Amsterdam umspült von blauem Licht

In einer Zeit schmelzender Polkappen spitzt sich das Schicksal Amsterdams ganz langsam zu. Von zahlreichen Deichen geschützt, liegt die Stadt an manchen Stellen bis zu sechs Meter unter dem Meeresspiegel. Der Künstler Daan Roosegaarde hatte die eindrucksvolle Idee, Amsterdam wieder den Fluten zu übergeben. 

Studio Roosegaarde Amsterdam Waterlicht

Das Studio Roosegaarde flutete die niederländische Hauptstadt mit blauem Licht

Waterlicht von Daan Roosegaarde Ruhige Wellen schlagen sanft gegen die Häuserfassaden Amsterdams. Lautlos hat sich das Meer den entrissenen Teil wieder zurückerobert - zumindest für eine Nacht. Im Mai 2015 überflutet der Künstler Daan Roosegaarde den Museumsplatz im Zentrum Amsterdams mit blauem Licht. "Waterlicht" nennt der Installationskünstler die schaurig schönen Lichtspiele. Sie entstehen durch blaues Licht, das durch Linsen gekrümmt und auf die feuchte Luft des Platzes projiziert wird - magisch!  
Amsterdam unter einer Flut aus Licht

Roosegaarde ließ sich zu dem Kunstprojekt zum einen durch einen Kauf des Reichsmuseums inspirieren: Dieses erstand vor Kurzem ein Bild der Flut von Amsterdam im Jahr 1651 von Jan Asselijn. Zum anderen will der Künstler auf den immerwährenden Kampf gegen die Nordsee aufmerksam machen, der mit immensen Kosten und Mühen verbunden ist. Während Roosegardes Wellen aus azurblauem Licht in einer Höhe von drei bis fünf Meter sanft wogen, ist vielen Einwohnern bewusst geworden, was die Dämme Amsterdams für ihren Alltag wirklich bedeuten. 
Amsterdam unter Wasser
Studio Roosegaarde Amsterdam Waterlicht

Der Museumsplatz von Amsterdam ist in blaues Licht getaucht


Nur durch ein komplexes System aus rund 75 Pumpstationen bleiben die Einwohner der niederländischen Hauptstadt trocken. Durch das Pumpsystem wird permanent Wasser aus dem künstlich angelegten Amsterdamer Becken entfernt, das ohne diese direkt wieder unter Wasser stehen würde. Tag und Nacht befördert das städtische Wasser- und Maschinenamt das Meerwasser aus den tief liegenden Teilen der Stadt in höher gelegene Kanäle und in den Nordseekanal. Diese Maßnahmen retten Amsterdam vor einem langsamen Versumpfen.