Thomas Sabo: Gutes Karma

Für Susanne Kölbli ist Schmuck ein Lebensgefühl. Die Designerin von Thomas Sabo vertraut bei ihrer Arbeit auf ihre Intuition. Ein Blick in ihre Welt.

Susanne Kölbli

Susanne Kölbli ist Kreativ-Direktorin von Thomas Sabo

Susanne Kölbli im Interview
Sie hat Humor, Spaß an Mode und strahlt Power und Lebensfreude aus. All das spürt man auch in ihren Kreationen. Die Rede ist von Susanne Kölbli, Kreativ-Direktorin des Schmuckunternehmens Thomas Sabo. "Dieser Beruf ist Lebensaufgabe. Und so fließt sehr viel von mir und meiner Persönlichkeit in das Design mit ein“, betont sie. Zahlreiche Geniestreiche wie innovativer Silberschmuck, der legendäre Charm Club und damit verbundene Rekordgewinne sind der quirligen 52-Jährigen bereits gelungen. Jetzt steht mit der Fine Jewellery Collection der nächste Coup an. Details? Die luxuriöse Linie besteht aus 200 Teilen und ist inspiriert von den sieben Chakren.

Seit 1992 sind Sie im Unternehmen tätig. Wann realisierten Sie, dass es Thomas Sabo als Marke geschafft hat?

Das war vor 15 Jahren. Initialzündung war dabei die Eröffnung der eigenen Stores. Von da an haben wir gesehen, dass die Kollektion als Ganzes funktioniert. Zudem registrierten wir, dass es möglich ist, seinen Namen auch rein über das Produkt zur Marke zu machen.

Was treibt Sie beim Designen an?

Wir stehen für modernen Schmuck, der den Zeitgeist verkörpert. Und so orientieren wir uns in erster Linie an den Trends. Materialmäßig sind wir ja doch etwas eingeschränkt, wobei wir auch hier viel experimentieren. Besonders spannend finde ich die Tatsache, dass man sich nur innerhalb eines gewissen Rahmens bewegt und sich so etwas Neues ausdenken muss. Die Folge: Man verliert sich nicht in seinen Kreationen, und die DNA der Marke bleibt erhalten.
thomas sabo zürich

Der Züricher Flagship-Store von Thomas Sabo


Für was geben Sie ohne schlechtes Gewissen viel Geld aus?

Es ist eindeutig zu viel, was ich für Taschen, Schuhe und Kleidung ausgebe. Ein schlechtes Gewissen habe ich dabei aber absolut nicht. Ich habe zu viel Spaß daran.

Wie sieht Ihr persönlicher Lieblings-Look aus?

Seit meinem 18. Lebensjahr, mit kurzen Unterbrechungen im Sommer, trage ich Schwarz. Diese Farbe hat mit mir alle Jahrzehnte und modischen Wandlungen mitgemacht. Vom Stil her finde ich den mädchenhaften Pensionats-Look toll. Ich liebe aber auch das Spiel mit dem Hippie-Stil und burschikose Einflüsse. Ultrafeminines und großes Glitzern ist nicht so meins.

Welcher Schmuck begleitet Sie im Alltag?

Mein Ehering darf nicht fehlen. Dann trage ich immer ein Armband aus unserer Karma-Beads-Kollektion und einen schmalen Silberarmreif, den ich mir vor Jahren auf Capri gekauft habe. Wenn ich ihn trage, denke ich immer wieder an das blaue Wasser und den wunderschönen Tag zurück.

Ihre größte Tugend?

Ich bin ehrlich, sehr treu und verzeihe viel.

Welchen menschlichen Fehler entschuldigen Sie bei anderen?

Es ist alles entschuldbar und erklärbar. Ich habe immer versucht, die Leute so zu nehmen, wie sie sind. Mit allen Ecken und Kanten. Jemanden ändern zu wollen, finde ich das Allerschlimmste. Auch ich möchte nicht, dass das jemand mit mir versucht.

Mit wem würden Sie gern einmal essen gehen?

Auf jeden Fall mit einer Frau. Die sind meistens interessanter als Männer. Diana Vreeland fände ich großartig. Eine Stilikone und Provokateurin, die sich über alles hinweggesetzt hat.

Wenn Sie auf die letzten zehn Jahre zurückblicken, was waren für Sie die emotionalsten Momente?

Im Großen und Ganzen kann ich mich als echten Glückspilz bezeichnen, denn bislang hatte ich in meinem Leben keinerlei Niederlagen. Ich wurde von meinen Eltern, meinem Mann und Freunden immer geliebt. Dieses harmonische Umfeld hat mir einen starken Rückhalt gegeben. Natürlich gehört auch das ständige Aufwärts der Firma dazu – für Thomas Sabo und mich eine tolle Bestätigung der doch sehr arbeitsintensiven Jahre. Privat gesehen war das Liebesbekenntnis meines Mannes ein absolutes Highlight. Er wünschte sich zu seinem 50. Geburtstag, nach 16 Jahren Ehe, die kirchliche Trauung mit mir.

Nadine Hippler