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REISE | City-GuideCity-Guide BolognaIn Bologna ist ein bisschen die Zeit stehen geblieben. Zum Glück! Denn hier erlebt man noch das Italien, von dem wir alle träumen: sinnlich, familiär, ganz entspannt![]() Foto: Bruno Zanzottera/Parallelozero (2), Matteo Monti (1) Am schönsten beginnt man seinen Tag mit Kaffee und Brioche in einem der Straßencafés an der Piazza Maggiore. Um diese Zeit genießt man den freien Blick auf die steinernen Schönheiten: das Rathaus, die Basilika Santo Stefano mit der Kirche Santo Sepolcro und den Palazzo dell’Archiginnasio, wo die älteste Universität Europas ursprünglich zu Hause war. Szene-Architektur und Zeitgeistmilieu sind in Bologna selten. Man könnte eher sagen: Hier gibt es noch das Italien, von dem wir alle träumen. Die aktuelle Fellini-Ausstellung entführt uns zurück zur Geburtsstunde des Dolce Vita. Zu den Schätzen des in Buchform gedruckten Ausstellungskatalogs zählen selten oder gar nicht veröffentlichte Schwarz-Weiß-Fotos von Fellinis Lieblingsschauspieler Marcello Mastroianni. Nach der intensiven Begegnung mit diesem genial verpackten Klischee der italienischen Seele ertappt man sich bei dem Versuch, das heutige Bühnenbild ein wenig zu korrigieren: androgyne T-Shirt-Träger zu ersetzen durch smarte Typen in gut sitzenden Anzügen und Frauen in femininen Kleidern. Her mit Cabrios und dunklen Sonnenbrillen! In Bologna ist glücklicherweise viel erhalten geblieben vom Leben alla italiana: die Vespa, der Alfa Romeo, die Dominanz der einheimischen Küche, der Flirtfaktor in Bars und Straßencafés. Und die wunderschön morbiden Farben auf den Fassaden des Centro Storico: ein wenig Rost und Mais und Ocker, aber vor allem römisches Rot in allen Schattierungen, fast immer intensiv und verantwortlich für den Kosenamen der Stadt: la Città Rossa.
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BOLOGNA - TI AMO, CITTÀ ROSSA
Wer nach Berlin reist, freut sich auf eine Currywurst. In Neapel gibt‘s die beste Pizza der Welt. Und in Bologna? Natürlich die Bolognese. Seit den Sechzigerjahren hat sie jeder Student im Repertoire, jeder Italiener von Flensburg bis Rosenheim auf der Speisekarte.
Aber so einfach ist das für echte Insider, also alle Bologneser, nicht: Es gibt Geheimnisse, die keiner verrät, und das perfekte Zusammen- spiel von Speck und Rinderhack, Karotten, Zwiebeln, Wein oder Brühe ist entscheidend.
An der Qualität der Zutaten scheitert es in Bologna nicht, nennt man die Hauptstadt der Emilia Romagna doch den Bauch von Italien. Sobald man aus der Sommerhitze der alles beherrschenden und von allen wichtigen Monumenten der Stadt- geschichte eingerahmten Piazza Maggiore in den Schatten der ver- kehrsfreien Seitensträßchen flüchtet, gehen einem die Augen über. Wie von einem Bühnenbildner arrangiert, formieren sich Blumenläden, Obst- und Gemüsestände, Fisch- und Feinkostläden zu farbenprächigen, verführerischen Ensembles. Hier duftet es nach Waldpilzen, dort nach Gartenrosen, weiter drüben nach frisch gebackenem Fladenbrot. Alle paar Schritte weisen offene Türen
ins Innere winziger Bars, wo Hand- werker und Flaneure in Zweier-
reihen die Theken belagern.