Weiße Zähne: Das hilft gegen Verfärbungen

Wie entstehen Zahnfarben, was kann man selbst gegen Zahnverfärbungen tun und welche Make-­up Tricks gibt es für ein schönes Lächeln? Antwort weiß Expertin Diana Svoboda, Leiterin der diPura Fachklinik.

Zahnfarben
Wie erhalten unsere Zähne eigentlich ihre Farbe?
Jeder Mensch hat eine individuelle Zahnfarbe, sie ist abhängig von Zusammensetzung,
Struktur und Dicke des sogenannten Zahnhartgewebes. Darunter versteht man Zahnschmelz, Zahnbein und Zahnmark. Je dünner der Zahnschmelz ist, umso gelblicher erscheinen die Zähne. Das liegt daran, dass das unter dem Zahn befindliche Zahnbein, in der Fachsprache Dentin genannt, dunkler und stärker durchschimmern kann. Und natürlich können auch äußere Faktoren wie Licht, Kleidung oder Make-up Einfluss auf die Wahrnehmung unserer Zahnfarbe haben.

Wie lässt sich die Zahnfarbe genau bestimmen?
Die Bestimmung der Zahnfarbe beruht auf der Arbeit und dem geschulten Blick eines erfahrenen Profis, also eines Zahnarztes oder Zahntechnikers. Ein Zahnersatz muss natürlich funktionell sein. Ganz wesentlich für ein gelungenes Ergebnis ist aber natürlich auch der ästhetische Aspekt, also eine perfekte Harmonie zwischen echten und künstlichen Zähnen. Wir können die Zahnfarbe mit Hilfsmitteln wie einer Zahnfarbskala oder digitalen Messgeräten, die die passenden Farbwerte errechnen, definieren. Auch die Schaffung einer möglichst objektiven Atmosphäre sollte zu den Standards gehören: Dazu gehören Tageslicht, ein neutraler Raum ohne grelle farbige Wände und farbneutrale Kleidung bei Arzt und Patient. Außerdem ist es wichtig, dass weibliche Patienten kaum oder kein Make-up und vor allem keinen Lippenstift tragen. Denn die Zahnfarbe sollte auch mit der natürlichen Haut-­ und Haarfarbe harmonieren.

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Welche Faktoren beeinflussen die Zahnfarbe?
Der Lauf der Zeit macht leider auch nicht vor unseren Zähnen halt. Wobei Frauen hier mehr Glück haben als Männer, da ihre Zähne tendenziell heller sind. Aber grundsätzlich wird mit zunehmendem Alter auch die Zahnfarbe dunkler. Das liegt daran, dass Säuren aus der Nahrung Minerale aus dem Zahnschmelz lösen, wodurch die Zahnoberfläche dünner und das Zahnbein stärker sichtbar wird. Und natürlich hinterlassen Genussmittel wie Tabak, Kaffee, Tee, Cola und Rotwein ihre Spuren in Form von oberflächlichen Zahnverfärbungen. Hinzu kommen auch interne Zahnverfärbungen, die zum Beispiel durch das Absterben von Zahnnerven oder durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst werden können.

Was kann man selbst gegen Zahnverfärbungen tun und was ist Expertenarbeit?
Wichtig ist die richtige Zahnputztechnik und die Verwendung einer Zahnpasta, die schonend die Verfärbungen aufnimmt und nicht durch zu viele Schmirgelpartikel die Zahnoberfläche angreift. Zahncremes mit Aktivkohle zum Beispiel entfernen Zahnbeläge und Rückstände von Kaffee und Tee relativ gut. Wenn sie dann noch mit Fluorid versetzt sind, schützen sie zusätzlich auch vor Karies. Von Do-it-­Yourself-­Bleachingprodukten für den Hausgebrauch rate ich eher ab. Laut der EU-­Kosmetik-­Richtlinie dürfen sie ohnehin nur eine sehr geringe Menge an aufhellendem Wasserstoffperoxid enthalten, ihr Bleaching-­Effekt ist minimal. Ein kleiner Tipp nebenbei: Wer Weißwein durch Rotwein ersetzt, beugt Verfärbungen vor. Und um den Zahnschmelz zu schützen, sollten Sie nach dem Genuss säurehaltiger Lebensmittel wie Obst eine halbe Stunde warten, bevor Sie Ihre Zähne putzen. Sind die Verfärbungen stärker, ist natürlich die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt eine gute Wahl. Sie entfernt schonend, aber effektiv Ablagerungen und Flecken, auch an schwer zugänglichen Stellen. Die Zähne fühlen sich dann nicht nur richtig sauber und glatt an, sie sehen auch so aus.

Welche Methoden hellen Zähne noch auf?
Zu den effektivsten Verfahren gehören natürlich Bleachings. Hier sollten Sie sich in die Hände eines spezialisierten Zahnarztes begeben, damit eine schonende Behandlung
und ein natürlich-­schönes Resultat garantiert sind. Das sogenannte "Home Bleaching" funktioniert mit Schienen, auf die Bleichstoffe unterschiedlicher Art und Konzentration aufgetragen werden. Diese Schienen kann der Patient auch tagsüber tragen. Außerdem kann das Ergebnis nach einiger Zeit noch einmal "nachgehellt" werden. Ich rate jedoch dazu, dass der Zahnarzt die Abdrücke für die Schienen nimmt, damit diese individuell an den Kiefer angepasst sind. Ein "In Office Bleaching" findet direkt beim Zahnarzt statt. Hier wird entweder, wie beim "Home Bleaching", mit Schienen gearbeitet oder der Zahnarzt trägt das Bleichmittel direkt auf die Zähne auf. Die Wirkung kann durch eine Blaulicht-­ oder Laserlampe verstärkt werden. Mit dieser Methode erreichen wir die besten Aufhellungsergebnisse. Es gibt auch starke, grauschwarze Verfärbungen, die von innen nach außen dringen, etwa nach einer Wurzelbehandlung. Dann kann ein "Walking Bleach" Abhilfe schaffen. Das Bleichmittel wird hier direkt in den Zahn eingespritzt und nicht äußerlich angewandt. Im Anschluss setzt der Arzt während der Behandlungszeit einen provisorischen Verschluss auf den Zahn. Je nach Verfärbungsgrad wiederholt er die Injektion mehrmals bis das gewünschte Aufhellungsergebnis erreicht ist. Die Ergebnisse von Home-­ und In-­Office Bleachings halten übrigens bis zu drei Jahre.

Unter Frauen: Was raten Sie bei der Auswahl des Lippenstiftes?
Dunkelhaarige Frauen mit dunklerem Teint haben es da von Natur aus etwas einfacher, weil der Kontrast zwischen Haaren, Hautfarbe und Zähnen relativ stark ist. Das lässt das Gebiss weißer wirken und die Lippenstiftfarbe kann etwas stärker ausfallen. Bei blonden Frauen mit hellerer Haut ist dieser Kontrast wesentlich weniger stark ausgeprägt. Hier wirken meist Lipgloss und zarte Lippenstiftfarben am besten. Aufpassen muss man immer bei einem sehr knalligen Rot. Es lässt die Zähne schnell gelblich wirken.