Väter schenken Töchtern mehr Aufmerksamkeit als Söhnen

Eine neue Studie der Emory Universität in den USA deckt auf, dass Vätern Ihren Töchtern mehr Aufmerksamkeit schenken als ihren Söhnen. Die Folgen sind erschreckend.

Väter schenken Töchtern mehr Aufmerksamkeit - was sind die Folgen?

Väter schenken Töchtern mehr Aufmerksamkeit - was sind die Folgen?

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Baby-Studie

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Geschlechterklischees kursieren überall auf der Welt: Mädchen lieben die Farbe rosa und spielen mit Puppen, Jungs lieben Blau und spielen mit Autos. Doch wer bestimmt solche Stereotypen? Nicht nur die Umwelteinflüsse „erziehen“ in gewisser Weise Kleinkinder, auch die Art und Weise der Eltern ist entscheidend. Zugegeben, das mag vielleicht nicht überraschend klingen, allerdings nimmt die Vaterrolle einen sehr hohen Stellenwert ein. Was für eine große Auswirkung die Beziehung zwischen Vater und Tochter, bzw. Vater und Sohn hat, deckte nun eine Studie der Emory Universität auf.


 
Demnach weisen Väter einen geschlechtsbezogenen Verzerrungseffekt (sog. Gender biases) in Bezug auf Kleinkinder auf. Dies habe zur Folge, dass die Aufmerksamkeit für Töchter deutlich höher sei, als die bei Söhnen. Diese Unterschiede lassen sich sowohl in der Sprache der Kommunikation mit den Kleinkindern feststellen, als auch in Bezug auf die Spielereien und der Art der Aufmerksamkeit. 


Man muss sich also die Frage stellen: Wie stark wirken sich unbewusste Wahrnehmungen der Geschlechter auf die Art und Weise aus, wie Kinder behandelt werden?


Ablauf der Studie

Für die Studie beobachtete man für 48 Stunden insgesamt 52 Väter während der Interaktion mit Ihren Kindern und miss dabei die Gehirnaktivitäten. Die Ergebnisse zeigten, dass Väter rund 60 Prozent mehr Zeit mit Ihren Töchtern verbrachten, davon fünf Mal mehr mit Singen und lieblichen Flüstern. 

 
Spannend ist auch die Art der Sprache, die die Väter in Bezug auf die Töchter verwendet haben: Emotional-geladene Wörter wie „weinen“, „Tränen“ und „einsam“ implizieren ein Gefühl der Traurigkeit; Experten, die sich mit Verhaltensweisen auseinandersetzen gehen davon aus, dass die Mädchen so mehr Empathie entwickeln. Ebenso interessant ist auch, dass mehr Wörter benutzt werden, die sich auf den Körper beziehen, wie „Auge“, „Nase“ oder „Bauch“.

 
Doch wie sieht es in der Interaktion zwischen Vätern und Söhnen aus? Auffällig war hier, dass dreimal mehr wilde Spielereien stattfanden und zielbezogene Wörter wie „super“, „stolz“ und „gewinnen“ benutzt wurden. 

Vater und Tochter - ein besseres Gespann als Vater und Sohn?

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Das Ergebnis

Was sollen wir nun von dieser Studie halten? Die Ergebnisse sollte man nicht als zu erschreckend einstufen. Auch der Anthropologe James Rilling gibt zu verstehen, dass das Ergebnis der Studie nicht aufzeige, dass sich Väter falsch verhalten. Die Erziehung kann unbewusst erfolgen, oder eben bewusst, um die Kinder auf das soziale Umfeld gezielt vorzubereiten, sodass Töchter dadurch einen – so glaub man zumindest – positiven Nutzen haben. 


Welche längerfristigen Folgen dadurch entstehen, soll erst noch untersucht werden. Die Annahme, ob körperbezogene Sprache zu Essstörungen bei Mädchen führe oder ob Jungs aufgrund verminderter, emotionaler Zuwendung psychisch leiden sei eher Spekulation als eindeutig nachweisbar.