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#100Mesdames: Pomellato CEO Sabina Belli im Interview über starke Frauenbilder und ihr erstes Schmuckstück

Sie gehört zu den fünf Prozent weiblicher CEOs, die weltweit eine Führungsposition besitzen: Sabina Belli sprach mit MADAME.de über Ihre Verantwortung anderen Frauen gegenüber und wie sich die Arbeitswelt verändert hat

Sabine Belli mit Brille
Nur fünf Prozent aller weltweiten CEOs sind weiblich und sie gehört zu ihnen: Sabina Belli Angela Lo Priore

Ihre Ideen sind inspirierend, ihr Mut ist bewundernswert: Frauen, die kreative Wege gehen, keine Angst vor Rückschlägen haben und die ihr Glück selbst in die Hand nehmen. Pionierinnen, von denen wir uns einiges abgucken können - egal, ob Unternehmerin, Feministin, Künstlerin oder Meinungsgeberin. Unter dem Hashtag #100Mesdames porträtiert MADAME.de Frauen der Zeitgeschichte, aus Wirtschaft, Kultur und Design.

#100Mesdames mit Sabina Belli

Den Anfang der #100Mesdames-Reihe macht Sabina Belli, CEO des Schmucklabels Pomellato. In ihrem Buch "D as Woman, C as CEO" teilt sie ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition. 2017 rief Sabina Belli die Initiative "Pomellato for Women" ins Leben, die sich auf die Stärkung von Frauen in der Businesswelt konzentriert.

MADAME.de trifft Sabina Belli im Hamburger Pomellato-Store zum Interview und spricht mit ihr über den Wandel der Frauenrolle, ihren Weg in einer von Männer dominierten Berufswelt und über Schmuckstücke, die erfolgreiche Frauen besitzen sollten.

Interview mit Pomellato CEO Sabina Belli

MADAME.de: Sie haben Ihre Karriere in den 80er Jahren begonnen - in einer komplett anderen Zeit als heute. Wie hat sich das Image der Frau über die Jahrzehnte verändert - sowohl im Job als auch privat?

Sabina Belli: Meine allererste Job-Erfahrung habe ich in New York gemacht. Ich war direkt im Zentrum des Geschehens, was sehr hektisch und sehr verrückt war. Das waren die "Goldenen Jahre" in New York, weil jeder sehr viel konsumierte, sodass die Wirtschaft florierte. Danach bin ich nach Paris gegangen und habe in einer Werbe-Agentur gearbeitet. Ein sehr spezieller Karriere-Start, weil ich - wie andere - nicht den typischen Büro-Alltag kennengelernt habe, sondern direkt in einer sehr junge, dynamische Firma kam. Wir hatten immer sehr viel Kundenkontakt, das war auch eher untypisch. Zu dieser Zeit in Paris habe ich mich nie diskriminiert oder angegriffen gefühlt.

Später jedoch habe ich vieles erlebt, was in diese Richtung ging und ich wurde nicht selten Zeuge von Situationen, in denen Frauen ungerecht behandelt wurden. Das lag vor allem daran, dass ich die Karriereleiter immer höher empor stieg und dadurch in anderen Kreisen verkehrte. Am Anfang wirkte alles wie ein Spiel und dann wurde es Ernst. Ich war wirklich in Schockstarre, weil ich niemals gedacht hätte, dass sich eine solche Barriere ergeben könnte, wenn man gleichberechtigt behandelt werden will. Im Vergleich zu damals hat sich dieser Umstand jedoch glücklicherweise sehr geändert - die Werte der damaligen Gesellschaft waren ganz andere, als heute. Wenn man sich die Leute in ihrem 20. Lebensjahr früher anschaut, waren diese voller Ehrgeiz und so extrem fokussiert auf Geld - eine sehr materielle Zeit. Wenn ich mir die Millennials heute angucke, sehe ich viel mehr Versionen einer globalen Welt, mehr Motivationen im Bereich Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Die Wahrnehmung hat sich weiterentwickelt und somit auch die Ansichten, die die Menschen gegenüber Frauen haben.

#metoo, Frauenquote und Female Empowerment: Finden Sie, wir sind auf dem richtigen Weg in eine gleichberechtigte Welt?

Ich kann nicht mit "Ja" antworten, dennoch denke ich, dass wir darauf hinarbeiten. Die UN hat gerade einen Bericht veröffentlicht, in dem es heißt, dass es über 200 Jahre dauern würde, um die exakte Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen zu erreichen. Leider werden weder wir hier sein um das zu erleben, noch unsere Kinder oder Enkelkinder. Warum dieser Wandel so lange dauert? Ich denke, das liegt vor allem daran, dass wir viel zu viele Jahre nach einem System gelebt haben, in dem Männer und Frauen andere Positionen in der Gesellschaft hatten.

Nun bewegen wir uns langsam auf eine Veränderung hin, die jedoch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Es gibt Länder - zum Beispiel mein Wohnort Italien - in denen Geschlechter immer noch stark getrennt und unterschiedlich behandelt werden. Statistiken zeigen, dass Frauen nach dem ersten oder zweiten Kind zu fast 85 Prozent das Arbeitsleben komplett aufgeben. Männer hingegen arbeiten ganz normal weiter - es gilt als Spezialfall, wenn der Vater zu Hause bleibt. Das muss sich ändern.

Hatten Sie auf Ihrem Weg nach oben ein ganz bestimmtes Mantra, das Sie sich vor Augen geführt haben?

Ja, tatsächlich. Ich bin stark davon überzeugt, dass es zu jedem Problem eine Lösung gibt und dass jeder Mensch diese Energie besitzt. Nur sie bringen uns wirklich voran - in einer Gruppe, die zusammen arbeitet, wird diese Tatsache zusätzlich verstärkt. Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen: Ich arbeite eng mit Frauen zusammen, die häusliche Gewalt oder ähnliche Arten von Gewalt erlebt haben. Manchmal kommen diese Frauen zu den Centern, von denen sie Hilfe erwarten können - vollkommen ohne Job, mit Kindern, hungrig und missbraucht von ihren Partnern. Trotzdem finden Sie die Kraft und die Courage, ihr Leben zu ändern und Lösungen für ihre Lage zu finden. Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, auch an die jüngere Generation: Ihr müsst an euch und eure Stärken glauben.

Sie haben 2017 "Pomellato for Women“ ins Leben gerufen. Worum geht es genau in dem Projekt?

Pomellato ist eine Marke, die für starke Frauen kreiert wurde. Pomellato möchte sie stärken und unterstützen. "Pomellato for Women" ist eine Kampagne, die mutiges und selbstbewusstes Denken unterstreichen soll, mit dem Ziel, Frauen und ihre Führungspositionen zu stärken. Teil der Kampagne sind unter anderen Chiara Ferragni, Jane Fonda und Ozwald Boateng.

Begleitet Sie Ihre Arbeit auch nach Hause oder trennen Sie Privates und Berufliches streng voneinander?

Ich bin kein Workaholic und ich lebe meinen Job nicht rund um die Uhr. Meine Kinder sind mittlerweile erwachsen, das heißt, ich muss mich nicht mehr 24/7 um sie kümmern und habe tatsächlich Freizeit - das ist sehr wichtig. Ich habe viele Leidenschaften, die sich zwar alle um meinen Job herum bewegen, aber mir dennoch Raum geben, um abzuschalten.

Wie schalten Sie privat nach einem stressigen Tag ab?

Ich glaube, das Wichtigste ist wirklich, auf sich selbst zu hören. Sei dein eigener bester Freund und genieße deine eigene Anwesenheit. Man sollte in der Lage sein, Dinge alleine zu machen - ob ins Kino zu gehen oder zu verreisen. Das ist so gut für die Seele! Für den körperlichen Ausgleich habe ich zusätzlich meinen Hund, den ich sehr liebe.

Welchen Tipp können Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben, die es so weit schaffen wollen, wie Sie?

Man sollte gut vorbereitet sein, weil nichts von alleine oder aus Versehen passiert. Für Ziele zu kämpfen und Prioritäten zu setzen ist wichtig - auch auf das Privatleben bezogen. Vielleicht muss man sich entscheiden, welcher Bereich im Leben wichtiger ist und welchen Teil man weniger ambitioniert verfolgt. An einer Stelle muss man ganz sicher Abstriche machen, um selbst glücklich zu sein. Das sollte jedem bewusst sein, nur dann kann man erfolgreich werden.

Welches Schmuckstück sollten erfolgreiche Frauen besitzen?

Die Mehrheit unserer Kunden, genauer gesagt 84 Prozent aller Einkäufer, kauft Pomellato-Schmuckstücke für sich selbst als Belohnung für ein erreichtes Ziel. Als Start-Produkt würde ich den Nudo-Ring empfehlen. Man kann mit einem Modell beginnen und nach und nach mehrere dazu stylen - ein sehr schönes Schmuckstück, gerade weil es so bunt und vielfältig ist.

Können Sie sich an Ihr erstes Pomellato-Schmuckstück erinnern? Verbinden Sie eine bestimmte Erinnerung mit ihm?

Oh, natürlich erinnere ich mich. 1989 habe ich den ersten Pomellato-Ring bekommen - er ist jetzt schon Vintage. Das Modell hieß "Grieff" und bestand ganz aus Aquamarin. Er war so wunderschön und ich habe ihn wirklich gerne getragen. Eine Freundin von mir sagte immer: "Wenn ich an dich denke, muss ich zuerst an deinen Ring denken - der gehört einfach zu dir!" Schmuck kann deine eigene Handschrift sein. Danach habe ich mir selbst zwei "Nudo"-Ringe gekauft und mein Ehemann hat mir einen weiteren geschenkt. Mittlerweile habe ich viele Schmuckstücke, die ich alle miteinander kombinieren kann.

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