Seit Karim Aga Khan in den frühen 1960er-Jahren mit dem Kauf eines Großteils der Costa Smeralda seinen Traum vom stilvollen Leben am Meer realisierte, ist die Nordostküste Sar- diniens eine Art Dauerbrenner auf der Liste der mediterranen Sehnsuchts- ziele. Ähnlich wie seinerzeit César Manrique auf Lanzarote setzte man auch hier auf sanften Tourismus, um die Authentizität der Smaragdküste zu wahren: kein Hochhaus, keine Betten- burg, kein Casino, keine Shoppingmall, dafür eine durch Piazzas, Patios und Arkaden geprägte Dorfarchitektur in weichen, harmonischen Naturfarben.
Die Hotels der ersten Stunde – „Cervo“, „Cala di Volpe“, „Romazzino“, „Pitrizza“ – gelten heute noch als beste Adressen.
Seit 2003 gehört die Mega-„Immobilie“ Costa Smeralda zu mehr als 50 Prozent einer kalifornischen Investmentfirma. Dass das die Harmonie im Jetsetter-Paradies möglicherweise gefährdet, tut der überbordenden Lebensfreude keinen Abbruch. Die Pitts und Beckhams parken ihre Nobeljachten in den privaten Marinas. Die Russen spekulieren mit Immobilien und treiben die Grundstückspreise bis auf 30.000 Euro pro Quadratmeter.
Während im Norden großes Kino geboten wird, genießen Normalsterbliche auf dem Rest der Insel Dolce Vita im Westentaschenformat. An der 2000 Kilometer langen Küste gibt es Strände in Hülle und Fülle: feinsandig, von türkisfarbenen Lagunen umspült. Das Meer hier: glasklar. Jahr für Jahr flattern blaue Flaggen im Sand – als Zeichen für beste Wasserqualität. Kein Wunder, dass die zahllosen Traumstrände als Aushängeschilder des Sardinien-Tourismus gelten. Die wilde Schönheit der Insel erschließt sich allerdings in ihrem Innern. Auf einer Gesamtfläche, die etwa dem Bundesland Hessen entspricht, wechseln sonnenverwöhnte Weinberge mit knorrigen Korkeichenwäldern, kahle Felsformationen mit fruchtbaren Hochplateaus.
Und die Tierwelt? Ebenso vielfältig: von Pink Flamingos in einsamen Lagunen über Wildschweine bis zu Mufflons, denen Wanderer im Supramonte begegnen. Oder in der Barbagia, im Herzen der Insel, wo so viele Quellen entspringen. Kaum zu glauben, dass Sardinien unter Wassermangel leidet.
So abwechslungsreich wie die Landschaft ist auch die Küche. Das Meer liefert die Zutaten für die sar- dischen Fischeintöpfe, für die Calamari ripieni, die köstlichen, unter anderem mit Gemüse gefüllten Tintenfische, und für die Bottarga, den auf hauchdünnen Toastscheiben servierten Rogen der Meer- äsche. Der Herbst ist die Zeit der Porcini. Die aus den Eichenwäldern stammenden edlen Steinpilze schmecken besonders delikat im Risotto zu einem herben Weißwein aus der Gallura.
Seit sich die Nato vor vier Jahren aus dieser Gegend zurückgezogen hat, macht das vor der Nordküste gelegene Maddalena-Archipel Sardinien Konkurrenz: 60, meist unbesiedelte, Inselchen. Die größten – La Maddalena und Caprera – sind ganzjährig bewohnt. Die anderen ragen häufig als zerzauste Gra- nitfelsen aus dem flachen Gewässer, das so türkis schimmert, wie man es sonst nur von der Karibik kennt. Manche der Eilande sind derart winzig, dass sie gerade mal den Möwen einen Platz in der Sonne bieten. Hin und wieder sieht man grüne Inselchen, auf denen wilder Ginster, Heilkräuter, Myrte und Lorbeer gedeihen. Seit 1994 ist das Maddalena-Archipel ein (bilderbuchschöner) Nationalpark: Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena. Und auf der Hauptinsel Maddalena hat bereits das erste Luxushotel seine Türen geöffnet. In seiner Marina ist Platz für Jachten mit bis zu 100 Metern Länge?...
SARDINIEN UND LA MADDALENA – SEHNSUCHT HOCH ZWEI
Seit Karim Aga Khan in den frühen 1960er-Jahren mit dem Kauf eines Großteils der Costa Smeralda seinen Traum vom stilvollen Leben am Meer realisierte, ist die Nordostküste Sar- diniens eine Art Dauerbrenner auf der Liste der mediterranen Sehnsuchts- ziele. Ähnlich wie seinerzeit César Manrique auf Lanzarote setzte man auch hier auf sanften Tourismus, um die Authentizität der Smaragdküste zu wahren: kein Hochhaus, keine Betten- burg, kein Casino, keine Shoppingmall, dafür eine durch Piazzas, Patios und Arkaden geprägte Dorfarchitektur in weichen, harmonischen Naturfarben.