigt Twinsets in poppigem Colour-Blocking. Softes, italienisches Tailoring dominiert, kombiniert zu Bowlingshirts und Leinenhemden.

Eleganz „Made in Europe“

Was sagt diese neue Allure in der Männermode aus? Nähern sich die Luxusmarken in ihrem Sortiment dem amerikanischen Geschmack an? Immerhin sind die USA der wichtigste Absatzmarkt für Luxusgüter. Oder ist es die Sehnsucht nach Old-World-Glamour und eleganten Dresscodes in einer Welt, in der (fast) alles stilistisch zerbröselt? Wir glauben: Letzteres. Eleganz und echter Stil sind wie die Club-Idee nun mal „Made in Europe“.

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