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REISE | Reise-GuideReise-Guide Boston plus Cape CodFür die Stadt am Charles River spricht viel: ihr intellektueller Spirit, das europäische Lebensgefühl – und Cape Cod. Die idyllische Insel vor der Küste liebte schon JFK![]() Foto: R. Forbes/Tips/Bildagentur-online (1), Michael Garff (1), Atlantide Phototravel/Corbis (1) Und North End, seinerzeit Sehnsuchtsziel sizilianischer Einwanderer, ist italienischer als New Yorks Little Italy. Bei Sonnenschein ist der knapp fünf Kilometer lange, rot markierte Freedom Trail die schönste Art, die Stadt per pedes zu erkunden: in einem der vielen Parks zu verweilen, Märkte und Shoppingmalls zu besuchen und bei einem Stopp im „Union Oyster House“ Bostons ältestes Gasthaus kennenzulernen. Doch die City am Charles River hat noch mehr zu bieten. Quasi vor ihren Toren liegt Cape Cod – Bostons Antwort auf New Yorks Nobelstrandadresse Long Island. Während die Hamptons dort mit ihren millionenschweren Feriensitzen den Schönen und Reichen vorbehalten sind, erinnern die endlosen, breiten Atlantikstrände der nur 120 Kilometer von Boston entfernten, sichel- förmigen Halbinsel Cape Cod an die unberührte Landschaft deutscher Nordseeinseln. Dass das für immer so bleibt, ist John F. Kennedy zu verdanken, der viele Sommer mit seiner Familie in Hyannis Port verbrachte. Er besiegelte 1961 die Gründung des Seashore-Nationalparks und schützte damit 60 Kilometer Küste zwischen Chatham und Provincetown. Bei einer Autofahrt auf der Route 6A entdeckt man von Leuchttürmen bewachte kleine Häfen und Bilderbuchdörfer wie Chatham, Sandwich oder Brewster, wo man Ferienhäuser mieten kann oder den Neuengland- charme alter Kapitänshäuser genießt, die heute als Bed & Breakfast dienen. In den gemütlichen Tavernen und Fischlokalen in den Häfen und links und rechts der Main Streets sind Lobster-Sandwiches, Crab Cakes und Clam Chowder (deftige Muschelsuppe mit Kartoffeln) die Renner unter den Fischgerichten. Auch Cape Cod hat seine Promiverstecke: vor der Südküste die Insel Martha’s Vineyard, wo Jackie Kennedy ein Haus besaß, und das noch etwas weiter von der Küste entfernte Nantucket Island, wo auch heute noch Maler und Schriftsteller den Zauber der Landschaft in Bildern und Büchern einfangen.
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BOSTON PLUS BEACH
Mit der großen Schwester New York im (Dauer-)Wettstreit sorgt Boston für Überraschungen – und Triumphe. Das beginnt schon bei der Anreise: Wer abends gegen sieben mit der Lufthansa auf dem Logan Airport landet, studiert – mit etwas Glück – schon eine Stunde später die Speisekarte in einem der Szenelokale von Back Bay. Und im Gegensatz zum schnelllebigen Big Apple, genießt man die 600.000-Einwohner-Stadt als charmante Wohlfühlwelt, in der vieles an „old Europe“ erinnert.
Das älteste U-Bahn-Netz der Staaten dient als schneller und unkomplizier- ter Transportweg auf lustvollen Entdeckertouren durch die völlig unterschiedlichen Viertel: Back Bays schicke, von nostalgischen Laternen beleuchtete Einkaufsmeilen Charles und Newbury Street wirken geradezu pariserisch. Beacon Hills homogene Häuserzeilen erinnern mit ihren Back- steinfassaden an Londons Belgravia.